NRW: Hoher Anstieg der Flüchtlingszahlen

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[Update 15.15 Uhr] SCHWERTE - Nordrhein-Westfalen rechnet mit einem enormen Anstieg der Flüchtlingszahlen vor allem durch Zuwanderung aus dem Kosovo. Innenminister Ralf Jäger (SPD) geht davon aus, dass über die sonstigen Flüchtlinge hinaus monatlich mehr als 6.000 Menschen vom Westbalkan zusätzlich einen Asylantrag stellen werden. Das geht aus einem Brief an die Regierungspräsidenten hervor.

Es müssten alle Anstrengungen darauf gerichtet werden, "in den nächsten Tagen und Wochen weitere Notunterkünfte für mehrere tausend Flüchtlinge zu akquirieren". Nach Angaben eines Sprechers der für die Erstunterbringung zuständigen Bezirksregierung Arnsberg kommen derzeit pro Tag mehrere hundert Flüchtlinge nach Nordrhein-Westfalen.

Von Dienstag auf Mittwoch hätten sich 973 Flüchtlinge neu gemeldet, von Mittwoch auf Donnerstag 671. Für Donnerstag seien zudem 1.000 Flüchtlinge aus anderen Bundesländern angekündigt worden. Der Anstieg der Flüchtlingszahlen sei nicht vorhersehbar gewesen.

"In den Vorjahren ist der Strom aus der Region im Herbst immer abgebrochen. Das ist in diesem Jahr anders", sagte der Sprecher. Kosovo gilt als Armenhaus Europas. Die Bevölkerung ist die jüngste des Kontinents. Bis zu 60 Prozent der jungen Menschen sind arbeitslos. Tausende sind bereits abgewandert.

Erstaufnahmeeinrichtungen komplett ausgelastet

Jäger verweist in seinem Brief auf Schätzungen nach denen innerhalb eine Jahres 300.000 Menschen, das ist ein Sechstel der Gesamtbevölkerung, Kosovo verlassen werden. Die im vergangenen Jahr auf gut 8.000 Plätze erweiterten Kapazitäten der Erstaufnahmeeinrichtungen seien derzeit so gut wie komplett ausgelastet, sagte der Sprecher der Bezirksregierung. "Wir möchten das gerne bis zum Jahresende auf bis zu 12 000 Plätze ausbauen."

Die Bezirksregierung übernahm unterdessen ein leerstehendes Kolping-Ferienheim in Olpe per Ordnungsverfügung. Dort sollen ab Samstag bis zu 350 Flüchtlinge untergebracht werden. Die Stadt Schwerte erwartet dieses Jahr durch die Kosovo-Flüchtlinge 50 Prozent mehr Zuweisungen als bislang abzusehen. Schwerte hatte im Januar schon 21 Flüchtlinge auf dem Gelände eines ehemaligen Zwangsarbeiterlagers untergebracht.

Die CDU-Landtagsfraktion mahnte einen Notfallplan zur Unterstützung für überlastete Flüchtlingseinrichtungen an. Das Versäumnis der Landesregierung habe fatale Auswirkungen. Leidtragende seien vor allem die hilfesuchenden Flüchtlinge, aber auch die betroffenen Kommunen, sagte der innenpolitische Sprecher, Theo Kruse. - dpa

Quelle: wa.de

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