Nach Coronavirus-Infektion bei externem Mitarbeiter

Coronavirus-Verdacht in Justizvollzugsanstalt: 17 Häftlinge "vorsorglich" isoliert

In der JVA Werl wurden 17 Häftlinge vorübergehend isoliert.
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In der JVA Werl wurden 17 Häftlinge vorübergehend isoliert. (Symbolbild)

Die Justizvollzugsanstalt (JVA) Werl hat 17 Insassen "vorsorglich" isoliert. Sie hatten Kontakt zu einem externen Mitarbeiter, der positiv aus des Coronavirus getestet worden war. Am Donnerstagmittag wurde die Isolation wieder aufgehoben, fünf Häftlinge bleiben unter Beobachtung.

  • Weil ein externer Mitarbeiter an Covid-19 erkrankt ist, hat die JVA Werl vorsorglich 17 Häfltlinge isoliert. 
  • Die Maßnahme konnte schnell wieder aufgehoben werden. 
  • Fünf Inhaftierte bleiben unter besonderer Beobachtung.

Werl - Der an Covid-19 erkrankte Mann sei in der jüngeren Vergangenheit bei zwei Terminen in der JVA in Werl bei Dortmund gewesen, teilte die  Sprecherin der JVA, Verona Voigt, mit. Daher lässt sich auch gut eingrenzen, wie lang der Inkubations-Zeitraum wäre, sprich die Zeit, bis die Krankheit bei Kontaktpersonen ausgebrochen sein müsste. 

Das Kreisgesundheitsamt habe die Häftlinge zwar nicht als "begründete Verdachtsfälle" eingestuft. Man habe die Isolation, die einer häuslichen Quarantäne gleichkommt, gleichwohl vorgenommen, um kein Risiko einzugehen. Am Mittwochabend sei das so vollzogen worden.

Coronavirus-Verdacht in JVA: Bislang sind alle Häftlinge symptomfrei

Am Donnerstagmorgen gab es den Hinweis, dass die Isolation bei allen 17 Insassen aufgehoben werden könne. "Aber es wird geschaut, ob die fünf, die beim zweiten Termin mit dem Mann in einem Raum waren, Symptome entwickeln", sagt Verena Voigt. Bislang seien alle Häftlinge symptomfrei. Sollte sich das ändern, würde die JVA unverzüglich andere Maßnahmen ergreifen müssen, berichtet Soester-Anzeiger.de*. 

Die JVA hat weitere Maßnahmen ergriffen: So werden Neuzugänge bei Gefangenen, die sich "bis maximal 14 Tage vor ihrer Aufnahme außerhalb einer geschlossenen Anstalt aufgehalten haben", zunächst in einem gesonderten Bereich von den anderen Insassen getrennt untergebracht.

JVA und das Coronavirus: Besuch nur noch in Ausnahmefällen

Zudem riegelt sich die JVA Werl auch nach außen ab – undverschärft die Maßnahmen gegen das um sich greifende Coronavirus. Mittlerweile  sind Besuche in der Haftanstalt mit ihren über 1000 Insassen untersagt. Nur noch in Ausnahmefällen wie wichtigen Verteidigerbesuchen oder zur Suizidprophylaxe ist der Zugang möglich, sagt Verona Voigt. 

Außerdem kommen nur noch Lieferanten mit versorgungswichtiger Fracht wie Lebensmittel, auch die Post hinter die Anstaltsmauern; auch Handwerker können weiterhin die Anstalt betreten. Für alle aber gilt die zuletzt greifende Regelung, dass zuvor ein Formular zur Gesundheit ausgefüllt werden muss. Das soll klären, ob jemand sich zuvor in einem der Risikogebiete aufgehalten hat oder Kontakt zu einer mit Corona infizierten Person hatte. 

Coronavirus in der JVA: Kontaktausgleich durch Telefonate

Das Besuchsverbot, das per Erlass eingeführt worden ist, soll zumindest etwas abgemildert werden durch einen Kontaktausgleich durch vermehrte Telefonate. So soll den Häftlingen der fast wortwörtliche Draht zur Außenwelt erhalten bleiben. Soziale Kontakte der Gefangenen gelten als wichtiger Baustein zur Resozialisierung im Vollzug. 

Insgesamt sei die Lage in der JVA nach wie vor ruhig, Die Häftlinge werden über ein Merkblatt in verschiedenen Sprachen über das Virus und seine möglichen Folgen, aber auch über Schutzmaßnahmen informiert. Bei den Freizeiteinrichtungen in der JVA gibt es bislang keine Beschränkungen.

Im Kreis Soest hat das Coronavirus zu einer ungewöhnlichen Maßnahme geführt: Der Krisenstab, inklusive der Landrätin, musste in Quarantäne, weil ein Mitglied des Gremiums mit dem Coronavirus infiziert ist. Die Lage in Nordrhein-Westfalen behalten wir in unserem Newsticker laufend im Blick

*Soester-Anzeiger.de ist Teil der bundesweiten Ippen-Digital-Zentralredaktion.

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