Mutter vor den Augen der Kinder erstochen

ESSEN - Diese Bilder werden die zwei Mädchen wohl nie wieder aus ihren Köpfen bekommen: Vor rund fünf Monaten wurde ihre Mutter vor ihren Augen erstochen. Täter soll der Vater gewesen sein. Seit Mittwoch muss sich der 36-Jährige aus Marl vor dem Essener Schwurgericht verantworten.

Ihm droht lebenslange Haft plus anschließende Sicherungsverwahrung. Zum Prozessauftakt hat der Angeklagte von seinem Schweigerecht Gebrauch gemacht. Über seinen Verteidiger Hans Reinhardt ließ er die Richter jedoch wissen, dass er sich für den Tod seiner 33 Jahre alten Frau verantwortlich fühle. Die Anklage stimme.

Es war der Abend des 21. Mai 2012, als der Angeklagte mit einem sogenannten Survival-Messer in der Wohnung seiner Ehefrau auftauchte. Das Paar lebte bereits seit mehreren Wochen getrennt. Laut Anklage kam es zu einem lautstarken Streit, in dessen Verlauf der 36-Jährige seiner Frau zunächst zwei Stiche in Hals und Oberkörper versetzte. Insgesamt zählten die Rechtsmediziner später 22 Stichverletzungen.

Die beiden heute sieben und fünf Jahre alten Töchter des Paares mussten die Bluttat mit ansehen. Sie waren damals völlig verstört zu den Nachbarn gelaufen und hatten mit ihren Händen Stichbewegungen nachgemacht. Der Angeklagte war nach der Tat geflohen und hatte die Nacht offenbar auf einem Friedhof verbracht. Am nächsten Tag stellte er sich der Polizei.

Am Rande des Prozesses wurde bekannt, dass der Familienvater als 18-Jähriger seiner damals 14-jährigen Freundin ebenfalls ein Messer in den Rücken gestochen hatte. Die Schülerin hatte den Angriff jedoch überlebt. - lnw

Quelle: wa.de

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