Hinweise auf Rückkehr des Wolfes in NRW

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Der Wolf ist zurück in Nordrhein-Westfalen. Davon geht Umweltminister Remmel nach weiteren Hinweisen in der Natur aus.

DÜSSELDORF -Zur heimischen Tierwelt gehörte er seit langem nicht mehr. Jetzt ist der Wolf zurück, selbst im Westen Deutschlands. Schafzüchter rüsten auf.

Der Wolf breitet sich in Deutschland aus. Behörden gehen davon aus, dass das Raubtier jetzt auch noch weiter im Westen wieder Fuß fasst. "Meister Isegrim ist wieder da", erklärte Nordrhein-Westfalens Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) am Freitag in Düsseldorf und griff dabei auf den nur noch selten verwendeten Namen aus der Welt der Märchen und Fabeln zurück.

Nicht nur im Märchen war der Wolf der Böse, auch in der Realität wurde er vor langer Zeit gnadenlos verfolgt. Der letzte Wolf auf dem Gebiet des heutigen NRW wurde 1835 erlegt. Rund 180 Jahre später freuen sich jetzt Naturschützer über die Rückkehr des Tieres. Wenige Wochen alte DNA-Spuren aus dem Kreis Minden-Lübbecke weisen daraufhin, dass der Wolf gerade dabei ist, in Ostwestfalen wieder heimisch zu werden.

In Foto-Falle getappt

Das ist aber nicht das einzige Indiz. Nahe der Landesgrenze zu Niedersachsen ist ein Wolf gleich mehrmals in eine Foto-Falle getappt und abgelichtet worden. "Es konnte zwar noch nicht endgültig geklärt werden, ob es sich um eine dauerhafte Rückkehr in der Grenzregion zu Niedersachsen oder um ein durchziehendes Tier handelt. Dies müssen weitere Wolfs-Beobachtungen klären", erläuterte der NRW-Minister.

Nach Auskunft des Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin gehen Wolfs-Experten davon aus, dass ein Tier dann heimisch geworden ist, wenn es mehr als drei Monate in einem Gebiet bleibt.

Streifzüge an der Landesgrenze

Für die Experten des Düsseldorfer Umweltministeriums kommt der aus Niedersachsen nach NRW einwandernde Wolf nicht überraschend. Denn im benachbarten Bundesland vermehrt sich das Raubtier bereits prächtig. Das erzeuge bei Jungtieren Druck, sich ein neues Gebiet zu suchen. Seit Jahren werden Streifzüge an der Landesgrenze zu NRW beobachtet.

Ähnlich sieht das auch Claudia Szentiks vom Leibniz-Institut. "Wenn ein Wolf im Alter von zwei Jahren geschlechtsreif wird, verlässt es sein Rudel und sucht sich seinen eigenen Lebensraum. Den hat es gefunden, wenn das Nahrungsangebot stimmt und er einen Partner für die Fortpflanzung findet", erläutert sie. Nach einer Übersicht des Leibniz-Institut leben in Deutschland derzeit bereits 34 Rudel.

Das erste Wolfsrudel in Deutschland war schon im Jahr 2000 in der Lausitz in Sachsen entdeckt worden. Seitdem sind Rudel und Einzeltiere nach Westen gewandert. Nach einer Einschätzung des Bundesamts für Naturschutz gibt es auch im Teutoburger Wald und in der Eifel günstige Lebensbedingungen für Wölfe. Der Wolf genießt strengen europäischen Schutz und darf nicht gejagt werden.

Gute Bedingungen bieten

"Es ist ein großer Erfolg für den Naturschutz, dass der Wolf nach seiner Ausrottung endlich zurückkehrt. Jetzt sind wir in der Pflicht, ihm bestmögliche Bedingungen zu bieten", unterstrich der Chef des Naturschutzbundes BUND NRW, Holger Sticht, in einer Mitteilung.

Das Land Nordrhein-Westfalen gründete vor fünf Jahren eine Arbeitsgruppe mit Vertretern von Behörden, der Naturschutz- und Jagdverbände sowie der Schafszucht, um Akzeptanz für den Wolf zu schaffen und wirtschaftliche Schäden zu vermeiden. Dazu bietet das Land zum Beispiel Notfall-Sets mit Elektrozaun, Weidezaungerät und Fotofalle an, um Schaftzüchtern bei ihrer Arbeit zu helfen.

Denn völlig konfliktfrei gingen erste Wolfsbesuche in NRW nicht aus: Im Herbst 2009 war ein damals im hessischen Reinhardswald lebender Wolf in den Kreis Höxter gekommen und hatte ein Schaf gerissen. Gegenüber dem Menschen gilt der Wolf, der in der Nacht bis zu 70 Kilometer wandert, als äußerst scheu. Spaziergänger oder Wanderer werden das Tier nach Experten-Meinung nicht zu Gesicht bekommen. - dpa

Quelle: wa.de

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