Deutsche Bischöfe wollen wählen und am Vertrauen arbeiten

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MÜNSTER - Die Deutsche Bischofskonferenz steht vor einem Umbruch. In Münster wollen die katholischen Bischöfe einen neuen Vorsitzenden wählen. Eine seiner wichtigsten Aufgaben: Vertrauen zurückgewinnen.

Die katholische Kirche muss nach Einschätzung des Münsteraner Bischofs Felix Genn in den kommenden Jahren vor allem verloren gegangenes Vertrauen zurückgewinnen. Nach den Skandalen um sexuellen Missbrauch und Diskussionen um die Kirchenfinanzierung sei dies vorrangiges Ziel, sagte Genn zum Auftakt der Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz am Montag in Münster der Nachrichtenagentur dpa. "Das kann uns nur gelingen, wenn wir wirklich glaubwürdige Zeugen der froh- und freimachenden Botschaft Jesu Christi sind. Das gilt für die Bischöfe natürlich in ganz besonderer Weise."

Im Mittelpunkt des viertägigen Treffens von mehr als 60 Bischöfen und Weihbischöfen steht die Wahl eines neuen Vorsitzenden am Mittwoch. Der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch gibt das Amt nach sechs Jahren aus Altersgründen ab. Wer Nachfolger des 75-Jährigen wird, ist völlig offen.

Der Kirchenrechtler Thomas Schüller sieht diese Situation als Ausdruck eines Personalproblems. "Das Rennen ist so offen wie noch nie. Die Generation der durch das Konzil geprägten Bischöfe hört auf. Und in der Spitze zeigt sich das gleiche wie bei den Priestern", sagte der Professor von der Universität Münster. "Die katholische Kirche hat ein Personalproblem." Die kritische Initiative "Wir sind Kirche" forderte die Bischöfe auf, im Geiste von Papst Franziskus Reformen umzusetzen.

Zollitsch äußerte sich skeptisch zu einem möglichen Umzug der Bischofskonferenz von Bonn nach Berlin. "Es wird in dieser Frage keinen Schnellschuss geben", versicherte er. Es gebe in der Frage einiges zu Bedenken. "Es ist nach meiner Erfahrung gar nicht schlecht, das Sekretariat in Bonn und eine politische Vertretung in Bonn zu haben", fügte er hinzu. Vor kurzem hatte Augsburgs Bischof Konrad Zdarsa in der "Lausitzer Rundschau" den kompletten Umzug in die Hauptstadt vorgeschlagen, unter anderem, um den Apparat zu verschlanken.

Vor der mit Spannung erwarteten Wahl eines neuen Vorsitzenden diskutieren die Bischöfe über grundsätzliche Fragen. Dabei geht es etwa um den Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen, die derzeit nicht am Abendmahl teilnehmen dürfen. Auch die Ergebnisse der jüngsten, vom Papst angestoßenen Umfrage sind Thema. Ergebnis: Viele Katholiken können mit der konservativen Sexualmoral ihrer Kirche nichts anfangen.

Der umstrittene Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst kam nicht nach Münster, wie Zollitsch mitteilte. Franziskus hatte den wegen hoher Baukosten für seinen Bischofssitz in die Kritik geratenen Oberhirten bis zur Klärung der Vorwürfe beurlaubt. Theoretisch hätte Tebartz-van Elst an der Vollversammlung teilnehmen können. Er verzichtete aber und sorgte vielmehr für Verwirrung, weil bis zuletzt weder das Sekretariat der Bischofskonferenz noch die Pressestelle des Bistums Limburg wussten, welche Entscheidung er getroffen hat.

Quelle: wa.de

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