Weinhändler erschoss Frau mit Jagdgewehr - Lebenslange Haft

MÜNSTER - Es war eine grausame Bluttat: Am 11. Oktober 2011 hat ein Weinhändler aus Ibbenbüren seine Ehefrau aus nächster Nähe mit einem Jagdgewehr erschossen. Am Mittwoch ist der 52-Jährige vom Schwurgericht Münster wegen heimtückischen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Seine 49-jährige Ehefrau hatte im Bademantel auf der Couch gesessen, als sie der Schuss in den Hinterkopf traf. Auslöser der Tat waren Schulden. Richter Michael Skawran sprach von einer schrecklichen Familientragödie: „Innerhalb einer Sekunde wurde eine nach außen hin harmonische Ehe beendet.“

Der Weinhändler hatte im Prozess erklärt, dass er erst seine Frau und dann sich selbst habe umbringen wollen. Für den Suizid will der Angeklagte jedoch keine  Kraft mehr gehabt haben. Im Prozess hatte er dazu gesagt: „Ich konnte einfach nicht abdrücken.“ Deshalb habe er sich schließlich selbst der Polizei gestellt.

Nach eigenen Angaben hat der 52-Jährige seine Ehefrau nur deshalb umgebracht, weil er keinen Ausweg mehr gesehen habe und sie mit den Schulden nicht alleine lassen wollte. Diese Wertung habe ihm laut Urteil jedoch nicht zugestanden. „Er wusste, dass sie weiterleben wollte“, sagte Richter Skawran.

Das Ehepaar hatte jahrelang über seine Verhältnisse gelebt. Der Weinhändler und die Ärztin spielten Golf und Tennis, gingen regelmäßig auf die Jagd. Zuletzt hatten sich die Schulden auf knapp 70 000 Euro belaufen. Der Gerichtsvollzieher ging im Haus ein und aus. „Man lebte praktisch nur noch von der Hand in den Mund“, hieß es in der Urteilsbegründung. Familie und Freunde hatten von der prekären finanziellen Lage nichts geahnt. - lnw

Quelle: wa.de

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