Einigung fällt in sich zusammen

Dramatisches Ringen um die Zukunft der Firma Kettler

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Werl/Ense - Das Ringen um die Zukunft des Freizeitartikelproduzenten Kettler mit Standorten in Werl und Ense nimmt immer dramatischere, aber auch völlig unvorhersehbare Formen an.

Eine Einigung, erzielt am vergangenen Donnerstag und mutmaßlich mitteilungsreif am Mittwochmittag, fiel überraschend in sich zusammen. Stiftung und Investor müssen weiter verhandeln, um offene Fragen zu klären. 

Für 13 Uhr hatte die IG Metall die mehr als 730-köpfige Belegschaft am Mittwoch zur Versammlung in die Schützenhalle in Ense-Bremen eingeladen – in der sicheren Erwartung, den Beschäftigten gute Kunde mit in die Betriebsferien zu geben. Natürlich erwarteten die mehr als 400 Männer und Frauen, die gekommen waren, genau diese Botschaft. 

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Umso größer die Betroffenheit, als der 1. Bevollmächtigte der IG Metall, Alfons Eilers, den Mitarbeitern berichtete, die Beteiligten hätten sich „innerhalb der letzten 48 Stunden dreimal um- und neu entschieden“. Neue Fragen seien aufgetaucht, der Vorstand der Heinz-Kettler-Stiftung habe daraufhin die Unterschrift unter das Vertragswerk verweigert, bis diese Punkte zweifelsfrei geklärt seien. 

Investor setzt auf "Made in Germany"

Ungeachtet dieser neuen Entwicklung gehe er weiterhin fest davon aus, dass eine Einigung gelinge, sagte Eilers. Ganz wichtig: Der interessierte Investor – eine europaweit tätige Finanzholding namens Altera Capital S.A.S. – setzt auf das Gütesiegel „Made in Germany“. Das versicherte der Geschäftsführer der GmbH, Olaf Bierhoff, der Belegschaft. 

Nicht minder bedeutsam: Die Heinz-Kettler-Stiftung hat sich grundsätzlich bereit erklärt, die erbetene Finanzspritze zur Verfügung zu stellen. In einer Pressekonferenz im Anschluss an die Versammlung wurde die Summe von 17 Millionen Euro genannt und bestätigt. 

Festhalten an Produktions-Standorten

Die Holding, das betonte Gewerkschafter Eilers gegenüber der Belegschaft, sei bereit, kräftig in das Unternehmen zu investieren. Dabei stehe außer Frage, dass man an den Produktions-Standorten im Großraum Werl festhalten wolle. Die Frage, ob es eine Arbeitsplatzgarantie für die 733 Mitarbeiter gebe, beantwortete Alfons Eilers ausweichend; der Gewerkschafter versicherte, über dieses Thema werde erst verhandelt, wenn die Tinte unter dem Vertrag trocken sei. Allerdings könne man sich durchaus vorstellen, vor dem Hintergrund zahlreicher älterer Mitarbeiter sogenannte „rentennahe Programme“ sprich Altersteilzeit-Modelle aufzulegen. Denn klar ist: Soll dieses Unternehmen fit für die Zukunft gemacht werden, dann braucht es auch junge, frische Köpfe sowie modernisierte Produktionsabläufe – „und nicht nur neue Maschinen, obwohl wir in einigen Bereichen eher einem Industrie-Museum ähneln“, so Eilers. 

„Wir müssen die Mannschaft mitnehmen und qualifizieren“, konkretisierte der Gewerkschafter die notwendigen Entscheidungen. Alles freilich steht unter dem Vorbehalt der sehnlichst erwarteten Einigung. Ein Zeitfenster dafür gibt es nicht.

Quelle: wa.de

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