Chaos in den Westfalenhallen zwischen Cosplay und Cartoons

Dritte "German Comic Con" in Dortmund unorganisiert

Dortmund - Wenn Comic-Bösewicht Joker und Superheld Batman Arm in Arm in Kameras grinsen, wenn die Geisterjäger eine gemütliche Unterhaltung mit Anime- und Zeichentrickcharakteren führen und sich mehrere Reys aus der Filmreihe „Star Wars“ gegenübersitzen, müssen wir uns nicht unbedingt in Hollywood befinden. Am Wochenende reichte ein Ausflug in die Westfalenhallen in Dortmund. Dort war zum dritten Mal die „German Comic Con“ Anlaufstelle für Freunde von Graphic Novels, Mangas, Filmen, Serien, Merchandise und Cosplay. Zumindest für all jene, die überhaupt hereinkamen und keine Platzangst hatten.

Dass es unter den Verantwortlichen und Beteiligten arg unorganisiert zuging, war für die Besucher mehr als deutlich ersichtbar. Für die vielen Aussteller von Blu-rays, Fanartikeln aller Art und natürlich Comics, für die Zeichner und Künstler sowie die international bekannten Stars wie Robert Englund oder Alyson Hannigan waren in diesem Jahr lediglich zwei Messehallen vorgesehen, eine weniger als 2016. 

Die so freigewordene Halle wurde für den Einlass genutzt. Vorteil: Die zum Teil wieder hervorragend aussehenden und aufwendig verkleideten und gewandeten Cosplayer und alle anderen Besucher mussten nicht in der Kälte anstehen. Nachteil: Die Haupthallen der Veranstaltung waren teilweise besorgniserregend überfüllt. 

German Comic Con in Dortmund 

Vor allem am Samstag war es bis zum frühen Nachmittag kaum möglich, sich bei den Händlern umzusehen, ohne in ein Gedränge zu geraten. An einem besonders engen Durchgang zwischen den beiden Hallen war mitunter minutenlang gar kein Durchkommen mehr, viele Besucher fühlten sich sichtbar unwohl. 

Andere, die erst gegen Mittag ankamen, wurden, trotz im Vorverkauf erworbener Eintrittskarte, aufgrund der überfüllten Hallen gar nicht mehr hineingelassen. Immerhin reagierten die Veranstalter und bauten für den Sonntag spontan um: Eine weitere kleine Halle wurde dazu gebucht, um die Autogrammstunden mit den Stars dorthin zu verlegen. 

Wer sich von der Masse an Menschen auf zu engem Raum, uninformierten Moderatoren bei den Bühnenshows und schlecht vorbereiteten Workshops den Spaß nicht verderben ließ, erlebte aber wieder viele tolle Momente und Gespräche mit gut gelaunten Händlern und Cosplayern bekannter Film- und Serienreihen, konnte sich Zeichnungen von Nachwuchskünstlern anfertigen lassen, seine Lieblingsstars auf der Bühne sehen und außergewöhnliche Sachen kaufen. 

Doch ein bitterer Nachgeschmack bleibt in diesem Jahr. Es gibt also einiges zu verbessern, damit die Besucher im Winter 2018 in Dortmund eine schönere Zeit erleben können. Die nächste „German Comic Con Dortmund“ findet entweder am 1. und 2. Dezember oder am 8. und 9. Dezember statt. Je nachdem, ob die Besucher der Vorankündigung auf den Fernsehbildschirmen oder der auf den Plakaten Glauben schenken.

Was ist die „German Comic Con Dortmund“?

Die „German Comic Con“ hat ein großes Vorbild: Die „San Diego Comic-Con“. Die weltweit größte Comicmesse ist seit 1970 einer der wichtigsten Termine für Comic-Fans. Am 5. und 6. Dezember 2015 kamen deutsche Fans zum ersten Mal in den Genuss der „German Comic Con“ in den Westfalenhallen. Derselbe Veranstalter organisierte seitdem weitere Ausgaben in Berlin, Frankfurt und München. Die „German Comic Con“, die seit Juni 2016 in Stuttgart sattfindet, wird von anderen Verantwortlichen organisiert. Beide Messen gehören nicht offiziell zur „San Diego Comic-Con“.

Quelle: wa.de

Rubriklistenbild: © Daniel Schinzig

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