Energie nur aus Westfalen

ARNSBERG/BERLIN ▪ Südwestfalen soll Modellregion für die Energiewende in Nordrhein-Westfalen werden. Bis 2020 könnte nach dem Ergebnis einer Studie rund jede dritte im Regierungsbezirk Arnsberg verbrauchte Kilowattstunde Strom aus erneuerbaren Energien stammen. Dabei habe man „konservativ gerechnet“, sagte der Siemens-Energieexperte Jörg Meyer, der die Machbarkeitsstudie im Auftrag der Bezirksregierung Arnsberg erarbeitet hatte. Der Regierungsbezirk habe das technische Potenzial, seinen Energiebedarf in der Zukunft sogar zu 100 Prozent aus in der Region gewonnenen erneuerbaren Energien zu decken.

„Das sind überraschende Ergebnisse“, sagte Regierungspräsident Gerd Bollermann (SPD). Das sei nicht nur für den Klimawandel wichtig, sondern auch „eine Riesenchance für die Wirtschaft in der Region“. Nun sei es wichtig, schnell mit den Kommunen in den Dialog zu kommen und um die Unterstützung der Landesregierung zu werben. Auch die Bürger vor Ort „müssen mitgenommen werden“.

Der Bezirksplanungsrat beauftragte die Bezirksregierung, noch in diesem Jahr einen Gesamtplan für die Energiewende in Südwestfalen vorzulegen. Darin sollen die schlummernden Potenziale erfasst werden. Auf der Grundlage soll ein Aktionsprogramm folgen. Auch die Universitäten und Fachhochschulen in der Region sollen eng einbezogen werden.

Die Mehrheit der Deutschen lehnt einen raschen Ausstieg aus der Kernkraft ab, wenn als Ersatz für die alten Meiler Atomstrom aus dem Ausland gekauft werden muss. 72 Prozent sind gegen Atomstromimporte, ergab eine repräsentative Umfrage des Kölner Meinungsforschungsinstituts YouGov. Allerdings sind die Bürger auch zu finanziellen Opfern bereit, wenn ein Ausstieg ohne Atomstrom aus dem Ausland geschafft wird.

Ein neuer Windpark soll derweil den Startschuss geben für mehr Windkraft von hoher See. Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister und EU-Energiekommissar Günther Oettinger (beide CDU) eröffneten gestern einen weiteren Bauabschnitt zum ersten kommerziellen Offshore-Windpark in der Nordsee, rund 90 Kilometer nordwestlich von Borkum. McAllister nannte die Windenergie eine Jahrhundert-Chance für die Nordseeküste. ▪ dpa/dfb

Quelle: wa.de

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