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Dramatischer Einsatz: Mann stirbt bei Wohnungsbrand in Soest - 16 Bewohner gerettet

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Von: Daniel Schröder

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Im Soester Süden brach in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch ein Brand aus, bei dem ein Mann ums Leben kam.
Im Soester Süden brach in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch ein Brand aus, bei dem ein Mann ums Leben kam. © Daniel Schröder

Bei einem Wohnungsbrand im Soester Süden ist in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch ein Mann gestorben. Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei waren mit einem Großaufgebot im Einsatz.

Soest - Tödlicher Wohnungsbrand in Soest: In einem Mehrfamilienhaus am Hartweg im Süden der Stadt kam in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch ein 58-jähriger Mann in seiner Wohnung ums Leben.

Für die Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei begann der dramatische Einsatz in der Nacht um 0.27 Uhr. Zunächst war über den Notruf lediglich eine „unklare Verrauchung“ im Bereich des Kellers des Mehrfamilienhauses gemeldet worden. Als die Polizei drei Minuten nach dem Notruf als erstes am Einsatzort eintraf, war schnell klar, dass die Rauchentwicklung ihren Ursprung in der Wohnung im ersten Obergeschoss hatte.

Mann stirbt bei Brand in Soest: Polizei bricht Tür auf - Feuerschein leuchtet ihnen entgegen

Die Beamten zertrümmerten die Wohnungstür im unteren Bereich und konnten sofort den Feuerschein erkennen, der ihnen aus der stark verrauchten Wohnung entgegen leuchtete. Sofort war den Polizisten klar, dass sie nicht in die Wohnung vordringen konnten. Deshalb legten sie den Fokus zunächst darauf, das Mehrfamilienhaus zu räumen, in dem 17 Menschen gemeldet waren.

Unter schwerem Atemschutz drangen die Feuerwehrleute in die Wohnung.
Unter schwerem Atemschutz drangen die Feuerwehrleute in die Wohnung. © Daniel Schröder

„Die Räumung hat hervorragend funktioniert“, lobte Christoph Blume, Leiter der Feuerwehr Soest. Die beiden Innenstadtzüge der Soester Feuerwehr waren kurz nach der Polizei vor Ort. Sofort eilte ein Trupp unter schwerem Atemschutz zur Menschenrettung in die Wohnung. Zuvor klemmten sie jedoch einen sogenannten „Rauchschutzvorhang“ in den Türrahmen und verhinderten so, dass sich der heiße und giftige Rauch ins Treppenhaus und von dort in die anderen Wohnungen ausbreiten konnte.

Mann stirbt bei Brand in Soest: Suche unter „Nullsicht“ mit tragischem Ende

„Als die Einsatzkräfte die Wohnung durchsuchten, herrschte aufgrund der starken Rauchentwicklung Nullsicht“, schilderte Christoph Blume. Nach kurzer Zeit hatte die Personensuche ein tragisches Ende: Die Feuerwehrleute fanden eine Person in der Wohnung liegend. Aufgrund der starken Brandverletzungen herrschte für die Einsatzkräfte sofort traurige Gewissheit, dass dem Bewohner nicht mehr geholfen werden konnte.

112 Einsatzkräfte waren vor Ort.
112 Einsatzkräfte waren vor Ort. © Daniel Schröder

„Sie konzentrierten sich daher im Anschluss auf die Brandbekämpfung in der Wohnung“, so der Soester Feuerwehr-Chef. Während die Feuerwehr in der Wohnung gegen den Brand kämpfte, wurden zahlreiche Einsatzkräfte, fast aus dem gesamten Stadtgebiet, nachalarmiert. „Anfangs war unklar, wie stark sich Rauch und Flammen im Haus und möglicherweise an der Außenseite des verwinkelten Gebäudes ausbreiten würden. Bei einer entsprechenden Ausbreitung hätten wir große Personal-Reserven gebraucht. Es war mit einem hohen Kräfte-Ansatz zu rechnen“, erklärte Blume.

Dramatischer Brand-Einsatz in Soest: „Das war hervorragende Team-Arbeit“

Durch das besonnene Handeln der Polizisten und den schnellen Einsatz des Rauchschutzvorhanges konnten jedoch alle Bewohner das Haus rechtzeitig verlassen und eine Ausbreitung verhindert werden. „Das war hervorragende Team-Arbeit“, unterstrich Blume. „Wäre Rauch ins Treppenhaus gedrungen, wäre den Bewohnern der Fluchtweg abgeschnitten gewesen. Dann wäre ein großer Rettungs-Einsatz über die Drehleiter und Steckleitern nötig geworden.“ Die Hausbewohner konnten noch in der Nacht zurück in ihre Wohnungen.

Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.
Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. © Daniel Schröder

So konnte der Einsatz vor Ort für die 112 Feuerwehrleute aus fünf Löschzügen nach knapp einer Stunde beendet werden.

Mann stirbt bei Brand in Soest: „Die Hintergründe sind noch unklar“

Die Polizei erklärte gegenüber unserer Redaktion vor Ort, dass die Kriminalpolizei die Ermittlungen aufgenommen habe. In der Nacht hieß es: „Noch wissen wir nicht, warum es in der Wohnung gebrannt hat. Die Hintergründe sind noch unklar.“ Am Mittwochvormittag erklärte Polizeisprecher Jens Westhaus: „Die Ermittlungen ergaben eine Selbsttötung des 58-Jährigen.“

Hinweis der Redaktion: Wir berichten in der Regel nicht über Selbsttötungen, weil leider durch die Berichterstattung die Nachahmerquote erhöht wird. Wir machen eine Ausnahme, wenn Suizide durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit erfahren. Wenn Sie sich selbst in einer Krisensituation befinden, suchen Sie sich bitte Hilfe, beispielsweise bei der Telefonseelsorge (Tel. 0800-1110111).

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