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„Vollkatastrophe“: Drastische Kritik am Impftermin-Chaos in NRW

In NRW können seit Montagfrüh Impf-Termine für Impfzentren vereinbart werden. Doch es kam schon nach kurzer Zeit zu Problemen bei der Anmeldung. Alle Entwicklungen zur Corona-Impfung im Newsticker.

Update: 26. Januar, 11.43 Uhr. Nachdem beim Termin-Start für die Coronavirus-Impfungen in NRW sowohl die Telefon-Hotline als auch die Webseite wegen Überlastung ausgefallen waren, hagelte es Kritik auch vonseiten der Politik. Mona Neubaur, Landesvorsitzende der Grünen in NRW, nannte den Start bei einem Pressetermin am Montag (25. Januar) eine „Vollkatastrophe“. Es müsse nun unverzüglich nachgesteuert werden.

Auch Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von NRW, räumte ein, dass es anfangs Probleme bei der Terminvergabe gegeben habe. Es seien jedoch auch viele zehntausende Termine für Coronavirus-Impfungen vergeben worden und die Vergabe sei auch noch in den kommenden Tagen möglich. Neubaur forderte daraufhin auf Twitter die Zusage, dass nun schnellstmöglich an Verbesserungen des Systems gearbeitet werde.

Dank an MitarbeiterInnen, die in der Not das Beste rausgeholt haben & sich entschuldigen, dass die selbst formulierten Erwartungen nicht erfüllt werden konnten. Und die Zusage, dass alles dafür getan wird, es schnell besser hinzukriegen. Das wäre der Lage angemessen.

Mona Neubaur

Die „Vollkatastrophe“ bei der Vergabe der Impftermine in NRW wird vermutlich auch Thema beim Impfgipfel sein, zu dem sich Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten der Länder, mehreren Bundesministern sowie Vertretern der Impfstoff-Hersteller und der EU-Kommission am 1. Februar in einer Video-Konferenz treffen wird. Auch die vielen unterschiedlichen Virus-Varianten werden dann Thema sein. Bei mehreren Menschen in Ostwestfalen wurde die Corona-Mutation aus Großbritannien inzwischen nachgewiesen, unter anderem in Bielefeld und den Kreisen Paderborn, Gütersloh und Lippe. Die Corona-Impfungen beim Hausarzt starten in Deutschland frühstens nach Ostern.

Corona-Impfung: Startprobleme bei der Terminvergabe für Impfzentren in NRW

Update: 26. Januar, 6.57 Uhr. Der Startschuss für die Vergabe von Impfterminen in NRW fiel am Montag – doch schon nach kurzer Zeit stießen die Systeme an ihre Grenzen: Sowohl die Internetseite www.116117.de als auch die Hotline 116117 waren kurz nach Beginn schon nicht mehr erreichbar. Die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNO) spricht von einer „extreme[n] Inanspruchnahme der Buchungsmöglichkeiten online und telefonisch“.

Dennoch hätten rund 70.000 Menschen aus NRW über 80 Jahren Termine für ihre Erst- und Zweitimpfung vereinbaren können, wie die KVNO weiter berichtet. Etwa 70 Prozent von ihnen hätten dafür die Webseite benutzt, etwa 30 Prozent die Hotline. Auf die Internetseite sei bis zum Mittag etwa 36 Millionen mal zugegriffen worden.

Die Terminvergabe ist aus Sicht der KV Nordrhein gut gestartet. Wie zu erwarten, haben in den ersten Stunden besonders viele Menschen gleichzeitig die kostenlose Termin-Hotline angerufen oder das Onlineportal aufgerufen, sodass es zeitweise zu einer Überlastung der Systeme kam. Online mussten auch ein paar technische Korrekturen vorgenommen werden, die sich erst im Live-Betrieb zeigten. Diese Einschränkungen konnten wir im Laufe des Tages weitgehend bereinigen, sodass etwa die Wartezeit an der Hotline am Nachmittag nur noch bei durchschnittlich fünf Minuten lag

Dr. med. Frank Bergmann, Vorstandsvorsitzender der KV Nordrhein

Wer impfberechtigt ist, aber wegen der Systemüberlastung noch keinen Termin für eine Coronavirus-Impfung vereinbaren konnte, der muss es einfach weiter versuchen. Die Leitung der Hotline bleibt weiterhin offen und die Webseite online, wie Dr. Frank Bermgmann, Vorstandsvorsitzender der KVNO, sagt: „Die Impfung beginnt ja erst am 8. Februar. Die Systeme bleiben offen und es sind ausreichend Impftermine für die Über-80-Jährigen verfügbar. Die Impfung dieser Bevölkerungsgruppe wird bis in den April hinein dauern.“

Corona-Impfung: Terminvergabe für Impfzentren gestartet – doch die Webseite ist überlastet

Update: 25. Januar, 10.02 Uhr. Noch immer ist die Webseite des Kassenärztlichen Bereitschaftsdienstes überlastet. Seit 8 Uhr können in NRW Termine für die Coronavirus-Impfung in den Impfzentren gemacht werden. Doch seit der Früh ist die Internetseite www.1167117.de nicht erreichbar. Vermutlich ist die Seite aufgrund von zu vielen Zugriffen überlastet. Impfberechtigte können für die Terminvergabe auch die Hotline 116 117 nutzen.

NRW: Terminvergabe für Corona-Impfungen gestartet – Internetseite nicht erreichbar

Update: 25. Januar, 9.05 Uhr. Seit Montagmorgen können in NRW nun Termine in den Impfzentren gemacht werden. Seit 8 Uhr ist die Anmeldung für die Erst- und Zweitimpfung möglich. Dies kann entweder telefonisch unter der Rufnummer 116 117 oder im Internet erfolgen. Die Webseite www.116117.de war am Morgen kurz nach Start der Impfterminvergabe jedoch nicht mehr erreichbar. Vermutlich hatten zu viele Zugriffe auf die Internetseite dafür gesorgt, dass der Server überlastet ist.

Die Impfzentren in NRW sollen am 8. Februar ihren Betrieb aufnehmen und die ersten Menschen gegen das Coronavirus impfen. Zunächst werden die Zentren jedoch nicht mit voller Auslastung arbeiten. Es fehlt nach wie vor an ausreichend Impfstoff. Zuletzt hatte es bei Biontech einen Lieferengpass gegeben.

Lieferengpass bei Biontech: NRW verhängt Impfstopp in Kliniken

Update: 20. Januar. Die Liefereinschränkungen beim Mainzer Unternehmen Biontech wirken sich nun auf die Impfungen in NRW aus. Das Bundesland hat einen sofortigen Impfstopp für alle landesweiten Krankenhäuser verhängt. Zudem wird der Start für die Impfungen der über 80-Jährigen, die zu Hause leben, verschoben.

Die Impfzentren in NRW und im Münsterland werden ihren Impfstart auf den 8. Februar verlegen, sagte ein Sprecher des NRW-Gesundheitsministeriums. „Die von Biontech aktuell mitgeteilten geänderten Liefermengen machen zwingend eine Änderung der Impfplanung erforderlich“, heißt es in einem Schreiben des Ministeriums an die Koordinierungsstellen der Impfzentren in den Kreisen und Kommunen.

Personen, die bereits ihre erste Impfung bekommen haben und auf ihre zweite Dosis warten, werden dieser trotzdem erhalten. Der Lieferengpass bei Biontech und Pfizer entstand durch Umbauten in einem Abfüllwerk.

Corona-Impfung: So wirkt die erste Dosis von Biontech

Update: 15. Januar. Die nächste Phase im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie wird bald in allen deutschen Städten eingeläutet. Ab dem 1. Februar beginnt auch in Münster die Impfung der ältesten Bevölkerungsgruppe. In der Domstadt sind es 16.000 Menschen, die den Impfstoff nach und nach verabreicht bekommen.

Die Impfung gegen das Coronavirus wird in zwei Dosierungen verabreicht, die im Abstand von etwa drei Wochen erfolgen. Eine Studie aus Israel im Auftrag der israelischen Krankenkasse Clalit zeigt nun, welche Wirkung die erste Dosis des Impfstoffs von Biontech hat. Diese zeigte 14 Tage nach der ersten Verabreichung des Vakzins einen Rückgang der Corona-Infektionen um knapp 33 Prozent.

Dabei wurden 200.000 sowohl geimpfte als auch ungeimpfte Personen über 60 Jahre untersucht und verglichen. Zwischen dem fünften und dem zwölften Tag nach der Impfung verzeichneten dabei beide Gruppen noch eine selbe Anzahl an Coronavirus-Neuinfektionen.

„Es handelt sich um vorläufige, aber ermutigende Ergebnisse“, erklärte Medizinprofessor Ran Balicer die Ergebnisse der Studie. Diese würden noch einmal verdeutlichen, dass eine zweite Dosis wichtig sei, um sich sicher gegen das Coronavirus zu schützen. Die knapp 95-prozentige Wirkung des Biontech-Impfstoffs setzt erst etwa zwei Wochen nach der zweiten Impfung ein.

Kommt bald der dritte Corona-Impfstoff nach Deutschland?

Update: 12. Januar. Vergangene Woche wurde der Impfstoff des US-Unternehmens Moderna in der EU zugelassen. Seit dem heutigen Dienstag (12. Januar) darf er auch in Deutschland verabreicht werden. Es ist somit der zweite Impfstoff gegen das Coronavirus, der seinen Weg in die Bundesländer findet. In diesem Zusammenhang betonte Gesundheitsminister Jens Spahn, dass die Bürger bei ihrer Impfung nicht zwischen den beiden Impfstoffen entscheiden können.

Nun könnte ein dritter Impfstoff bald in der EU zugelassen werden. Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) will bis Ende Januar die Bewertung für eine mögliche Zulassung des Impfstoffs von Astra-Zeneca abschließen. Die Entscheidung könnte bis zum 29. Januar fallen. Die EMA hat bislang einen Antrag auf bedingte Marktzulassung für das Vakzin des britisch-schwedischen Arzneimittelkonzerns erhalten. In Großbritannien ist der Astra-Zeneca-Impfstoff bereits seit Dezember zugelassen.

Bundesland:NRW
Einwohner:17,93 Millionen (Stand: 2019)
Hauptstadt:Düsseldorf
Ministerpräsident:Armin Laschet (CDU)

EU bestellt 300 Millionen weitere Impfdosen bei Biontech

Update: 8. Januar, 16.53 Uhr. Nachdem die EU sowie die Bundesregierung für die spärliche Anzahl an gelieferten Impfdosen von Biontech und Pfizer in den vergangenen Tagen kritisiert worden war, gibt es jetzt Nachschub. Die EU-Kommission hat einen Vertrag für die Lieferung von weiteren 300 Millionen Impfdosen unterschrieben.

Davon sollten 75 Millionen Dosen bereits im zweiten Quartal 2021 zur Verfügung stehen, kündigte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen an. In Deutschland wurde vor allem der Gesundheitsminister für die nationale Impfstrategie gegen das Coronavirus kritisiert – auch von Politikern aus der Koalition. Aufgrund dessen sanken die Beliebtheitswerte von Jens Spahn in den vergangenen Tagen.

Darüber hinaus hat eine jüngste Forschung an der Universität Texas und dem US-Unternehmen Pfizer ergeben, dass der Impfstoff von Biontech/Pfizer auch gegen die beiden Coronavirus-Mutationen wirksam ist, die in England und Südafrika entstanden sind.

Positive Coronavirus-Fälle nach erster Impfung in Warendorf

Update: 8. Januar, 9.45 Uhr. Im Kreis Warendorf hat es positive Coronavirus-Fälle bei Menschen gegeben, die bereits im Dezember 2020 ihre erste Impfung erhalten haben. Elf Bewohner sowie 13 Mitarbeiter eines Altenheimes wurden in der Stadt im Münsterland positiv auf Sars-CoV-2 getestet.

Wie das Gesundheitsamt des Kreises Warendorf betont, bestehe nach der ersten Impfung gegen das Coronavirus nur ein Schutz von 50 bis 80 Prozent. Erst nach der zweiten Dosis gebe es fast vollständigen Schutz vor einer Ansteckung. Wie es in dem Altenheim in Warendorf zu den Infektionen kam, ist noch unklar. Derweil wurde eine für die kommenden Tage geplante Impfung in einem Pflegeheim in Telgte verschoben, nachdem dort 42 Personen (27 Bewohner und 15 Mitarbeiter) positiv getestet worden sind.

So unterscheiden sich die Impfstoffe von Moderna und Biontech

Update: 7. Januar, 16.40 Uhr. Die Europäische Kommission hat grünes Licht für den Impfstoff der US-Firma Moderna gegeben. Der neu zugelassene Stoff funktioniert ebenfalls, wie auch das Biontech-Vakzin, mit mRNA, sogenannter Messenger-Ribonukleinsäure. Er wirkt mit einer Zuverlässigkeit von 94,1 Prozent, während der deutsche Impfstoff 95 Prozent erreicht. Bei beiden Stoffen ist bislang noch nicht klar, wie lange die Impfdauer anhält. Experten aus NRW gehen davon aus, dass beide Vakzine auch für die Coronavirus-Mutation* aus Großbritannien wirken.

Die Impfstoffe ähneln sich auch in Bezug auf die Verabreichung. Der Stoff von Moderna wird vier Wochen nach der ersten Impfung zum zweiten Mal gespritzt. Er wird gebrauchsfertig geliefert. Bei dem Biontech-Stoff, der mit einer Natriumchlorid-Lösung verdünnt werden muss, sind es zwei bis drei Wochen. Die Spritze wird jeweils in den Oberarm gegeben.

Die Nebenwirkungen der beiden Impfstoffe sind dieselben. Auch das Moderna-Vakzin wurde in einer klinischen Studie getestet, woran sich 30.000 Menschen beteiligten. Es wird erst ab 18 Jahren verabreicht, ist jedoch nicht für Personen mit Allergien geeignet. Das raten Experten zur Coronavirus-Impfung mit dem mRNA-Vakzin von Biontech*. Für die Lagerung des Impfstoffs reichen allerdings minus 20 Grad, bei Biontech müssen es minus 70 Grad sein.

Grünes Licht der EU: Impfstoff von Moderna wird Zulassung erhalten

Update: 6. Januar, 14.05 Uhr. Nachdem zum Ende des vergangenen Jahres der Coronavirus-Impfstoff von Biontech und Pfizer in der EU zugelassen worden war, kommt bald wohl ein zweiter hinzu. Die europäische Arzneimittelbehörde Ema hat beschlossen, sich für die Zulassung des Impfstoffs des US-Unternehmens Moderna für Personen ab 18 Jahren auszusprechen. Dieser war zuvor schon in den USA genehmigt worden.

Die Europäische Kommission muss nur noch grünes Licht für die Zulassung geben – was jedoch als Formsache gilt. „Gute Nachrichten für unsere Bemühungen, mehr Covid-19-Impfstoff zu den Europäern zu bringen“, twitterte Ursula von der Leyen, Präsidentin der EU-Kommission, über die bevorstehende Zulassung des Moderna-Impfstoffs, der dann auch bald seinen Weg nach NRW finden wird.

Derweil hat sich Gesundheitsminister Jens Spahn gegen die heftige Kritik an der Impfstrategie der Bundesregierung gewehrt. „Wir haben genug, mehr als genug Impfstoffe bestellt“, sagte der CDU-Politiker. Laut Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) sind bis Mittwoch (6. Januar) 367.331 Menschen in Deutschland für eine Impfung registriert worden.

Impfungen in NRW: So geht es in den kommenden Wochen weiter

Update: 6. Januar, 9.15 Uhr. Für die über 80-Jährigen geht auch in NRW schon bald das Impfen los. Das Gesundheitsministerium des Landes hat nun bekannt gegeben, wie die berechtigten Personen im Februar einen Impftermin bekommen werden. So wird ab der dritten Januarwoche ein Brief von Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) bei den Impfberechtigten eintrudeln, der über die Kreise und Kommunen verschickt wird.

„Der Brief kündigt den Beginn der Impfungen für diese Zielgruppe in den Impfzentren Anfang Februar an und klärt über den Ablauf von der Terminvereinbarung über die Telefonhotline 116 117 bis zur zweiten Impfung auf“, sagte ein Ministeriumssprecher am Dienstag (5. Januar) der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Kritik gab es derweil einmal mehr am Ablauf der Impfungen in NRW.

Der Heinsberger Landrat Stephan Pusch (CDU) warf der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) vor, sich „überhaupt nicht in die Karten gucken“ zu lassen. Vor allem das geringe Tempo, mit dem die Impfungen in NRW voranschritten, werde zum Problem, da alleine in Puschs Kreis über 16.000 Menschen über 80 Jahre leben. Mit dem bisherigen Tempo würde die Impfung der Personen über 20 Wochen dauern, so der Landrat weiter.

Auf dem Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer lasten große Hoffnungen. (Archivfoto)

NRW startet Impfungen für Klinikpersonal

Update: 5. Januar. Nach dringenden Appellen der Ärzteschaft bietet das Land NRW nun ab dem 18. Januar Coronavirus-Impfungen für Krankenhauspersonal an. Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) bestätigte am Montag (4. Januar), dass Beschäftigte, die im engen Kontakt mit Covid-19-Patienten sind, den Impfstoff ab diesem Tag bekommen werden.

Alle 90.000 Beschäftigten in NRW sollen bis zum 24. Januar Zugang zu Coronavirus-Impfungen mit dem mRNA-Impfstoff bekommen, so Laumann weiter. Derweil wies der Gesundheitsminister jegliche Kritik an der Beschaffung des Impfstoffs (wir berichteten) von sich. „Ich sehe da überhaupt keine Fehler“, sagte der CDU-Politiker. Es sei völlig richtig gewesen, zunächst auf verschiedene Hersteller zu setzen. Lediglich die begrenzten Produktkapazitäten seien problematisch gewesen.

Wie es in Sachen Lockdown nach dem 10. Januar in NRW weitergehen wird, ließ Karl-Josef Laumann jedoch noch offen. Der Lockdown soll allem Anschein nach bis zum 31. Januar verlängert werden – diskutiert wird darüber, ob Schulen und Kitas in dieser Zeit weiterhin geschlossen bleiben oder nicht. Der Minister betonte jedoch: „Man muss sich ja nur die Infektionszahlen ansehen und normalen Menschenverstand haben, dann weiß man, dass für Öffnungen nicht sehr viel Spielraum ist.“

„Chaotische Zustände“: Kritik an Impfstrategie der Bundesregierung

Update: 4. Januar. Das große Impfen hat in Deutschland mittlerweile begonnen – doch mit Blick auf andere Länder mehrt sich bundesweit die Kritik an der hiesigen Impfstrategie der Bundesregierung. Bei der Beschaffung des Impfstoffs von Biontech und Pfizer hat es erhebliche Schwierigkeiten gegeben, sodass einige Bundesländer weitaus weniger Impfdosen bekamen als zunächst angenommen.

„Ich halte die derzeitige Situation für grobes Versagen der Verantwortlichen“, sagte Frauke Zipp, eine der führenden Neurologinnen. Die Bundesregierung hätte bereits im vergangenen Sommer weitaus mehr Impfstoffe „auf Risiko“ bestellen sollen. „Vor kurzem gab es noch offizielle Totengedenken, jetzt zählt offenbar nicht mehr jeder Tag, an dem Menschenleben gerettet werden könnten. Jetzt wird Geduld eingefordert“, führte Zipp ihre Kritik an der Impfstrategie der Bundesregierung fort.

Auch aus den eigenen Reihen der großen Koalition mehrt sich der Unmut über die Vorgehensweise der Bundesregierung. SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil nahm dabei vor allem Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ins Visier. Deutschland stehe „viel schlechter da als andere Länder“, beklagte er im ARD-Morgenmagazin. Im Vorfeld der Impfungen gegen das Coronavirus sei seitens der Verantwortlichen mit den Bundesländern keine Strategie vorbereitet worden.

Lars Klingbeil hält die gemeinsame Beschaffung des Impfstoffs auf EU-Ebene zwar für richtig, fügte jedoch hinzu, dass Europa „ja nicht automatisch langsamer bedeuten“ müsse. Das Resultat der Strategie der Bundesregierung seien nun „chaotische Zustände“ in den Bundesländern. Auch Biontech-Chef Ugur Sahin hatte sich über das Vorgehen der EU verwundert gezeigt. „Offenbar herrschte der Eindruck: Wir kriegen genug, es wird alles nicht so schlimm, und wir haben das unter Kontrolle“, sagte Sahin: „Mich hat das gewundert.“

Derweil wird in Deutschland über die Zeit nach dem 10. Januar diskutiert. Vieles deutet darauf hin, dass der derzeitige Coronavirus-Lockdown in NRW noch länger dauern wird.

Corona-Impfungen: Jens Spahn gegen Sonderrechte für Geimpfte

Update: 28. Dezember, 17.55 Uhr. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will sicherstellen, dass sich bis zum Sommer 2021 alle Menschen in Deutschland gegen das Coronavirus impfen lassen können, wenn sie es möchten. Das Serum kann nur nach und nach hergestellt werden, daher kommen zunächst diejenigen Personen an die Reihe, die einer Risikogruppe angehören oder im Pflegebereich arbeiten.

Menschen, die bereits gegen das Coronavirus geimpft wurden, sollen Spahns Ansicht nach jedoch keine Sonderrechte erhalten. Auch Politiker Karl Lauterbach (SPD) sprach sich gegen einen Impfpass aus. Es wird befürchtet, dass vermutlich Immunisierte Corona-Partys veranstalten. Möglicherweise könnten bereits Geimpfte das Virus immer noch übertragen.

„Viele warten solidarisch, damit einige als Erste geimpft werden können. Und die Noch-Nicht-Geimpften erwarten umgekehrt, dass sich die Geimpften solidarisch gedulden“

Jens Spahn (CDU)

Impfstart in NRW geglückt: Erste Corona-Schutzimpfungen verabreicht

Update: 28. Dezember, 08.52 Uhr. Mit der Zulassung des Wirkstoffes von Pfizer und Biontech am 21. Dezember ging es endlich los: Deutschland und die weiteren EU-Staaten leiteten die Lieferung des Corona-Impfstoffes ein, am 26. Dezember erreichten die ersten Impfdosen NRW. Armin Laschet bezeichnete den Tag als einen „Tag der Hoffnung“ und betonte die Bedeutung von Zusammenhalt für die Bewältigung der Corona-Krise.

„Ein Tag der Hoffnung in der Pandemie. Die ersten Impfdosen sind in den frühen Morgenstunden eingetroffen. Gut, dass jetzt in ganz Europa zeitgleich geimpft werden kann und jede Form von Impfstoffnationalismus verhindert wurde. Nur gemeinsam bewältigen wir diese Krise.“

Armin Laschet (CDU), NRW-Ministerpräsident

Die erste Person in NRW, die geimpft wurde, ist Erika Löwer (95) aus Siegen. Sie lebt im dortigen Pflegeheim „Marienheim“, wo der Impfstoff bereits am frühen Morgen eingetroffen und zum Spritzen bereit war. „Was sein muss, muss sein“, sagte die 95-Jährige laut einem Bericht des WDR. „Wenn es denn dann besser wird, dann muss das doch sein.“ Für den Impfstart in NRW stehen in dem Bundesland rund 10.000 Impfdosen zur Verfügung, Städte und Kreise erhalten jeweils 180 Impfdosen.

Als erstes erhalten Pflegeheimbewohner sowie Pflegepersonal den Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer. Insgesamt gibt es rund 2300 Altenheime in NRW mit 175.000 Bewohnern und ebenso viel Personal, die bei der Immunisierung Vorrang haben. Dies betonte auch Gesundheitsminister Karl Josef Laumann noch einmal. Laumann war bei den ersten Impfungen im Kreis Steinfurt dabei, die im St. Josef-Stifts in Emsdetten verabreicht worden waren. „Quasi in meiner Heimat“, kommentierte der Münsterländer.

In dem Pflegeheim waren während der ersten „Corona-Welle“ im Frühjahr 17 der 114 Bewohner verstorben. „Der Schock sitzt noch tief“, sagte der Vorstand Peter Eckhardt am Sonntag. Vielleicht auch deswegen lag die Impfbereitschaft in dem Emsdettener Altenheim bei 95 Prozent. Die erste Impfung erhielt Edeltraut Jäger (87). Während der Impfstart in NRW geglückt ist, wird in immer mehr Kommunen in NRW eine Ausgangssperre erlassen. Lesen Sie mehr dazu im Ticker.

NRW: Erste Corona-Impfungen nach Weihnachten – so läuft der Impfstart ab

Update: 24. Dezember, 10.38 Uhr. Darauf haben viele Menschen in Deutschland sehnsüchtig gewartet: Am Sonntag (27. Dezember) erhalten die ersten Personen die Corona-Schutzimpfung mit dem Wirkstoff von Biontech und Pfizer. Wie genau der Ablauf geplant ist und wie viele Dosen des Impfstoffes nach NRW geliefert werden, hat das Land in einer Pressemeldung bekannt gegeben.

Wie viele Impfdosen erhält das Land NRW? Bereits am 26. Dezember sollen die ersten 9750 Impfdosen der Firma Biontech in NRW eintreffen. Am 28. Dezember erfolgt eine weitere Lieferung mit 131.625 und am 30. Dezember eine Lieferung von weiteren 141.375 Impfdosen. Im Januar kommen dann zunächst wöchentlich 141.375 Wirkstoff-Einheiten dazu. Von den ersten 9.750 Impfdosen stehen pro Kreis und kreisfreier Stadt 180 Impfdosen zur Verfügung.

Wer wird zuerst gegen Corona geimpft? In NRW wie auch im Rest des Bundes ist die Reihenfolge klar geregelt. Zunächst erhalten Menschen ab 80 Jahren die Corona-Schutzimpfung. Außerdem wird das Personal in Pflege- und Altenheimen sowie in Notaufnahmen, auf Intensivstationen, im Rettungsdienst Tätige sowie die Beschäftigten in Impfzentren geimpft. Sie alle gehören zur Gruppe 1 des Impfplans des Bundes.

„Nach einem außergewöhnlichen Jahr freut es mich, 2020 mit einer positiven Botschaft zu beenden. Der Impfstart gegen das Coronavirus kann wie geplant beginnen. Noch kann nicht jeder, der es will, geimpft werden. Wir werden uns zunächst auf die besonders vulnerablen Bevölkerungsgruppen konzentrieren. Gerade in Pflegeheimen ist das Infektionsgeschehen besonders kritisch. Daher werden dort schnellstmöglich sowohl Bewohnerinnen und Bewohner als auch die Beschäftigten geimpft.“

NRW-Gesundheitsminister Karl Josef Laumann

Wo wird geimpft? Die Corona-Schutzimpfungen in NRW werden zunächst nicht in den Impfzentren verabreicht. Sie werden zunächst vor Ort in Pflegeeinrichtungen durch mobile Teams durchgeführt. „Für jeden Kreis und jede kreisfreie Stadt benennen die Kassenärztlichen Vereinigungen dem Land die zunächst zu beliefernden Pflegeeinrichtungen“, heißt es dazu vom Land NRW. Am 27. Dezember werden die Einrichtungen mit dem Wirktoff sowie Impfmaterial (Kanülen und Spritzen) versorgt.

Wie läuft der Transport der Impfdosen ab? Der Biontech-Wirkstoff wird zunächst bei Minus 70 Grad nach NRW geliefert und im Landeslager bei dieser Temperatur weiter aufbewahrt. Dann wird der Impfstoff bei zwei bis acht Grad in die Pflegeheime transportiert. „Vor Ort stehen mobile Teams bereit, die diese Impfdosen in den Einrichtungen rekonstituieren bzw. anmischen und verimpfen. Nach der Rekonstitution muss der Impfstoff innerhalb von sechs Stunden verimpft werden.“

Werden Pflegebedürftige auch Zuhause geimpft? Nein, mit dem Biontech-Impfstoff werden keine Impfungen im häuslichen Bereich durchgeführt. Dies hatte NRW-Gesundheitsminister Karl Josef Laumann zwar noch vor wenigen Wochen als mögliches Szenario beschrieben. In den vergangenen Tagen ruderte der CDU-Politiker aber wieder zurück. Die Beschaffenheit des Biontech-Wirkstoffs lasse es nicht zu, dass dieser nach dem Auftauen von Haus zu Haus transportiert werden könne.

Karl-Josef Laumann (CDU), Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen

Pflegebedürftige, die noch mobil seien, könnten die Corona-Schutzimpfung nach Terminabsprache in den Impfzentren erhalten. Bettlägrige Menschen, die nicht mobil sind, müssten jedoch auf einen weiteren Impfstoff warten, dessen Beschaffenheit eine Impfung Zuhause ermögliche, erklärt das Land NRW in dieser Sache.

„Die letzten Wochen waren eine Kraftanstrengung für alle Beteiligten. Mein Dank gilt hier insbesondere den Kassenärztlichen Vereinigungen, den Pflegeeinrichtungen und den Kreisen und kreisfreien Städten. Jetzt geht es an die praktische Umsetzung. Wichtig ist: Jeder, der will, wird geimpft werden – allerdings nicht unbedingt sofort. Mehr denn je setze ich auf das Verständnis und die Solidarität der Bürgerinnen und Bürger in Nordrhein-Westfalen.“

Karl Josef Laumann, NRW-Gesundheitsminister

NRW: Keine Corona-Impfungen daheim – müssen Pflegebedürftige warten?

Update: 23. Dezember, 12.45 Uhr. Am Mittwoch hielt NRW-Gesundheitsminister Karl Josef Laumann (CDU) eine weitere Pressekonferenz zur aktuellen Impfstoff-Lage in NRW ab. Dabei sprach der Minister auch darüber, ob Corona-Impfungen zu Hause vorgenommen werden könnten, zum Beispiel bei älteren oder pflegebedürftigen Menschen. Seine Antwort dürfte den Hoffnungen vieler dieser Menschen einen herben Dämpfer verpasst haben.

Denn laut Angaben des Gesundheitsministers sei dies mit dem Biontech-Impfstoff nicht möglich. Dies lasse die Lagerbedingung des Vakzins nicht zu. Der Wirkstoff muss bei Minus 70 gelagert werden. Laumann hatte die Absage für Schutzimpfungen im häuslichen Umfeld bereits am Tag zuvor im Interview mit dem Deutschlandfunk geäußert und bekräftigte seine Aussage bei der Pressekonferenz erneut.

Die Information, die ich nun mal habe, so ist, dass der Impfstoff dann, wenn er aufgetaut ist, und für das Impfen verdünnt worden ist, dass man ihn dann nicht mehr transportieren kann.

Karl Josef Laumann bei der Pressekonferenz

Der Corona-Impfstoff von Biontech könnte nach Auftauen und Verdünnen zwar „von Raum zu Raum“ transportiert werden, so Laumann weiter. Doch ein Transport von Haus zu Haus sei nicht möglich. Dies lasse die Beschaffenheit des Wirkstoffs nicht zu, auch wenn sich dieser nach dem Auftauen noch rund „sechs Stunden halten“ würde. „Damit kann ich‘s nicht ändern. Ich würd‘s ja gerne machen“, stellte NRWs Gesundheitsminister Laumann noch einmal klar.

In NRW werden rund 800.000 Menschen zu Hause gepflegt, erklärte Laumann. „Wie mobil diese Menschen sind, das weiß ich nicht.“ Von diesen Menschen seien viele vermutlich noch so fit, dass sie die Impfzentren und später die Arztpraxen aufsuchen könnten, um eine Schutzimpfung zu erhalten, mutmaßt der Gesundheitsminister von NRW.

Bettlägrige Menschen müssten jedoch im schlimmsten Fall auf einen neuen Impfstoff warten, der im Gegensatz zum Biontech-Vakzin transportiert werden könne. Dann würde auch „selbstverständlich“ Zuhause geimpft, so NRW-Minister Laumann. Er sehe dabei die beste Möglichkeit darin, dass die behandelnden Hausärzte die Corona-Impfungen bei ihren nicht mobilen Patienten in deren häuslichen Umfeld durchführen würden. „Und ich finde auch, dass wir dann eine Lösung finden müssen, dass das, wenn es eben geht, über die Hausärzte gemacht wird.“

Karl Josef Laumann kündigte zudem an, dass über die Weihnachtstage genügend Personal für Corona-Schnelltests in Pflegeheimen in NRW zur Verfügung stehen werde, wie ruhr24.de* berichtet. Dies sei die Voraussetzung, um die Sicherheit der Bewohner zu gewährleisten, erklärte der Gesundheitsminister. Rund 13,8 Millionen Euro investiere das Land NRW dafür.

Der Corona-Impfstoff kommt – Lieferungen nach NRW starten sofort

Update: 23. Dezember, 11.19 Uhr. Nachdem am Montag (21. Dezember) der Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer in der EU zugelassen wurde, sollen die Lieferungen des Wirkstoffes unverzüglich starten. Dies teilten die beiden Unternehmen mit: „Die Lieferungen werden sofort beginnen und schrittweise im Laufe der Jahre 2020 und 2021 erfolgen, um eine gerechte Verteilung der Impfstoffe entsprechend der Vertragsbedingungen der EU zu gewährleisten.“ Das Land NRW erwartet am 26. Dezember die ersten 9.750 Impfdosen von Biontech.

Das Land Nordrhein-Westfalen wird am Samstag, 26. Dezember 2020, mit den ersten 9.750 Impfdosen der Firma BioNTech beliefert. Eine weitere Lieferung in Höhe von 131.625 Impfdosen erfolgt am 28. Dezember 2020. Am 30. Dezember 2020 werden weitere 141.375 Impfdosen geliefert. Im Januar werden zunächst wöchentlich 141.375 Impfdosen an das Land Nordrhein-Westfalen ausgeliefert.

Statement des Landes NRW zur anstehenden Corona-Impfung

Der Corona-Impfstoff wird laut der Unternehmen in den Biontech-Produktionsstätten in Deutschland sowie im Pfizer-Werk in Puurs (Belgien) produziert und von dort aus verteilt. In der EU trägt der Wirkstoff den Namen „Comirnaty“. Dieser setzt sich zusammen aus Covid-19, mRNA, sowie den englischen Worten Community und Immunity (zu Deutsch: Gesellschaft und Immunität).

Eine Herausforderung bei der Lieferung des Corona-Impfstoffes von Biontech und Pfizer stellt die Lagerung da: „Comirnaty“ muss bei minus 70 Grad Celsius aufbewahrt werden. Unter anderem an der Lieferung beteiligt ist die Frachtfluglinie Lufthansa Cargo, wie die Tagesschau berichtet. „Dank des jüngsten Ausbaus unserer Bodeninfrastruktur können wir auch größere Volumina abwickeln und weltweit transportieren und unsere Kunden dabei unterstützen, die Kühlkette einzuhalten“, sagte Lufthansa-Cargo-Chef Peter Gerber.

Mit der Freigabe des Biontech-Impfstoffs durch die EMA, die europäische Arzneimittel-Agentur, kann nun auch mit der Impfung in der EU begonnen werden. Die ersten Wirkstoffdosen sollen ab dem 27. Dezember (Sonntag) verabreicht werden. 15 andere Länder haben den Corona-Impfstoff bereits im Einsatz, unter anderem die USA und Großbritannien. Dort waren Notzulassungen erwirkt worden. Auch in NRW werden am Sonntag die ersten Impfungen durchgeführt, wie die Landesregierung in einer Pressemeldung ankündigte.

In Bezug auf eine weitere Meldung der letzten Tage scheint es zunächst eine Entwarnung zu geben: Eine Mutation des Coronavirus‘, die zuletzt in Großbritannien entdeckt worden war, soll die Wirksamkeit des Impfstoffes nicht beeinträchtigen, wie Biontech-Mitbegründer Uğur Şahin erklärte.

Der Impfstoff kommt nach Münster (NRW): 2000 Dosen bis Jahresende erwartet

Update: 22. Dezember, 17.50 Uhr. Nun kann es auch in Münster losgehen: Nachdem der Corona-Impfstoff von Biotech von der EU-Kommission zugelassen wurde, wird in den kommenden Tagen auch die Stadt im Münsterland beliefert. Jedoch werden es zunächst weniger Dosen geben als geplant – 180 statt der zunächst erhofften 329. Das bedeutet für die Stadt eine gewisse Umplanung.

„Dies bedeutet, dass wir am Sonntag zunächst wie geplant alle Bewohnerinnen und Bewohner im Johanniter-Stift und im Handorfer Hof mit dem Impfmittel versorgen, dann die verbleibenden Dosen möglichst vielen Mitarbeitenden in diesen Häusern zukommen lassen“, sagt Dr. Hendrik Oen, der mit Dr. Peter Münster das städtische Impfzentrum leitet. Wer am kommenden Sonntag (28. Dezember) keinen Impfstoff erhält, bekommt die Tage darauf die Impfung aus einer weiteren Charge.

Das Land NRW hat angekündigt, die Stadt Münster bis zum Jahresende mit 2000 Impfdosen zu beliefern. Somit können deutlich mehr Einrichtungen als gedacht mit dem Corona-Impfstoff versorgt werden. „Wir sind flexibel und freuen uns über jede zusätzliche Impfung, die möglich wird“, reagiert Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer auf die neue Entwicklung. Genug Dosen für eine zweite Impfung soll es dann bis Mitte Januar 2021 geben.Die Stadt freut sich zudem über die hohe Impfbereitschaft in Johanniter-Stift im Geistviertel. 95 Prozent der Bewohner sollen bereit sein, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen.

Das Impfen kann beginnen: Biontech-Impfstoff erhält EU-Zulassung

Erstmeldung: 22. Dezember, 11.40 Uhr. NRW – Er kommt: Am Montag (21. Dezember) erteilte die EMA, die Europäische Arzneimittel Agentur, dem Impfstoff von Biontech und Pfizer die Zulassung in der EU. „Heute fügen wir dem Kampf gegen Covid-19 ein wichtiges Kapitel hinzu“, kommentierte die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU) die Meldung, die schon Tage vor der eigentlichen Zulassung erwartet wurde. Der Wirkstoff verspricht nach aktuellen Erkenntnissen einen 95-prozentigen Schutz vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus*.

Das Impfen der Bevölkerung in der EU soll nun schon bald beginnen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kündigte noch am selben Abend auf Twitter an, dass bereits am 27. Dezember die ersten Menschen in Deutschland den Wirkstoff verabreicht bekommen sollen, wie msl24.de* berichtet. Bis Ende dieses Jahres sollen bereits 1,3 Millionen Impfdosen an NRW und die weiteren Bundesländer ausgeliefert werden. „Im Januar werden jede Woche mindestens weitere 670.000 Dosen ausgeliefert“, so Spahn weiter.

Coronavirus in NRW: Biontech-Impfstoff zugelassen – wie geht es nun weiter?

Doch wer ist zuerst dran? Wenige Tage zuvor hatte Spahn die Impfverordnung des Bundes vorgestellt. Demnach werden als erstes Menschen ab 80 Jahren sowie ältere und pflegebedürftige Menschen in stationären Einrichtungen geimpft. Außerdem erhalten diejenigen Menschen den Wirkstoff von Pfizer und Biontech, die in den genannten Einrichtungen sowie auf Intensivstationen, in Notaufnahmen, für Rettungsdienste oder in Impfzentren tätig sind, da sie unter anderem einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt sind. NRW-Gesundheitsminister Karl Josef Laumann kündigte bereits im Vorfeld an, dass Altenheime „ganz oben auf der Prioritätenliste“ stehen würden. Massen-Impfungen werden in NRW erst ab Sommer 2021 erwartet.

In NRW wurden insgesamt 53 Impfzentren in Auftrag gegeben. Die meisten, wie das Impfzentrum in Münster* (Westfalen), sind bereits fertiggestellt. Von Belgien aus werden die Wirkstoffe von Pfizer und Biontech nun in die Bundesländer geliefert und nach einem fairen Verteilerschlüssel, so Laumann weiter, an die Impfzentren ausgegeben. Zunächst werden in NRW 50.000 Impfdosen erwartet.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (beide CDU).

Coronavirus-Mutation in Großbritannien: NRW erlässt strenge Maßnahmen – Impfwirkung gefährdet?

Darauf hatte wohl die Welt kollektiv gehofft: Dass zeitnah ein Impfstoff entwickelt würde, der zumindest ein Stück Normalität zurückbringen könnte. Denn seit Frühjahr 2020 bestimmt vor allem die Pandemie samt der deswegen notwendigen Corona-Regeln* den Lauf der Dinge. Auch der NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) bezeichnete bei einer Pressekonferenz am 17. Dezember den Impfstoff als einen „Lichtblick am Ende eines langen Tunnels“.

Neben der guten Nachricht über die EU-Zulassung gesellte sich nur einen Tag zuvor jedoch eine Meldung, die die Freude deutlich trübte. Denn am Sonntag (20. Dezember) meldete Boris Johnson, Premierminister Großbritanniens, dass das Coronavirus in England mutiert sei. Der Mutant sei rund 70 Prozent ansteckender. Nachdem bereits Belgien und die Niederlande den Reiseverkehr von und nach Großbritannien gestoppt hatte, zog auch das Land NRW schnell nach.

Eine ähnliche Coronavirus-Mutation ist auch bereits in Südafrika entdeckt worden. Ob die Mutante aus England wirklich ansteckender ist und ob der Biontech-Wirkstoff auch bei dieser Variante des Virus‘ genauso stark wirkt, ist noch nicht abschließend geklärt. Erste virologische Untersuchungen in Großbritannien deuten jedoch darauf hin, dass die Ansteckung tatsächlich um 71 Prozent erhöht ist. In NRW wurde kurzerhand eine Testpflicht sowie eine (rückwirkende) Quarantäne für Einreisende aus den betroffenen Gebieten erlassen. Gesundheitsminister Laumann dazu: „Die beunruhigenden Nachrichten aus Großbritannien zeigen, dass wir im Kampf gegen das heimtückische Virus nicht nachlassen dürfen. Hand in Hand haben Bund, Land und die örtlichen Behörden heute bewiesen, dass sie in der Lage sind schnell zu reagieren, um die Bevölkerung bestmöglich zu schützen.“ (*Msl24.de und ruhr24.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.)

Rubriklistenbild: © Rolf Vennenbernd/dpa

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