Erneut spektakulärer Raubzug auf fahrenden Lkw

KASSEL/DORTMUND  - Rund ein Jahr nach einer Serie von 50 Raubzügen auf fahrende Lkw auf NRW-Autobahnen hat eine Bande erneut zugeschlagen. Dieses Mal raubten Unbekannte auf halsbrecherische Weise einen Lastwagen zwischen Dortmund und Kassel aus, wie die Polizei Kassel am Mittwoch bestätigte.

Eine spektakuläre Serie von 50 Raubzügen auf fahrende Lastwagen in NRW rückt nach einer neuen Tat wieder in den Blickpunkt. Die Beute im aktuellen Fall: iPads und iPhones im Wert von 70 000 Euro.

Der tschechische Fahrer entdeckte den geplünderten Laderaum Dienstagfrüh gegen fünf Uhr während einer Toilettenpause an der A44 kurz vor Kassel. Als er Stunden zuvor eine Pause an der Raststätte Lichtendorf an der A1 bei Dortmund gemacht hatte, war noch alles in Ordnung. Der Lkw hatte im videoüberwachten Bereich der Tankstelle gestanden. Wo genau die Täter dann auf der Autobahn zuschlugen, sei nicht bekannt, erklärte die Polizei. Eine heiße Spur gibt es nach Angaben der Dortmunder Staatsanwaltschaft bislang auch in den früheren Fällen nicht.

Die Ermittler suchen bereits seit mehr als einem Jahr erfolglos nach den dreisten Räubern. Es könnten jetzt die gleichen Täter im Spiel sein, die bereits seit November 2012 in NRW zugeschlagen hatten, meinte die Staatsanwaltschaft. Seit dem damaligen Winter war kein weiterer Fall bekanntgeworden.

Die Unbekannten haben sich darauf spezialisiert, meist nachts und bei hoher Geschwindigkeit mitten auf der Autobahn die Lastwagen von internationalen Paketdiensten zu entern. Im Internet kursiert ein Video aus Rumänien, in dem das abenteuerliche Vorgehen zu sehen ist.

In dem neuesten Fall stahl die Bande iPhones und iPads im Wert von 70 000 Euro. Laut Polizei hatten die Täter das Sicherungsschloss der Plane mit einem Bolzenschneider geknackt. Es deute alles darauf hin, dass die Bande mit einem lebensgefährlichen Fahrmanöver während der Fahrt zuschlug.

Die Methode: Die Männer fahren nachts mit einem Geländewagen hinter den Truck. "Aus dem Seitenfenster oder durch das Schiebedach klettern Täter über die Motorhaube des fahrenden Wagens und gelangen so an die Rückfront des Lkw", so die Polizei. Sie brechen die Tür zum Laderaum auf oder knacken das Schloss der Plane. Dann reichen sie die Beute über die Motorhaube in den Wagen. "Die Aktion dauert in der Regel nur wenige Minuten und wird vom Lkw-Fahrer nicht bemerkt, weil der Wagen der Diebe im "Windschatten" des Lasters fährt."

2008 hatte die Dortmunder Polizei eine auf diese Weise arbeitende Bande dingfest gemacht. Die Beamten hatten mit eigenen Augen beobachtet, wie die Ganoven im Dunkeln von hinten an einen Lastwagen heranfuhren und einer von ihnen über die Motorhaube des eigenen Autos dessen Ladetür erreichen konnte. - lnw

Quelle: wa.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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