Noch eine Woche Vollsperrung

Weitere Reparaturen an Duisburger Rheinbrücke nicht ausgeschlossen

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Rheinbrücke der A40 bei Duisburg

[Update 16.15 Uhr] Duisburg - Die marode und viel befahrene Rheinbrücke auf der Autobahn 40 bei Duisburg bleibt voraussichtlich noch eine weitere Woche gesperrt. Weitere Reparaturen sind aber nicht ausgeschlossen.

Am Donnerstag der kommenden Woche soll die Sperrung aufgehoben werden, teilte NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) am Mittwoch mit. "Nach der Freigabe können Autos und Lkw wieder auf zwei Fahrstreifen je Fahrtrichtung die Brücke passieren."

Wüst hatte in Duisburg Wirtschaftsverbände, Gewerkschaften und Behörden über Sanierungspläne und einen Krisenfahrplan informiert. Experten schätzen den volkswirtschaftlichen Schaden durch die Sperrung auf rund 1,2 Millionen Euro - pro Tag.

Der Verkehrsminister kündigte an, ähnlich wie bei der ebenfalls ramponierten Leverkusener Rheinbrücke eine Waage und eine Sperranlage für überladene Lastwagen installieren zu lassen. Während sich die Leverkusener Schranken vor Fahrzeugen schließen, die ein Gewicht von mehr als 3,5 Tonnen haben, sprach Wüst in Duisburg lediglich von "rechtswidrig überladenen Lkw", die vor der Brücke gestoppt und abgeleitet werden sollten.

Die Brücke Neuenkamp auf der Autobahn 40 bei Duisburg war vor rund einer Woche wegen eines Risses in der Seilverankerung in beide Richtungen für Autos und Lastwagen gesperrt worden. 

Pendler und Lastwagenfahrer müssen seitdem Umwege und kilometerlange Staus in Kauf nehmen. Ersten Prognosen zufolge sollte die Brücke bereits Anfang dieser Woche wieder geöffnet werden.

Die 777 Meter lange Brücke wurde 1970 für bis zu 30 000 Autos am Tag gebaut. Die Belastung durch inzwischen täglich etwa 100 000 Fahrzeuge - davon 10 000 Lastwagen - haben das Bauwerk marode gemacht. 

Fahrbahn und Querträger mussten in den vergangenen Jahren wiederholt repariert werden. Es ist auch bereits ein Neubau geplant. Der wird nach Angaben der von Bund und Ländern getragenen Projektgesellschaft Deges aber frühestens 2026 fertig.

Bis dahin sind weitere Reparaturen an der Brücke nicht ausgeschlossen. "Wer den Zustand dieser Brücke sieht, kann nicht versprechen, dass es mit dieser Reparatur getan ist", sagte Wüst am Mittwoch in Düsseldorf. An der Brücke seien mittlerweile mehr als 50 Schäden gefunden worden. Niemand könne einen Wiederholungsfall ausschließen.

Vor dem Krisentreffen hatte Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link (SPD) schnelle Lösungen gefordert. "Ich erwarte von der Landesregierung eine klare und verlässliche Aussage, wann und wie die Brücke wieder zur Verfügung steht", sagte Link.

Ein Verkehrskollaps am Logistikstandort Duisburg könne nur verhindert werden, wenn der erforderliche Neubau maximal beschleunigt werde, mahnte Link. "Wir brauchen so schnell wie möglich Verkehr, der fließen kann", sagte er vor dem Treffen. Minister Wüst sagte zu, gemeinsam mit dem Bund "alle Möglichkeiten einer weiteren Beschleunigung des Neubaus" anzugehen. - dpa

Alle Informationen zur gesperrten Brücke finden Sie hier 

Quelle: wa.de

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