Eltern sollen über Schule ihrer Kinder entscheiden

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NRW soll ein neues Schulgesetz bekommen. ▪

DÜSSELDORF ▪ Von Detlef Burrichter ▪ Heute wird der Landtag ein neues Schulgesetz beschließen, das den Elternwillen stärkt und bereits zum 1. Januar in Kraft tritt: Eltern von Viertklässlern dürfen damit wieder frei darüber entscheiden, an welcher weiterführenden Schulform sie ihr Kind anmelden. Schon die Empfehlungen der Grundschule auf dem Halbjahreszeugnis 2011 seien damit nicht mehr verbindlich, sagte gestern eine Sprecherin des NRW-Schulministeriums.

Weitere Neuerungen: Die Kopfnoten zum Arbeits- und Sozialverhalten auf den Zeugnissen werden gestrichen. Die Kommunen als Schulträger dürfen wieder feste Einzugsgebiete für Grundschulen festlegen. Und die Schüler bekommen mehr Mitbestimmungsrechte.

Die Annahme des Gesetzespaketes gilt als sicher: Zwar fehlt der rot-grünen Landesregierung eine Stimme zur eigenständigen Mehrheit im Landtag; die Linken-Fraktion signalisierte aber, dass sie sich wie schon im Schulausschuss bei der Abstimmung enthalten werde.

Die schwarz-gelbe Vorgängerregierung hatte die verbindlichen Grundschulgutachten eingeführt, ebenso die Möglichkeit des Probeunterrichts für Kinder, die nicht die Empfehlung für die von ihren Eltern gewünschte Schulform bekamen. Der Elternwille sei mit diesem Verfahren nicht ausreichend berücksichtigt worden, heißt es nun im Gesetzentwurf von SPD und Grünen. Bildungsstudien hatten zudem aufgezeigt, dass sich Grundschulgutachten in vielen Fällen als unrichtig erwiesen.

Auch die Kopfnoten hatten immer wieder für Unmut gesorgt. Lehrergewerkschaften und Schülerverbände hatten die Noten für Leistungsbereitschaft, Zuverlässigkeit/Sorgfalt, Selbstständigkeit, Verantwortungsbereitschaft, Konfliktverhalten und Kooperationsfähigkeit als Rückfall in die 50er Jahre und als Diskriminierung der Schüler kritisiert. CDU und FDP, die die Kopfnoten 2007 einführten, hatten immer wieder auf die Arbeitgeber verwiesen, die auf den Zeugnissen von Schulabgängern Angaben zu Arbeitsverhalten und Sozialkompetenz erwarten würden.

Im Januar erhalten die 2,5 Millionen Schüler in NRW erstmals wieder ein kopfnotenfreies Halbjahreszeugnis. „Unser Weihnachtsgeschenk an Schüler und Lehrer“, sagte Grünen-Bildungsexpertin Sigrid Beer.KommentarÔ

Quelle: wa.de

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