Düsseldorfer Uni-Klinik plant Anlaufstelle für Pädophile

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Symbolfoto

DÜSSELDORF - Sie sind mit ihrer fatalen Neigung eine Gefahr für Kinder und wissen nicht wohin. Das soll sich in Nordrhein-Westfalen nun ändern. In Düsseldorf sollen Pädophile eine Therapie bekommen.

Die Düsseldorfer Uni-Klinik plant im Kampf gegen den Kindesmissbrauch die erste Anlaufstelle zur Behandlung von Pädophilen in Nordrhein-Westfalen. Es gebe eine Förderzusage des Landes, bestätigte Kliniksprecherin Susanne Dopheide am Mittwoch einen Bericht der "Bild"-Zeitung. Dabei sei das Konzept der Berliner Charité Vorbild. Dort sind unter dem Motto "Kein Täter werden" seit 2005 bereits über 1000 Patienten behandelt worden.

Das 2005 in Berlin gestartete Projekt ("Lieben Sie Kinder mehr als ihnen lieb ist?") hatte deutlich mehr Nachfrage als die Initiatoren selbst erwartet hatten. Es gilt als großer Erfolg und hat inzwischen auch in Hamburg, Kiel, Hannover, Regensburg, Leipzig und Stralsund Anlaufstellen.

Die Stelle in Düsseldorf soll ausschließlich nicht straffällig gewordenen Pädophilen zur Verfügung stehen. Federführend sei Prof. Wolfgang Tress. Noch sei unklar, ob die Anlaufstelle auf dem Gelände der Uni-Klinik angesiedelt wird, oder auf dem der psychiatrischen Landesklinik in Düsseldorf-Grafenberg.

Sexueller Missbrauch von Kindern lässt sich den Sexualmedizinern der Charité zufolge durch eine gezielte Therapie pädophiler Männer eindämmen. Heilbar sei die Neigung allerdings nicht. Mit ihrer Therapie wollen die Ärzte bei den Patienten Mitgefühl mit Kindern als Opfer fördern, ihre Selbstkontrolle stärken und Wahrnehmungsstörungen mindern - zur Not auch mit Medikamenten.

Die Charité geht davon aus, dass in Deutschland rund 200 000 Männer aus allen Altersgruppen und Bildungsschichten pädophile Neigungen haben. In Nordrhein-Westfalen wurden der Polizei im vergangenen Jahr 2700 Fälle von Kindesmissbrauch bekannt. Das war ein Rückgang von 2,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. - dpa

Quelle: wa.de

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