Dirk Niebel heuert 2015 bei Rheinmetall an

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Dirk Niebel

DÜSSELDORF - Der frühere Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit, Dirk Niebel, geht zum Rüstungskonzern Rheinmetall. Ab 2015 werde er den Vorstand in allen Fragen und Aufgaben der internationalen Strategieentwicklung beraten, teilte der Konzern am Dienstag in Düsseldorf mit.

Darüber hinaus soll der 51-Jährige das oberste Führungsgremium beim Aufbau der globalen Regierungsbeziehungen unterstützen.

Hier finden Sie die offizielle Mitteilung von Rheinmetall.

Rheinmetall beschäftigt weltweit 23.000 Menschen und erzielte zuletzt einen Umsatz von 4,6 Milliarden Euro in den Sparten Automobiltechnik und Rüstung. Fast drei Viertel der Erlöse entfallen auf das Ausland.

Mit der Verpflichtung Niebels setzt das Unternehmen bei der geplanten weiteren Internationalisierung seiner Aktivitäten auf die vielen Kontakte des früheren Bundesministers im Ausland.

Von 2009 bis 2013 war der FDP-Politiker während der schwarz-gelben Koalition unter Angela Merkel (CDU) Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit. Zuvor hatte sich Niebel, dessen Markenzeichen seine Bundeswehrmütze wurde, öffentlich dafür stark gemacht, das Ministerium ganz abzuschaffen.

Während seiner Amtszeit krempelte er mehrere Entwicklungsorganisationen um: Die staatliche GTZ, der DED und Inwent wurden zur Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) fusioniert. In der FDP stand Niebel zuletzt isoliert da, nachdem er die Parteispitze um den damaligen Vorsitzenden Philipp Rösler stark kritisiert hatte.

Seitenwechsler: Politiker und die Wirtschaft

Lukrative Posten in der Wirtschaft haben in den vergangenen Jahren eine Reihe von Politikern gelockt. Eine Auswahl.

ECKART VON KLAEDEN (CDU):  Nach vier Jahren als Staatsminister im Kanzleramt wechselte der 48-Jährige Anfang November 2013 als Leiter der Abteilung Politik und Außenbeziehungen zum Autokonzern Daimler. Der direkte Wechsel sorgte für Kritik, die Berliner Staatsanwaltschaft nahm Ermittlungen wegen des Verdachts der Vorteilsannahme auf.

GERHARD SCHRÖDER (SPD):  Kurz nach seinem Abschied aus dem Kanzleramt übernahm er 2005 den Aufsichtsrats-Vorsitz bei der vom russischen Konzern Gazprom dominierten Ostsee-Pipeline Nord Stream. Schröder hatte sich als Regierungschef für das Projekt eingesetzt.

THOMAS STEG (SPD): Schröders langjähriger Vertrauter ist seit Februar 2012 Generalbevollmächtigter des VW-Konzerns für Außen- und Regierungsbeziehungen. Steg war von 2002 bis 2009 stellvertretender Sprecher der Bundesregierung.

ROLAND KOCH (CDU): Der langjährige hessische Ministerpräsident ist seit Mitte 2011 Vorstandschef des Bilfinger-Baukonzerns.

DIETER ALTHAUS (CDU): Thüringens Ex-Ministerpräsident heuerte im Januar 2010 kurz nach seiner Abwahl beim kanadisch-österreichischen Automobilzulieferer Magna an. Die Opposition kritisierte, dass Magna unter der Regierung Althaus etliche Subventionen erhalten habe.

Ronald Pofalla wird Cheflobbyist der Deutschen Bahn.

HILDEGARD MÜLLER (CDU): Die frühere Kanzleramtsministerin und Vertraute von Kanzlerin Angela Merkel wurde im Oktober 2008 Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Im Kanzleramt war sie für Bund-Länder-Fragen zuständig.

RONALD POFALLA (CDU): In der schwarz-gelben Koalition war er Chef des Bundeskanzleramts und Merkels rechte Hand. Nach der Wahl zog er sich aus der ersten Reihe der Macht zurück. Trotz aller Proteste wechselt Pofalla Anfang nächsten Jahres als Cheflobbyist zur Deutschen Bahn. Dort wird der 55-Jährige Generalbevollmächtigter für politische und internationale Beziehungen. - dpa

Quelle: wa.de

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