Obduktionen abgeschlossen 

Geschwister waren vor Ausbruch des Feuers tot  

DORTMUND - Die drei Kinder, die am Freitag bei einem Wohnungsbrand in der Dortmunder Fichtestraße gestorben sind, fielen alle einer Gewalttat zum Opfer. Das teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am späten Freitagabend mit.

Das ist das Ergebnis der Obduktionen, die am Freitag durchgeführt wurden.

Somit steht fest, dass neben dem zehnjährigen Jungen, der später im Krankenhaus verstarb, auch die vier und zwölf Jahre alten Kinder Opfer einer Gewalttat wurden. Sie waren bereits tot, bevor das Feuer ausbrach.

Nähere Angaben zu Art und Umfang der Verletzungen werden aus ermittlungstaktischen Gründen derzeit nicht bekannt gegeben.

In der Nach zu Freitag sind gegen 5 Uhr an der Fichtestraße in der nördlichen Innenstadt von Dortmund
zwei Kinder im Alter von vier und zwölf Jahren nach einem Wohnungsbrand tot aufgefunden worden. Ein 
zehnjähriger Junge verstarb später im Krankenhaus. Bei den Kindern
handelt es sich um Geschwister.
   
Zur Brandzeit befand sich der Vater nicht in der Wohnung. Er wurde nach einer ersten Befragung in die Obhut seiner Angehörigen übergeben. Ein Tatverdacht gegen den 41 - Jährigen hat sich nicht ergeben.

Die Wohnung hatte nicht mal ein richtiges Namensschild. Der Name steht nur auf einem zerknitterten weißen Zettel an der Tür des grün verputzten Unglückshauses im Dortmunder Norden, direkt neben dem Binnenhafen. Hier sind am Freitag in der Erdgeschosswohnung gegen fünf Uhr früh ein vierjähriger Junge und ein zwölfjähriges Mädchen ums Leben gekommen, der zehn Jahre alte Bruder starb kurz danach im Krankenhaus. Es hatte gebrannt in der Wohnung, aber ob die Kinder durch das Feuer starben - nicht einmal das ist bis zum Mittag bekannt. Drei tote Kinder, die Polizei spricht von Anzeichen für ein Kapitaldelikt. Ansonsten schweigt Polizeisprecher Wolfgang Wieland eisern.

Zwei Fenster im Erdgeschoss sind zersplittert, Scherben liegen am Boden, man kann hereinschauen in die rußgeschwärzte Wohnung. Am Freitagmorgen arbeiten dort die Kriminaltechniker. Man sieht ihre hellen Scheinwerfer von draußen. Über dem Haus kreist ein Polizeihubschrauber. Was ist passiert in der Fichtestraße?

Bilder vom Schauplatz der Tragödie:

Drei Kinder tot bei Wohnungsbrand in Dortmund

Tatsache ist, dass es im selben Haus bei der jetzt betroffenen Familie Ende Februar schon einmal gebrannt hat. Damals wohnten sie im vierten Stock. Die Überreste des offenbar heftigen Feuers sind immer noch zu sehen: Verkohlte Fenster, nur provisorisch mit dunkelgrünen Planen gegen den Regen abgedeckt. Dieses Feuer sei von einem spielenden Kind verursacht worden, sagt die Polizei. Die Familie entkam damals nur knapp.

Nach dem Brand habe er der Familie eine leerstehende Wohnung im Erdgeschoss zugewiesen, sagt der Wohnungsverwalter. Das Haus gehört einer niederländischen Wohnungsgesellschaft.

An Kinder, die mit Feuer gespielt haben, wollen Nachbarn diesmal aber nicht glauben. "Um 5 Uhr morgens? Haben Sie Kinder? Die schlafen um die Zeit", sagt eine Nachbarin, die ihren Namen nicht nennen will. Andere erzählen, dass die Ehefrau des Familienvaters vor wenigen Jahren gestorben sei. Jetzt lebe er mit seiner neuen Partnerin.

Am Unglücksmorgen habe der Vater früh die Wohnung verlassen, weil er geschäftlich zu tun hatte, berichtet ein Nachbar. Seine Partnerin sei fünf Minuten später nachgekommen. Unmittelbar danach habe es gebrannt. Die Polizei bestätigt lediglich, dass der Vater zum Zeitpunkt des Brandes nicht in der Wohnung war.

So bleibt vieles rätselhaft und die Nachbarn finden keine Erklärungen. "Schauen Sie, ich hab die ganze Zeit Gänsehaut", sagt Friederike Mitsilengas. Sie wohnt im Haus nebenan und bricht immer wieder in Tränen aus. Hedwig Ludwig, die auf der anderen Seite im Erdgeschoss wohnt - nur wenige Meter neben dem Brandherd - hat gar nichts mitbekommen und erfährt erst von fragenden Reportern von der Tragödie. "Drei Kinder tot", ruft die 91-Jährige, schlägt die Hand vor den Mund und hält sich mit dem anderen Arm hilfesuchend an einem Laternenpfahl fest. - lnw

Quelle: wa.de

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