Kriminalität in NRW: Deutlicher Anstieg

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Die Kriminalitätsbelastung ist in NRW in den vergangenen drei Jahrzehnten deutlich angestiegen.

DÜSSELDORF - Fast fünfmal mehr Betrügereien, fast dreimal mehr Drogendelikte und mehr als doppelt so viele Wohnungseinbrüche - der langfristige Blick auf die vergangenen 30 Jahre zeigt: Die Kriminalitätsbelastung in NRW ist deutlich gestiegen.

Die registrierte Kriminalität ist in NRW in den vergangenen drei Jahrzehnten um rund 40 Prozent gestiegen. Wurden 1980 noch gut eine Million Straftaten registriert, waren es 2012 bereits 1,5 Millionen. Das geht aus einer am Donnnerstag bekanntgewordenen Antwort des NRW-Innenministeriums auf eine Anfrage der CDU-Fraktion hervor. Immerhin stieg im gleichen Zeitraum auch die Aufklärungsquote von 40 auf 49 Prozent.

Dramatisch sieht die Entwicklung bei den Wohnungseinbrüchen aus: Die haben sich von 26 000 im Jahr 1980 auf 54 000 mehr als verdoppelt. Dabei hat sich die Aufklärungsquote von 24,7 auf 13,8 Prozent fast halbiert.

Die Zahlen bestätigen, dass die Wohnungseinbrüche zum "Geschäftsfeld" internationaler Diebesbanden geworden sind: Der Anteil der ausländischen Verdächtigen vervierfachte sich von 1980 mit acht Prozent auf 35 Prozent im vergangenen Jahr. Besonders rasant verlief die Entwicklung in den vergangenen fünf Jahren: War 2008 noch jeder vierte Verdächtige Ausländer, war es im vergangenen Jahr bereits jeder dritte.

Experten hatten in der Vergangenheit einen Zusammenhang mit der Abschaffung der Visa-Pflicht für einige südosteuropäische Länder ausgemacht. Fasst man die schweren Diebstähle zusammen, relativiert sich das Geschehen: Wurden 1980 noch 434 000 schwere Diebstähle registriert, waren es im vergangenen Jahr nur noch 327 000 - ein Rückgang von fast 25 Prozent.

So sind die Diebstähle aus Autos nahezu stabil geblieben: von 111 000 im Jahr 1980 auf 114 000 im vergangenen Jahr. Zwischenzeitlich gab es allerdings erhebliche Schwankungen: 1987 wurden 264 000 Diebstähle aus Kfz festgestellt, im Jahr 2010 war die Zahl auf den Niedrigstand von 83 000 gesunken.

Der eigentliche Treiber der Kriminalitätsrate ist aber der Betrug: Von 56 000 Betrugsfällen vor gut 30 Jahren auf 264 000 im vergangenen Jahr hat sich die Zahl der Betrügereien fast verfünffacht - das allein macht etwa die Hälfte des gesamten Kriminalitätsanstiegs aus.

Dagegen nimmt sich der Anstieg der Rauschgift-Delikte beinahe moderat aus: Von 19 000 im Jahr 1980 auf 53 000 in 2012 haben sich diese Taten fast verdreifacht. Das alles muss die Polizei mit dem nahezu gleichen Personalbestand wie 1980 von gut 40 000 Polizisten stemmen.

Der innenpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Theo Kruse, wies darauf hin, dass die Gesamtkriminalität in Nordrhein-Westfalen während der schwarz-gelben Regierungszeit von 2005 bis 2010 gesunken sei. Seither steige sie wieder an. Der Zustand der inneren Sicherheit in NRW sei "desolat". Die "Bild"-Zeitung hatte am Donnerstag zuerst über die Zahlen berichtet. - dpa

Quelle: wa.de

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