Ehemaliger Ruhrbischof Hubert Luthe ist tot

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ESSEN - In Köln stand er an der Seite von Kardinal Hengsbach und war Vorgänger von Kardinal Meisner. Vor allem aber war er "Kumpel Bischof" in Essen. Der ehemalige Ruhrbischof Hubert Luthe ist gestorben.

Der ehemalige Ruhrbischof Hubert Luthe ist tot. Er starb am Dienstag im Alter von 86 Jahren in einem Essener Krankenhaus, wie das Bistum Essen mitteilte. Als Nachfolger des ersten Ruhrbischofs Kardinal Franz Hengsbach war Luthe von 1991 bis 2002 Oberhirte des Essener Bistums.

Der Seelsorger galt als Mann der leisen Töne, der aber offen seine Meinung sagte und auf Menschen zugehen konnte. Bischof Robert Zollitsch, Vorsitzender der Bischofskonferenz, bezeichnete den Verstorbenen "als lebensfrohen Hirten und sensiblen Theologen", der die Sprache der Menschen zu sprechen und Herzen der Gläubigen zu erreichen wusste: "Das Wort vom 'Kumpel Bischof Hubert' war prägend für seine Amtszeit", schrieb Zollitsch laut Mitteilung in einem Beileidsschreiben.

In seiner Amtszeit setzte sich Luthe für den Erhalt von Arbeitsplätzen im Bergbau ein. Außerdem wandte er sich lange Zeit gegen einen Ausstieg der Kirche aus der staatlichen Schwangerenkonfliktberatung, um den "in Not geratenen Frauen zur Seite zu stehen". Von den Katholiken an der Ruhr verabschiedete er sich bei seinem Rücktritt mit den Worten, die Zeit als Bischof von Essen sei "die wichtigste, wohl nicht die leichteste, sicher aber die schönste Zeit" seines Lebens gewesen.

Bevor sein Amt ihn an die Ruhr führte, war der in Lindlar im Oberbergischen Land geborene Hubert Luthe Kaplan in Düsseldorf und Religionslehrer in Köln. Ab 1955 war er enger Mitarbeiter und Sekretär des legendären Kölner Erzbischofs, Kardinal Josef Frings, den er in den 60-er Jahren zu den Beratungen des Vatikanischen Konzils begleitete. Als damals einer der jüngsten Bischöfe in Deutschland wirkte er von 1969 an 22 Jahre lang als Weihbischof. Er stand sogar bis zur Ernennung Joachim Meisners als Erzbischof 15 Monate lang kommissarisch an der Spitze der Diözese Köln.

Nach seiner Emeritierung blieb Luthe im Ruhrgebiet und lebte zuletzt in einer Senioreneinrichtung in Essen. - lnw

Quelle: wa.de

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