Pandemie

Ausgangssperre in Gütersloh aufgehoben – Bewegungsradius zunächst vom Tisch

Das Ende der Ausgangssperre: Mit dem Montag lief die Allgemeinverfügung des Kreises aus. Ein Bewegungsradius droht dem Kreis vorerst nicht.

Update: 12. Januar. Der Inzidenzwert im Kreis Gütersloh ist gesunken. Er liegt am Dienstag bei 190,7. Das bedeutet, dass der Bewegungsradius in der Region vorerst nicht eingeführt wird – im Gegensatz zum Kreis Höxter, wo der Inzidenzwert deutlich über 200 liegt*.

Die Landesregierung NRW hat in der Nacht zu Dienstag eine Regionalverordnung veröffentlicht, die bereits ab dem Folgetag in Kraft tritt. Demnach dürfen unter anderem Menschen aus dem Kreis Minden-Lübbecke sich nur noch in einem 15-Kilometer-Radius um ihren Wohnort bewegen.* Gütersloh fällt jedoch nicht unter die Regelung. Auffällig ist an der Maßnahme, dass sie nicht für alle Hotspots zu gelten scheint: Bielefeld hat am Dienstag beispielsweise einen höheren Inzidenzwert als der Kreis Höxter. Warum das so sein könnte, wird in diesem Artikel zum Bewegungsradius in NRW erklärt.

Im Kreis Gütersloh ist nach wie vor Schloß Holte-Stukenbrock die Stadt mit dem höchsten Inzidenzwert. Dieser liegt bei 271,1 und ist somit seit dem Vortag leicht gesunken. Dennoch werden derzeit 114 Menschen mit dem Coronavirus in Krankenhäusern in der Region behandelt. Nach wie vor liegen elf Patienten auf der Intensivstation.

Aufhebung der Ausgangssperre in Gütersloh

Erstmeldung: 11. Januar. Gütersloh – Seit dem 28. Dezember galt im Kreis Gütersloh eine Ausgangssperre*. Zwischen 22 Uhr abends und 5 Uhr morgens durften die Bürger zur Eindämmung des Coronavirus nicht ohne triftigen Grund ihre Wohnung verlassen. Diese Regel ist nun jedoch ausgelaufen. Eine Verlängerung wurde zunächst nicht beantragt, wie owl24.de* berichtet.

StadtGütersloh
Bevölkerung100.861
BundeslandNRW

Corona in Gütersloh: Keine Ausgangssperre mehr – Zahlen steigen wieder

In Gütersloh* liegt der Inzidenzwert am Montagmorgen bei 234,3. Einige Städte im Kreis haben jedoch noch höhere Zahlen der Neuinfektionen mit dem Coronavirus pro 100.000 Einwohner: Schloß Holte-Stukenbrock führt die Liste mit einem Wert von 278,6 an. Auf die ganze Region gerechnet liegt der Inzidenzwert für den Kreis mit 197,7 nur knapp unter der Grenze von 200. Das Impfzentrum in Gütersloh steht derweil schon bereit* – jetzt muss nur noch der Impfstoff ankommen.

Ob erneut eine Ausgangssperre im Kreis oder in einzelnen Städten wie Gütersloh verhängt wird, ist noch nicht klar. Ein entsprechender Antrag liegt bislang noch nicht vor. Die Verantwortlichen des Krisenstabs wollen zunächst abwarten, wie die Zahlen der Neuinfektionen mit dem Coronavirus* sich in den kommenden Tagen entwickeln. Drastischer sieht die Lage jedoch im südöstlichen Teil von OWL aus. Im Kreis Höxter liegt der Inzidenzwert am Montag bei 261,0 – der höchste Wert in ganz NRW. 

Corona in Gütersloh: Inzidenzwert über 200 – kommt jetzt der Bewegungsradius?

Darüber hinaus steht es den Kommunen nach der neuen Corona-Schutzverordnung für NRW frei, ab einem Inzidenzwert von über 200 einen Bewegungsradius zu erlassen. Bürger aus Gütersloh dürften sich in dem Fall nur noch in einem 15-Kilometer-Radius um ihre Wohnung herum bewegen – es sei denn, es besteht ein triftiger Grund wie Arztbesuche oder die Arbeit. Mit dieser Maßnahme will die Bundesregierung hauptsächlich den Tagestourismus und somit die Ausbreitung des Coronavirus‘ bekämpfen.

Am Montag gab das Robert-Koch-Institut (RKI) bekannt, dass deutschlandweit innerhalb eines Tages 12.497 Neuinfektionen gemeldet wurden. Nach dem Wochenende sind die erfassten Fallzahlen auch in Ostwestfalen-Lippe* zumeist jedoch niedriger, da nicht so viel getestet und ausgewertet wird wie unter der Woche. Derweil wurde in Japan eine neue Mutation des Coronavirus entdeckt*. Im Kreis Gütersloh werden derzeit 109 Menschen mit dem Coronavirus im Krankenhaus behandelt. Davon liegen 12 Patienten auf der Intensivstation.

Der Inzidenzwert in Gütersloh ist erneuet über 200 gestegen. (Symbolbild)

Der Kreis Gütersloh gilt seit dem vergangenen Oktober als Risikogebiet*. Da wurde erstmals der Inzidenzwert von 50 überschritten. Mit den Zahlen über 200 trägt die Region den Titel Hotspot. In Bielefeld wurde beim Corona-Inzidenzwert die kritische Marke ebenfalls überschritten*, Oberbürgermeister Pit Clausen entschied sich jedoch gegen die 15-Kilometer-Regel. Auch in Warendorf im Münsterland könnte jetzt der Bewegungsradius kommen. Ebenso wie in Gütersloh wurde dort der Inzidenzwert von 200 überschritten. (*Owl24.de und msl24.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.)

Rubriklistenbild: © Bodo Schackow/dpa

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