Die ersten Siedler jenseits des Rheins

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Der Siedlungsplatz ist heute eine Wüstenei. Früher war er offensichtlich ein attraktives Plätzchen. ▪

DÜREN ▪ Sie hätten am liebsten sofort vor Freude über ihren spektakulären Fund gejubelt. Aber aus Angst vor Grabräubern haben die Archäologen still gehalten, Monat für Monat weitergegraben. Jetzt, fast am Ende ihrer Geduldsarbeit, haben sie gestern ihr Geheimnis gelüftet: An der Autobahn zwischen Köln und Düren haben sie das älteste linksrheinische Bauernhaus gefunden. Der Fund bei Düren-Arnoldsweiler ist 7 200 Jahre alt und stammt aus der Jungsteinzeit, die Zeit, in der Jäger und Sammler sesshaft wurden. Außerdem legten die Experten eine ganze Großsiedlung frei – und direkt daneben einen großen Friedhof.

Das sei ein Fund der Extraklasse, befand das Rheinische Amt für Bodendenkmalpflege. Bisher gingen die Wissenschaftler davon aus, dass die ersten vom Osten hereinwandernden Bauern nicht über den Rhein kamen. Das Kapitel wird jetzt fortgeschrieben: Auch jenseits des Rheins ließen sie sich auf fruchtbarem Land nieder und betrieben Ackerbau. Bis dahin hatten die Menschen in Laubhütten gelebt.

Das am Computer rekonstruierte Bauernhaus erinnert an eine Scheune: Bis zu acht Meter hoch und 35 Meter lang, an einem Ende schließt das Haus mit einem schmalen Rechteck ab. „Es hatte 120 bis 140 Quadratmeter Grundfläche“, sagte Archäologe Erwin Cziesla. Der Geschäftsführer der Grabungsfirma „Wurzel Archäologie“ geht davon aus, dass bis zu acht Menschen in dem Haus aus Eichenholz gewohnt haben – wahrscheinlich viele Kinder.

„Man kann davon ausgehen, dass Tiere nicht darin untergebracht waren“, schloss er aus Bodenproben-Untersuchungen. Bleibt auch für ihn die Frage: Warum war das Haus dann so groß? Von diesem Haus ausgehend, hätten sich immer mehr Menschen angesiedelt. 35 Häuser aus der Jungsteinzeit sind freigelegt. „Wahrscheinlich stecken aber noch 40 bis 50 Häuser im Acker“, vermutet Cziesla.

Aus Sicht der Experten ganz ungewöhnlich legten die ersten Siedler gleich neben dem Dorf einen Friedhof an. „Mit 202 und mehr Bestattungen ist es wahrscheinlich der zweitgrößte jungsteinzeitliche Friedhof in Deutschland“, sagte Grabungsleiter Oliver Ungerath. ▪ dpa

Quelle: wa.de

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