Rätsel um uralte Baby-Mumie gelöst

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Restauratorin Heidi Hildenböker betrachtet im Lippischen Landesmuseum in Detmold die Kindermumie.

DETMOLD - Das Rätsel um eine uralte Baby-Mumie ist gelöst. Der aus Südamerika stammende Säugling, der im Lippischen Landesmuseum in Detmold ausgestellt ist, starb vor rund 6500 Jahren an einem schweren Herzfehler.

Das haben jetzt Wissenschaftler des Herz- und Diabeteszentrums NRW in Bad Oeynhausen festgestellt. Todesursache sei ein sogenanntes Hypoplastisches Linksherzsyndrom (HLHS) gewesen, teilte das nordrhein-westfälische Museum am Freitag mit. Das kauernde Kind mit geschlossenen Augen ist eine der ältesten Mumien der Welt.

Bei HLHS ist die linke Herzkammer zu klein, die rechte dagegen vergrößert. Dies sei ein sehr seltener, besonders schwerwiegender und komplexer Herzdefekt, der heute in nur wenigen Spezialzentren behandelt werden könne, hieß es. Mit der Untersuchung der Mumie sei bewiesen, dass es diese angeborene Herzerkrankung bereits vor Tausenden Jahren gegeben habe.

Erst vor wenigen Jahren hatten Forscher die herausragende Bedeutung der Mumie aus den Anden entdeckt. Sie konnten belegen, dass sie fast doppelt so alt ist wie die Mumie des Pharaos Tutanchamun. Drei Jahre lang war das Kind in der Ausstellung "Mummies of the World" in verschiedenen Städten der USA gezeigt worden und begeisterte Besucher. Nun ist es wieder in Detmold.

Das etwa zehn Monate alte Baby war 1987 als private Schenkung in das Völkerkundliche Museum Witzenhausen bei Kassel gekommen. Aus einem Bündel alter Stofffetzen schauten nur die Füßchen hervor. Als Schimmel die Mumie befiel, brachte man sie nach Detmold, wo sie konserviert und vor dem Zerfall gerettet wurde.

Die Mumie war jetzt mit einem hochauflösenden Computertomographen untersucht worden. Die Forscher werteten die Bilder aus und erstellten ein dreidimensionales Modell des fehlgebildeten Herzens per 3D-Drucker. Unbehandelt führe die Fehlbildung im frühen Säuglingsalter zum Tod, sagte der Kinderkardiologe Nikolaus Haas. Für die Therapie sind drei Operationen notwendig. Die Überlebensrate betrage über 70 Prozent. - dpa/lnw

Quelle: wa.de

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