Ehefrau erschossen: 74-Jähriger unter Verdacht

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BIELEFELD/HALLE - Die Staatsanwaltschaft Bielefeld hat Mordanklage gegen einen 74-Jährigen erhoben, der seine Frau im westfälischen Halle erschossen haben soll.

Der Mann habe befürchtet, dass seine 49 Jahre alte Frau eine Affäre habe, teilte die Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit. Der Beschuldigte habe die Tat einem Zeugen gestanden. Inzwischen bestreite der 74-Jährige die Tat und schweige. Das Landgericht muss jetzt über die Zulassung der Anklage entscheiden.

Die Zeitungsbotin Gabriele O. war am 16. April verschwunden. Sie hatte Zeitungen ausgetragen, ihre Tour aber nicht beendet. Anwohner hatten gegen 4.15 Uhr einen Streit gehört. Nur 200 Meter von dem Haus, an dem sie die letzte Zeitung eingeworfen hatte, wurden ihr Fahrrad und ihr Mobiltelefon gefunden. Ein paar Kilometer entfernt entdeckte eine Joggerin zehn Tage später in einem Wald ihre Leiche. Darauf lag eine Schrotflinte.

Die nicht registrierte Waffe gehört dem Mann. Das hatte er zunächst bestritten. Vier Wochen nach der Tat nahm die Polizei den Jäger fest. Spezialisten des Landeskriminalamtes hatten an der Waffe seine DNA nachgewiesen, sagte die Staatsanwältin Ina Leinkauf.

Günter O. hatte daraufhin ausgesagt, das Gewehr in den 1960er Jahren gekauft, aber nicht angemeldet zu haben. Mit dem Tod seiner Frau habe er aber nichts zu tun. Die habe zuletzt unter Depressionen gelitten. Die Ermittler hätten aber keine Hinweise auf Selbstmord-Tendenzen gefunden, betonte Leinkauf. Es seien auch keine Fingerabdrücke der Frau an der Waffe gefunden worden.

Die Anklage laute auf Mord, sagte Leinkauf. Die Tat sei heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen begangen worden. Es gebe zwar Lebensversicherungen der Frau, nach den bisherigen Erkenntnissen sei Habgier aber nicht das Motiv gewesen. Die Ermittlungen gegen den Sohn des Paares wurden eingestellt. Der 28-Jährige hatte seinem Vater zunächst ein Alibi gegeben, dieses aber später widerrufen. - dpa

Quelle: wa.de

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