Dortmunder Denkmal Phoenix-West soll privatwirtschaftlich genutzt werden

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Das Hochofen-Gelände „Phoenix-West“ in Dortmund. In diesem Jahr soll das etwa fünf Hektar große Gelände mitsamt der beiden Hochöfen in die Vermarktung gehen.

DORTMUND - Noch fliegen die Funken an der stillgelegten Hochofenanlage auf dem Dortmunder Phoenix-West-Gelände. In zehn Metern Höhe sitzt ein Arbeiter und gibt neuen Stahltreppen den letzten Schliff.

„Die Braut muss noch ein wenig aufgehübscht werden“, sagt Franz Große-Kreul und lacht. Der Projektleiter beim Stadtentwickler NRW Urban soll das Überbleibsel aus der glorreichen Dortmunder Stahlära verkaufen. In diesem Jahr soll das etwa fünf Hektar große Gelände mitsamt der beiden Hochöfen in die Vermarktung gehen.

Derzeit braucht es jedoch noch einiges an Fantasie, um sich vorzustellen, wie die etwa 70 Meter hohen Öfen in Zukunft genutzt werden könnten. Erste Interessenten hätten sich trotzdem bereits gemeldet, sagt Große-Kreul. „Aber zwischen Interesse haben und beim Notar unterschreiben ist noch ein großer Unterschied“, gibt er zu bedenken.Zudem müssen die Bewerber einiges bieten, wenn sie den Zuschlag bekommen wollen. „Wichtig ist, welche Absicht der Käufer verfolgt“, erläutert Große-Kreul. „Will er das Denkmal erhalten? Schafft er Arbeitsplätze?“ Wenn dies alles der Fall sei, spiele das Geld eine untergeordnete Rolle. „Auch ein symbolischer Preis wäre denkbar“, sagt der Vermarkter.Teuer genug würde der Kauf dann trotzdem noch. Denn obwohl der Landesbetrieb die Hochofenanlage noch ein wenig herrichtet, wird für den neuen Eigentümer noch reichlich Arbeit bleiben. So gibt es etwa noch keine richtigen Räume, die genutzt werden könnten.

Große-Kreul ist trotzdem zuversichtlich, was die Vermarktung angeht. Schließlich gab es einige Schönheitsarbeiten an den Stahlgiganten. So wurden die größten Gefahrenstellen beseitigt. Ein „Skywalk“ erlaubt zudem einen Spaziergang über Teile des Geländes in luftiger Höhe.

„Ich glaube, so aufgehübscht nimmt der Prinz die Braut jetzt gerne“, ist Große-Kreul überzeugt. Vorstellen kann er sich als Käufer vor allem Einrichtungen aus der Freizeit- und Kulturwirtschaft. So sei das Gelände zum Beispiel prädestiniert für Konzerte. „Es ist ein reines Gewerbegebiet, da darf es auch mal lauter werden“, preist Große-Kreul sein „Schätzchen“ an. Festgelegt ist er nicht auf den Freizeitsektor: „Man kann über vieles reden.“

Fest steht nur: Die beiden Hochöfen sollen im Doppelpack abgegeben werden. Und die Chinesen, die bereits vor einigen Jahren einen Dortmunder Schmelzofen abbauten und mit in die Heimat nahmen, werden diesmal wohl nicht mehr zuschlagen. „Die haben den Ofen damals nur gekauft, um ihn nachbauen zu können“, sagt Große-Kreul. - dapd

Quelle: wa.de

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