Evangelischer Asyl-Experte fordert neue Einrichtungen

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BOCHUM - Die Asylbewerberzahlen in Deutschland steigen, für 2014 erwartet das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge 140 000 Anträge. NRW werden mit 21 Prozent die meisten Flüchtlinge zugeteilt - die evangelische Kirche fordert mehr Plätze.

Der Asyl-Experte der evangelischen Kirche von Westfalen, Helge Hohmann, hat mindestens drei neue Erstaufnahme-Einrichtungen für Asylbewerber in NRW gefordert. Das teilte Michael Stache, Moderator der Ruhrsuperintendenten-Konferenz (RSK), am Dienstag mit.

Hohmann bemängelte unter anderem die schlechte Qualität der Unterkünfte, außerdem fehlten Beratungsmöglichkeiten und Familien würden getrennt. Hohmann forderte die Einrichtung eines Runden Tisches, an dem Vertreter der Kirchen, von Sozialverbänden sowie des Landes und des Bundes zu diesem Thema zusammenarbeiten sollen.

Zurzeit gibt es laut NRW-Innenministerium in NRW zwei Erstaufnahmeeinrichtungen. In Dortmund können 350 Menschen aufgenommen werden, in Bielefeld sind es 250. Hinzu kommen vier sogenannte "zentrale Unterbringungseinrichtungen" mit einer Kapazität von 1400 Plätzen und vier Notunterkünfte für 1175 Menschen.

"Wir stellen eine menschenwürdige Unterbringung sicher", sagte Ministeriums-Sprecherin Birgit Axler. "Niemand steht vor der Tür."

Dass der Platz angesichts steigender Asylbewerberzahlen dennoch nicht reichen könnte, befürchtet Michael Stache, Moderator der Ruhrsuperintendenten-Konferenz. In Dortmund beispielsweise hätten im Sommer 2013 teilweise "katastrophale Zustände" geherrscht.

Auch wenn derzeit die Kapazitäten in Dortmund nicht voll ausgeschöpft seien, "ist es zu erwarten, dass das nur die Ruhe vor dem Sturm ist", so Stache. Erfahrungsgemäß sei die Zahl der Asylbewerber im Sommer und im Herbst am größten.

Das Land NRW verzeichnet einen Anstieg der Asylbewerberzahlen. Im Februar 2012 waren es 907 Erstanträge, im Februar dieses Jahres 2134. "Wir wollen daher unsere Kapazitäten weiter ausdehnen und prüfen, ob wir eine große zentrale Unterbringung in Mönchengladbach schaffen." sagte Axler. - dpa

Quelle: wa.de

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