Elektro-Roller aufladen kein Kündigungsgrund

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Der Roller des Anstoßes.

Hamm - Immer mehr Arbeitnehmer wehren sich erfolgreich gegen sogenannte Bagatellkündigungen. Gestern bekam ein 41-jähriger Computerfachmann vor dem Landesarbeitsgericht (LAG) Hamm letztinstanzlich Recht. Dem Familienvater aus Neunkirchen (Kreis Siegen-Wittgenstein) war im Jahr 2009 fristlos gekündigt worden, weil er einen Elektroroller im Betrieb aufgeladen hatte – Kostenpunkt: 1,8 Cent.

Bereits im Januar hatte das Arbeitsgericht Siegen die Kündigung gegen den seit über 19 Jahren in der Firma beschäftigten IT-Fachmann aufgehoben. Der Arbeitgeber legte anschließend jedoch Berufung ein, die das LAG mit seiner Entscheidung gestern abwies. Revision wurde nicht zugelassen. Die Richter nahmen ausdrücklich Bezug auf den Fall der Berliner Kassiererin „Emmely“, die wegen eines unterschlagenen Pfandbons in Höhe von 1,30 Euro nach über 30 Jahren ihre Stelle verlieren sollte. Auch im Fall des Computerfachmanns sei der Schaden äußerst gering, so das Gericht. Zudem habe der Arbeitgeber geduldet, dass unter anderem Handy-Akkus im Betrieb aufgeladen werden durften.

Der Computerfachmann wurde zwischenzeitlich in den Betriebsrat des Unternehmens gewählt und will seine Tätigkeit „auch wenn es schwer werden wird“ auf jeden Fall wieder aufnehmen, wie er erklärte. - LK

Quelle: wa.de

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