Mundschutz zum Basteln im Müllsack

Corona-Masken: Kita entsetzt über Lieferung aus NRW-Ministerium

Dieses Paket aus dem NRW-Familienministerium löst in manchen Kitas Empörung aus. Die versprochenen Corona-Masken für die Erzieherinnen entpuppen sich als Bastelangebot – geliefert im Müllsack.

  • Seit Montag (8. Juni) gibt es in NRW-Kitas wieder eingeschränkten Regelbetrieb. 
  • Eine Soester Erzieherin ist empört über eine Lieferung Corona-Masken.
  • Das NRW-Familienministerium hatte sie in einem Müllsack verschickt. 

[Update, 9. Juni, 10 Uhr]: Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht: Zum Neustart an den Kitas hat das Gesundheitsministerium in NRW mehrere Millionen Masken an die Kindergärten geschickt. Sie sollten dem Schutz vor dem Coronavirus dienen. Allerdings gab es einen Haken: Die Masken mussten erst noch gebastelt werden. Das sorgte für Zorn bei vielen Kita-Leiterinnen. Die SPD fordert jetzt einen Bericht im Landtag.

"Wir haben aus vielen Kitas die Rückmeldung erhalten, dass sie zum Start des eingeschränkten Regelbetriebs einen Bastelsatz für Mund- und Nasenschutzmasken vom Land erhalten haben sollen. Wenn das stimmt, ist das ein Unding", sagte Dennis Maelzer, familienpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion in NRW: "Erzieherinnen und Erzieher sind doch keine Hobbybastler, die sich jetzt selbst um ihren Gesundheitsschutz kümmern dürfen." Das Land hat etwa drei Millionen Masken zum Schutz vor dem Coronavirus verschickt.

Im Familienausschuss am 18. Juni will die SPD auch erfahren, aus welchen Beständen die Masken für die Kitas kamen. Das Gesundheitsministerium hatte am Montag mitgeteilt, dass zum Start des Regelbetriebs in den Kitas rund zwei Millionen "gebrauchsfertige" Masken mit europäischem FFP2-Standard sowie drei Millionen OP-Masken zum Montieren über die Jugendämter an die Kitas ausgeliefert worden seien. Eine Kita in Soest hat die Masken in einem besonderen Paket erhalten: im Müllsack.

Schutz während Corona: Lieferung der Masken im Müllsack

Soest - Seit Montag (8. Juni) können wieder alle Kinder in die Kitas. Das Land wechselt von der erweiterten Notbetreuung in den eingeschränkten Regelbetrieb. Alle Kinder können dann in reduziertem Umfang wieder ihre Kindertageseinrichtung oder Kindertagespflege besuchen, heißt es dazu vom Ministerium

Damit dabei auch die Corona-Auflagen eingehalten werden, hatte NRW-Familienminister Dr. Joachim Stamp den Kita-Mitarbeitern Mund-Nasen-Schutzmasken zugesichert. Die wurden auch geliefert, haben aber nicht nur Freude ausgelöst. Eine Soester Erzieherin: „Ich bin entsetzt, dass die ja angeblich so hohe Wichtigkeit der Kinderbetreuung eine so geringe Wertschätzung erfährt. Für uns im Kindergarten, ist das mehr als ein schlechter Scherz. Wir finden das schon dreist. Eine echte Ohrfeige.“ 

Corona-Masken: Lieferung für Kitas kam im Müllsack

Was die Soesterin so empört: Die Schutzmasken kommen in den Kitas nicht als fertiges Produkt an, sondern sollen von den Erzieherinnen aus Einzelteilen zusammengesetzt werden. Noch dazu wurde das „Bastelangebot“ in einem blauen Müllsack geliefert. Da gehöre es eigentlich auch hin, meint die Soester Erzieherin gegenüber unserer Zeitung und fügt hinzu: „Das Bastelangebot im Müllsack geht an das Ministerium zurück.“ 

So sehen die Einzelteile der Bastel-Masken aus dem Ministerium aus.

Zwar wird im Kindergarten gerne und viel gebastelt, aber „dafür haben wir keine Zeit. Die Kinder brauchen unsere ganze Aufmerksamkeit.“ Sie hätten es nach so langer Zeit Zuhause auch nicht leicht, sich in einen völlig anderen Kita-Alltag neu einzugewöhnen. „Da ist Geduld und Zeit von uns das Allerwichtigste.“ Zeit zum Masken-Basteln wolle man in der Situation jedenfalls nicht verschwenden.

Kita in Soest schickt Masken-Sack an Ministerium zurück

Ohne Schutzmasken seien die Erzieherinnen aber dennoch nicht: „Da wir uns in den ganzen Wochen der Notbetreuung selbst mit Masken versorgen mussten, haben wir Gott sei Dank noch ein paar selbst gekaufte Ressourcen vor Ort.“

Die Maskenpflicht in NRW gilt beim Einkaufen, Tanken, in Bus und Bahn. Sogar mit Mundschutz gilt in einigen Fällen ein Bußgeld.

Die Coronavirus-Lage im Kreis Soest hat sich entspannt. Allerdings gibt er noch Patienten auf der Intensivstation. Alles zur aktuellen Corona-Situation in NRW gibt es in unserem News-Blog.

Quelle: wa.de

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