Hunderte Kilo "Ware" entdeckt

Drogen für fast 2 Millionen Euro sichergestellt: Fünfter Dealer sitzt in Haft

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Die Polizei hat im Sauerland bei mehreren Wohnungsdurchsuchungen hunderte Kilogramm Drogen und Rohstoffe im Wert von fast 2 Millionen Euro sichergestellt.

Der Polizei im Sauerland ist einer der größten Schläge gegen den Drogenhandel gelungen: Bei mehreren Wohnungsdurchsuchungen stellten die Ermittler Drogen und Rohstoffe mit einem Verkaufswert im Millionenbereich sicher. Fünf Männer sitzen in Haft, die Polizei ermittelt weiter.

  • Spektakulärer Fund im Sauerland: Die Polizei hat Drogen und Rohstoffe im Wert von fast 2 Millionen Euro sichergestellt.
  • Die Ermittler durchsuchten am Samstag und Sonntag zehn Wohnungen in Sundern (NRW).
  • Fünf Verdächtige sitzen in Untersuchungshaft.

Update, 20. Februar, 10.57 Uhr: Der 32-jährige Mann aus Sundern-Stockum, der am Dienstag im Zuge der Ermittlungen rund um große Drogenfunde in Sundern festgenommen wurde, sitzt in Untersuchungshaft. Das bestätigte Polizeisprecher Sebastian Held auf Nachfrage. Unterdessen laufen die Ermittlungen nach einem der größten Drogenfunde aller Zeiten im Sauerland weiter. 

Drogen in Sundern (Sauerland): Einbruch in durchsuchte Wohnung

Update, 19. Februar, 13.56 Uhr: Polizei und Staatsanwaltschaft haben am Mittwochmittag Einzelheiten zur neuerlichen Festnahme "in dem umfangreichen Verfahren" rund um große Drogenfunde in Sundern genannt. Demnach seien am Dienstag gegen 14 Uhr "nach weiteren Vernehmungen" zivile Beamte zu einer Wohnung in Sundern-Stockum ausgerückt. 

Dort trafen sie auf den 32-jährigen Mieter, der laut Polizei "im Verdacht steht, mit Betäubungsmitteln zu handeln". Bei der Durchsuchung der Wohnung in Sundern-Stockum stellte die Polizei knapp 250 Gramm Drogen sicherstellen. Darüber hinaus fanden die Ermittler Pfeffersprays, Baseballschläger und "dealertypische Utensilien" - unter anderem eine Feinwaage und Druckverschlusstütchen, teilen Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Der 32-Jährige wurde vorläufig festgenommen und wird im Laufe des Mittwochs dem Haftrichter vorgeführt. 

Zudem nannten die Ermittler eine weitere pikante Info rund um den Drogenfund in Sundern: "Bereits am Montag wurde ein Einbruch in eine der durch die Polizei durchsuchten Wohnungen in Sundern gemeldet." Ob der Einbruch mit dem Sachverhalt zusammenhängt, werde nun geprüft. Die Polizei geht also auch der Frage nach, ob möglicherweise weitere Beweismittel vernichtet wurden. 

Drogen in Sundern (Sauerland): Tatverdächtige nicht vorbestraft

Update, 19. Februar, 10.46 Uhr: Im Fall des riesigen Drogenfundes in Sundern im Sauerland hat es nach SauerlandKurier*-Informationen eine weitere Festnahme gegeben. Nähere Informationen dazu will die Polizei im Laufe des Tages bekanntgeben. 

Bei den Ermittlern läuft unterdessen die Aufarbeitung eines der größten Drogenfunde im Sauerland weiter. Wie Polizeisprecher Sebastian Held auf Nachfrage erklärte, seien die festgenommenen Männer aus Sundern bislang nicht polizeilich in Erscheinung getreten. "Die Tatverdächtigen haben alle keine Vorstrafen", sagte Held. Stattdessen hätten die Männer im Alter von 27 bis 35 Jahren, die in der Kernstadt von Sundern sowie den Ortsteilen Stockum und Amecke leben, ein "ganz normales Leben" mit einem regulären Job geführt und im Hintergrund einen regelrechten Drogenring aufgebaut. Denn: "Die Männer haben alle Bezüge zueinander", berichtete Held. 

Drogen in Sundern (Sauerland): Auch Waffen und Handys sichergestellt

Neben den 20 Kilogramm Drogen und 250 Litern Rohstoff zur Herstellung von Amphetamin wurden bei den zehn Wohnungsdurchsuchungen in Sundern auch Waffen (Messer, Schlagstöcke und eine Schreckschusspistole), Handys und SIM-Karten sichergestellt - ein klares Indiz dafür, dass die Männer ihr "Geschäft" professionell betrieben haben.

Ob die Tatverdächtigen sich in den Vernehmungen gegenseitig "reingeritten" haben, wollte der Polizeisprecher nicht sagen: "Zu Inhalten von Vernehmungen äußern wir uns grundsätzlich nicht."

Drogen in Sundern (Sauerland): So berichteten wir am Dienstag

Sundern (NRW) - Solch ein Fund ist bei der Polizei alles andere als alltäglich: In Sundern im Sauerland (NRW) haben Drogenermittler am Wochenende zehn Wohnungen durchgesucht und dabei schier unglaubliche Mengen an Drogen und Rohstoffen für die Herstellung von Drogen sichergestellt. "Es ist einer der größten Schläge gegen die Betäubungsmittelszene im HSK", teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Dienstag mit.

Die Geschichte, der laut Polizei monatelange Ermittlungen vorausgegangen waren, nahm in der Nacht zu Samstag ihren Anfang, wie sauerlandkurier.de* berichtet: Gegen 1.15 Uhr kontrollierten Polizisten an einer Tankstelle auf der Briloner Straße in Meschede das Auto eines 28-jährigen Mannes aus Sundern. Er selbst saß auf dem Beifahrersitz, am Steuer saß ein 30 Jahre alter Mann aus Arnsberg. 

Drogen in Sundern (Sauerland): Amphetaminöl in Auto gefunden

Die Kontrolle im Sauerland wurde schnell spannend: Die Beamten bemerkten bei der Überprüfung des Fahrzeugs eine Flasche, in der offensichtlich Drogen in flüssiger Form - konkret Amphetaminöl, das zur Herstellung von aufputschenden Drogen wie Speed und Pep verwendet wird - transportiert wurde. Der 28-Jährige versuchte noch, die Flache auszukippen, was die Polizisten jedoch verhinderten. Sie stellten das Gefäß sicher und nahmen beide Männer vorläufig fest. Während sich der 30-Jährige Mann aus Arnsberg laut Polizei dabei kooperativ verhielt, leistete der 28-Jährige Sunderner erheblichen Widerstand

Im Anschluss durchsuchten Ermittler die Wohnungen der Männer aus dem Sauerland. In der Wohnung des 28-Jährigen in Sundern stellten sie weitere Betäubungsmittel sicher, die Wohnung des 30-Jährigen in Arnsberg war hingegen "sauber", wie die Polizei berichtet. Der Arnsberger wurde nach den polizeilichen Maßnahmen entlassen. 

Drogen in Sundern (Sauerland): Mehrere Wohnungen in Sundern parallel durchsucht 

Die Kontrolle in Meschede setzte eine ganze Kettenreaktion in Gang: "Am Samstagmorgen folgten weitere Durchsuchungen in Sundern. Durch zivile und uniformierte Beamte wurden fünf Wohnungen parallel durchsucht", erklärte die Polizei. Dabei fanden die Ermittler demnach mehrere Kilogramm verkaufsfertige Drogen - laut Polizei unter anderem Marihuana, Haschisch, Amphetamin und Kokain. Die Mieter der vier Wohnungen in der 27.000-Einwohner-Stadt im Sauerland - vier Männer im Alter von 35, 27, 31 und 30 Jahren - wurden ebenfalls vorläufig festgenommen. 

Damit war der regelrechte "Durchsuchungs-Marathon" aber noch nicht zu Ende: Aufgrund von Hinweisen in den Vernehmungen der Tatverdächtigen durchsuchten die Ermittler vier weitere Wohnungen in Sundern. Bei drei Durchsuchungen am Samstag stellten sie ebenfalls mehrere Kilogramm Drogen sicher, am Sonntag folgte ein besonders großer Fund: Die Beamten fanden 250 Liter Chemikalien, die nach Angaben der Polizei auch für die Herstellung von Amphetamin benötigt werden. Der 33-jährige Mieter der Wohnung wurde daraufhin vorläufig festgenommen und in das Polizeigewahrsam nach Meschede gebracht. 

Drogen in Sundern (Sauerland): So viel stellten die Ermittler insgesamt sicher 

Die sechs Tatverdächtigen, die die Polizei im Zuge der Kontrollen und Durchsuchungen im Sauerland festgenommen hatte, wurden am Sonntag und Montag dem Haftrichter vorgeführt, der gegen alle Haftbefehle erließ. Zwei von ihnen, ein 33-Jähriger und 31-Jähriger, kamen jedoch gegen Auflagen wieder auf freien Fuß. "Alle anderen mussten die angeordnete Untersuchungshaft antreten", heißt es in der Pressemitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft. 

Insgesamt beschlagnahmte die Polizei bei den Durchsuchungen im Sauerland nach eigenen Angaben fast 20 Kilogramm verkaufsfertige Drogen mit einem Verkaufswert von fast 200.000 Euro. Mit den 250 Litern Rohstoff hätten die Tatverdächtigen zudem fast 500 Kilogramm Amphetamin herstellen können, die laut Polizei einen Verkaufswert von fast 1.500.000 Euro ausgemacht hätten. 

Drogen im Sauerland: Mehrere Ermittlungserfolge seit Jahresbeginn

Seit Beginn des Jahres verzeichnete die Polizei im Sauerland bereits mehrere Erfolge im Kampf gegen die Drogenkriminalität - allerdings nicht in dem Maße wie jetzt in Sundern. Dennoch stellten die Ermittler bei einer Wohnungsdurchsuchung kiloweise Haschisch und Amphetamin sicher*. Auch die Drogen, die im Zuge einer Einbrecher-Kontrolle sichergestellt wurden*, hatten einen Verkaufswert von etwa 15.000 Euro. 

*sauerlandkurier.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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