In Südafrika

Rückflug im Regierungsflieger: Urlaub endet für Möhneseer vorzeitig

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Marlene Müller und Philip Stallmeister genossen die Zeit in der südafrikanischen Stadt Barrydale.

Möhnesee/Kapstadt – Am vorletzten Tag des Februars saß Philip Stallmeister abends noch ganz gemütlich im Vereinsheim des SuS Günne, um mit anderen Mitgliedern die Planungen für ein Alt-Herren-Turnier Ende Mai anlässlich des Abteilungsjubiläums voranzubringen.

Da war der Koffer schon gepackt, denn am nächsten Tag ging es mit dem Flieger nach Südafrika – gemeinsam mit Freundin Marlene Müller, einer Südafrikanerin, startete der Möhneseer zu einem Familienbesuch in der Nähe von Kapstadt. Der endete allerdings vorzeitig, weil das Coronavirus die beiden Reisenden auch an der Südspitze Afrikas einholte. 

„Eigentlich sollte unser Rückflug erst am Sonntag sein“, meldete sich Stallmeister telefonisch. Da saß er mit seiner Freundin (und besagtem Koffer) schon am Flughafen, einige Kilometer außerhalb Kapstadts. Dabei hatte das Paar die Wochen zuvor noch in vollen Zügen genossen und neben dem Besuch der Verwandten im für seine Straußenfarmen bekannten Oudtshoorn einige der schönsten Ecken des Landes erkundet. 

„Corona war zunächst kein großes Thema im Land“, erinnert sich Stallmeister an die ersten Urlaubstage. Das änderte sich aber, als sich auch in Südafrika immer mehr Menschen infizierten und die Regierung schließlich einen kompletten „Lockdown“ des öffentlichen Lebens inklusive einer Ausgangssperre verhängte – beginnend am heutigen Freitag. 

Coronavirus im Kreis Soest: 100 Euro pro Person

Da wusste das Paar bereits, dass der eigentlich für Sonntag, 29. März, gebuchte Rückflug gestrichen worden war, und hatte sich in eine von der Bundesregierung angebotene Liste für einen Rückflug am Donnerstag eingetragen. „Für 100 Euro pro Person waren wir dabei und haben einen der letzten freien Plätze erwischt“, so Stallmeister. 

Das war auch gut so, denn mit der bevorstehenden Ausgangssperre wurde auch die Bewegungsfreiheit von Touristen dramatisch eingeschränkt – so konnten die Möhneseer ihren Mietwagen am Flughafen gerade noch zurückgeben, bevor das Büro bis auf Weiteres schloss. Und nur mit viel Glück ergatterten sie noch ein Zimmer in einem Hotel nahe des Flughafens, bevor es dann gestern zurück nach Deutschland ging.

Hier geht es zum News-Ticker für den Kreis Soest

In der Heimat werden die Erinnerungen an einen trotz allem wunderbaren Urlaub bleiben – das Coronavirus holt die Möhneseer aber auch hier ein: Ob das Alt-Herren-Turnier beim SuS Günne tatsächlich stattfinden wird, ist inzwischen fraglich.

Coronavirus im Kreis Soest: Propst gestrandet

Viele Tausend Kilometer vom Kap der Guten Hoffnung an der Südspitze Afrikas entfernt wartet in Australien derzeit auch ein Soester auf seinen Heimflug: In Melbourne ist Propst Dietmar Röttger gestrandet, weil sein Flug nach Deutschland – wie viele andere weltweit – ersatzlos gestrichen wurde.

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