Dreifacher Kindermörder stellt neuen Antrag auf Freilassung

WERL - Auf den Fluren der JVA Werl sorgt der Fall schon lange für Bauchschmerzen: Ein dreifacher Kindermörder will auf freien Fuß kommen und hat dazu nach einer Ablehnung im Jahr 2013 erneut einen Antrag gestellt. Am Montag gab es eine nicht öffentliche Anhörung dazu im Landgericht Arnsberg. Eine Entscheidung fällt kurzfristig.

Das teilte Dorina Henkel, Dezernentin für Pressearbeit und Richterin am Landgericht, auf Anzeiger-Anfrage mit.

Der JVA-Insasse habe einen neuen Antrag gestellt, die Reststrafe zur Bewährung auszusetzen und damit auf freien Fuß zu kommen. Die Strafvollstreckungskammer hat eine Stellungnahme abgegeben, zudem gibt es ein psychiatrisches Gutachten. Zum Inhalt sagt Dorina Henkel nichts.

Die Staatsanwaltschaft Bochum hat bei jener Anhörung am Montag beantragt, die bedingte Entlassung des Kindermörders abzulehnen. „Wir sehen die Entlassungsvorbereitungen als unzureichend an“, begründet Staatsanwalt Dietrich Streßig auf Anfrage diesen Schritt.

Man halte Z. für „nicht genügend vorbereitet, um ihn entlassen zu können“. Näher ging der Staatsanwalt unter Hinweis auf das offenen Verfahren nicht auf die Gründe der Ablehnung ein. Sicher spiele die „Risikoabwägung“ eine Rolle bei der Entscheidung – aber nicht nur. Sollte die Arnsberger Kammer der Entlassung von Z. zustimmen, kündigt Streßig bereits Rechtsmittel an – zumindest fristwahrend.

Dass von dem verurteilten Kindermörder schon kurz nach einem Scheitern ein neuer Versuch, in Freiheit zu gelangen, unternommen werden kann, hat Gründe. So hätte das Gericht eine Frist setzen können, wie lange so etwas ausbleiben muss. Das hat es in diesem Fall aber nicht getan.

„Daher hat ein Verurteilter grundsätzlich immer das Recht, einen solchen Antrag zu stellen.“

Drei Kinder im Jahr 1993 getötet 

Der Fall Z. hat für viele Schlagzeilen in der Vergangenheit gesorgt. Der Wittener hatte 1993 zwei Mädchen und einen Jungen im Haus seiner Eltern getötet. „Bestialisch“, wie Medien schrieben.

Mehr zu dem Fall lesen Sie hier: 

Kindermörder verbreitet "immer noch Angst" in Witten

Der damals 26-jährige Feuerwehrmann hatte zwei Mädchen (12 und 14 Jahre alt) und einen Jungen (13) gewürgt und über 100-mal mit einem Messer auf die Kinder eingestochen. Zuvor soll es zu sexuellen Handlungen gekommen sein; die Kinder sollen gedroht haben, Z. zu verraten.

Nach der Bluttat versenkte er die Leichen in einem See bei Kamp-Lintfort. Er gestand die Tat einem Freund gegenüber, dieser verständigte die Polizei.

Das Gericht sprach im Urteil von „absolutem Vernichtungswillen“ – und verurteilte Z. zu lebenslanger Haft.

Wegen der festgestellten besonderen Schwere der Schuld war erst nach 20 Jahren Haft eine erste Überprüfung, ob die Reststrafe zur Bewährung ausgesetzt werden könnte, möglich. Der erste Versuch scheiterte trotz eines offenbar positiven Gutachtens, anhand dessen die Arnsberger Strafvollstreckungskammer die Freilassung befürwortete.

Die Staatsanwaltschaft Bochum legte ein Veto ein, sah ein „Restrisiko“. Das Oberlandesgericht Hamm nahm die Entscheidung daraufhin zurück.

Vorbereitung auf ein Leben in Freiheit

Dennoch wird Z. seitdem auf ein Leben in Freiheit vorbereitet. Darin sah das OLG eine Voraussetzung, damit er überhaupt einen neuen Antrag auf Entlassung stellen kann. Dazu gehört eine stufenweise Lockerung des Vollzugs, über Ausflüge in Begleitung von zwei Vollzugsbeamten, dann „begleitetem Ausgang“ mit einem Vollzugsbeamten und unbegleitetem Ausgang bis zum „Urlaub“ über Nacht.

Den gab es nach Anzeiger-Informationen bereits für den Mann. - bus

Quelle: wa.de

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