Skandal in fleischverarbeitenden Betrieben

Coronavirus: Massenhaft Positiv-Tests in Schlachthof an NRW-Grenze

Nach dem Coronavirus-Skandal bei Westfleisch in Coesfeld wurden alle Beschäftigten getestet. Jetzt wurden auch viele Fälle in einem Schlachthof an der NRW-Grenze registriert.

  • Bei der Firma Westfleisch in Coesfeld grassiert das Coronavirus*
  • Hunderte Mitarbeiter sind positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden
  • In einem niederländischen Schlachthof an der NRW-Grenze gab es massenhaft positive Corona-Tests (siehe Update 25. Mai, 10.45 Uhr)

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+++ Coronavirus in NRW: Verbote und Regeln im Überblick +++

Update 25. Mai, 10.45Uhr: Nach dem Coronavirus-Skandal bei Westfleisch in Coesfeld und weiteren fleischverarbeitenden Betrieben sind 147 Mitarbeiter eines niederländischen Schlachthofs der Vion-Gruppe in Groenlo nahe der NRW-Grenze positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden. Deutsche Nachbarstadt von Groenlo ist Vreden im Kreis Borken.

Nach einem Bericht der Zeitung "De Gelderlander" leben 79 der Infizierten in Deutschland. Die Behörden der niederländischen Provinz Gelderland haben den Schlachthof geschlossen und für 600 Mitarbeiter Heim-Quarantäne angeordnet.

Der Gewerkschaftsverband FNV hatte die Wohnsituation vieler Mitarbeiter für die Verbreitung des Virus verantwortlich gemacht. Vor allem Arbeitsmigranten würden in Gruppen-Unterkünften eng beieinander wohnen.

Coronavirus in Fleischbetrieben: Fast 300 positive Tests 

Update 20. Mai, 21.21 Uhr: Stand Mittwoch lagen bei Westfleisc h in Coesfeld 283 positive Tests auf das Coronavirus bei rund 1200 Mitarbeitern vor. Als Reaktion auf den Ausbruch hatte das Land NRW die Überprüfung aller Mitarbeiter in der Branche auf das Coronavirus angeordnet.

Update, 15.14 Uhr: Auch der zweite Tag im Testbetrieb bei Westfleisch in Coesfeld ist nach Angaben des Unternehmens heute erfolgreich verlaufen. Bei der Schlachtung von 1500 Schweinen seien alle Corona-Hygienevorschriften eingehalten worden, hieß es in einer Mitteilung des Unternehmens. Beobachtet wurde der Test von den Aufsichtsbehörden der Stadt und des Kreises Coesfeld.

Am Vortag waren alle Arbeitsprozesse durchgespielt worden, ohne dabei ein Schwein zu schlachten. Nach dem Feiertag am Donnerstag sollen am Freitag im nächsten Schritt 30 Prozent der normalen Kapazitäten erreicht werden. 

Das Werk in Coesfeld ist auf 9000 Schweine pro Tag ausgelegt. In Abstimmung mit den Behörden soll dann in der nächsten Woche die Schlachtmenge weiter schrittweise erhöht werden.

Coronavirus bei Westfleisch: Schlachthof nimmt Betrieb wieder auf

Update, 17.55 Uhr: Der Testbetrieb bei Westfleisch in Coesfeld ist erfolgreich gestartet. Nach mehr als einer Woche Zwangspause wegen zahlreicher Infektionen mit dem Coronavirus hat der Fleischbetrieb wieder die Arbeit aufgenommen - allerdings ohne Tiere. Einzelne Produktionsschritte wurden begleitet von Überwachungsbehörden geprüft.

Nach vermehrten Coronavirus-Infektionen bei Westfleisch zählten zu den Beteiligten beim Testlauf unter anderem Vertreter des Kreisgesundheitsamts, Veterinäramts, des Amts für Gesundheitsschutz und des städtischen Ordnungsamts - allesamt waren sie zufrieden, teilt die Stadt in einer Stellungnahme mit. Der Bürgermeister Coesfelds, Heinz Öhmann, sagt laut Mitteilung: "Heute ging es nur darum, die hygienischen Anforderungen und die einzelnen Betriebsabläufe mit der Belegschaft Schritt für Schritt durchzugehen und dort, wo das noch verbessert werden kann, Optimierungen einzubauen."

Coronavirus bei Westfleisch: Fleischbetrieb in NRW bald wieder mit Tieren

Am Mittwoch sollen dann die ersten 1500 Schweine in der zweiten Testphase geschlachtet werden - ebenfalls unter Beobachtung. Nach und nach soll Westfleisch dann die Produktion nach der Zwangspause wegen des Coronavirus wieder hochfahren.

Das wegen Coronavirus-Infektionen eigentlich gesperrte Fleischunternehmen Westcrown in Dissen bei Osnabrück hat heute den Notbetrieb aufgenommen. Die gemeinsame Tochterfirma von Westfleisch und Danish Crown habe entsprechende Hygieneauflagen erfüllt und dürfe nun bis zu drei Tage lang noch vorhandene Fleischvorräte abarbeiten, sagte ein Sprecher des Kreises Osnabrück. Der Notbetrieb soll laut Westfleisch bis voraussichtlich Mittwochabend dauern.

Coronavirus und Fleischindustrie: Keine Schweine bei Westfleisch

Update, 19. Mai, 8.29 Uhr: Der Betrieb bei Westfleisch in Coesfeld wird ab heute langsam wieder anlaufen. Nach einer Zwangspause wegen zahlreicher Corona-Infektionen beginnt im Coesfelder Werk ein Testbetrieb.

Im ersten Schritt sollen aber heute noch keine Schweine geschlachtet werden. Das stufenweise Hochfahren des Betriebes wird von Überwachungsbehörden begleitet. Notwendige Korrekturmaßnahmen würden direkt im Anschluss mit dem Unternehmen besprochen, hieß es. 

Die ersten 1500 Schweine sollen nach Unternehmensangaben morgen in einer zweiten Testphase geschlachtet werden. Auch dieser Prozess findet noch unter Aufsicht statt. 

Westfleisch will dann in Abstimmung mit den Behörden beraten, wie es an den nächsten Arbeitstagen weitergeht. Eingesetzt werden sollen nur Mitarbeiter, die mehrfach negative Testergebnisse auf das Coronavirus vorweisen können.

Coronavirus in NRW: Westfleisch fährt Betrieb stufenweise hoch

Update, 18. Mai, 17.52 Uhr: Westfleisch nimmt am Standort Coesfeld am Dienstag nach etwa einwöchiger Corona-Zwangspause testweise den Betrieb wieder auf. Das teilte das Unternehmen am Montag in Münster mit.

Im ersten Schritt würden aber noch keine Schweine geschlachtet. Zusammen mit den Überwachungsbehörden würde der Betrieb stufenweise wieder hochgefahren. Am Mittwoch sollen dann die ersten 1500 Schweine in einer zweiten Testphase geschlachtet werden. "Wir freuen uns sehr, dass wir in unserem Betrieb in Coesfeld nun wieder unsere Arbeit aufnehmen dürfen", sagte Carsten Schruck, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Westfleisch-Konzerns, laut Mitteilung. Anschließend sieht das Konzept eine schrittweise Erhöhung der Schlachtmenge vor.

Coronavirus und Fleischindustrie: Hunderte positive Corona-Tests

Update, 18. Mai, 15.08 Uhr: Nach zahlreicher Coronavirus-Infektionen unter Mitarbeitern des Fleischverarbeitungsbetriebes im Kreis Osnabrück in Niedersachsen will das Unternehmen mit Firmenzentrale in Münster die Ursachen klären. "Nun gilt es, so rasch wie möglich die Gründe für das Testergebnis zu analysieren", sagte am Montag der geschäftsführende Vorstand des Schlachtkonzerns Westfleisch laut einer Unternehmensmitteilung. 

Beim Unternehmen Westcrown in Dissen hatte der Landkreis am Sonntag 92 Mitarbeiter positiv getestet. Am Montag ruhte daraufhin der Betrieb, der von den Schlachtunternehmen Westfleisch und Danish Crown gemeinsam betrieben wird. Im Umgang mit den Betroffenen und seinen weiteren Mitarbeitern befolge Westcrown die Empfehlungen des Robert Koch-Instituts, so das Unternehmen.

Zuvor hatte der Kreis Coesfeld einen Westfleisch-Betrieb in seinem Gebiet vorübergehend schließen müssen, weil dort zahlreiche Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden waren. Das Unternehmen wollte kurzfristig mitteilen, wann der Betrieb in Coesfeld wieder hochgefahren werden kann. Bis Ende letzter Woche lagen hier knapp 270 positive Tests vor.

Coronavirus und Fleischindustrie: Mahnwache für Westfleisch in Coesfeld

Update, 15. Mai, 17.01 Uhr: Auf dem Marktplatz in Coesfeld fand für die AG Westfleisch eine Mahnwache statt.  Organisiert von "Coesfeld für Future" nahmen laut Polizeischätzungen circa 25 Personen daran teil. Die Versammlung verlief friedlich.

Update, 15. Mai, 16.02 Uhr: Mit einer Woche Verspätung werden die Schutzmaßnahmen wie Kontaktbeschränkungen in der Corona-Krise ab Montag auch im Kreis Coesfeld gelockert. Das teilte Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann heute in Düsseldorf mit.

Laumann sprach deshalb von einem begrenzt lokalen Ausbruchsgeschehen bei Westfleisch in Coesfeld. Die Zahl der Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner liege mit den Westfleisch-Fällen bei 67,3. Ohne sie liegt der Wert laut Laumann nur bei 7,3. Nachdem von 1033 Westfleisch-Mitarbeitern - unter anderem in Hamm - zuletzt 268 positiv auf das Corona-Virus getestet wurden, habe der Kreis Coesfeld nur 16 Neuinfizierte ohne Kontakt zur Fleischindustrie registriert.

Update, 15. Mai, 15.42 Uhr: Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann blickt nach dem Corona-Skandal bei Westfleisch in Coesfeld noch einmal auf die Situation in der Fleischindustrie: Nach angeordneten Massentests in NRW seien im Regierungsbezirk Arnsberg in insgesamt sieben Betrieben 1656 Tests auf das Coronavirus durchgeführt worden. Nur 30 Tests fielen positiv aus.

Laumann: "Wir müssen beim Thema Fleischindustrie handeln. Coesfeld reiht sich in eine Kette von Missständen in der Fleischwirtschaft ein, die in den letzten Monaten bekannt geworden sind."

Insgesamt wurden in NRW von 16204 getesteten Mitarbeitern in den Fleischbetrieben bisher nur 366 positiv auf das Coronavirus getestet. Über 8500 Tests seien negativ ausgefallen, die übrigen Ergebnisse stünden noch aus.

Update, 15. Mai, 10.40 Uhr: "Westfleisch"-Mitarbeiter kommen im Kloster unter: Die Benediktinerabtei im Münsterland nimmt mehr als 200 Mitarbeiter von Westfleisch auf, die mit dem Coronavirus infiziert sind, wie die Abtei auf dem Portal kirche-und-leben.de mitteilt. Die ersten Gäste können bereits am Freitag eintreffen.

Der Entscheidung seien umfangreiche Beratungen mit dem Kreis Coesfeld und der Stadt Billerbeck vorangegangen. Ein detailliertes Konzept stelle den Schutz aller Beteiligten sicher, so die Mönche. Gastfreundschaft zähle zu den wichtigsten Aufgaben des Benediktinerordens.

Coronavirus in der Fleischindustrie: Westfleisch erhält Fragenkatalog zum Hygienekonzept

Update, 15. Mai, 9 Uhr: Zu dem am Donnerstag von Westfleisch eingereichten Hygienekonzept haben die Stadt der und Kreis Coesfeld einen Fragenkatalog an das Unternehmen geschickt.  "Erst wenn wir ein nachvollziehbares Konzept haben, können wir beurteilen, ob das Unternehmen den Betrieb wiederaufnehmen kann", sagte Coesfelds Bürgermeister Heinz Öhmann (CDU) laut einer Pressemitteilung aus der Nacht zum Freitag. 

"Die Möglichkeit, Hygienestandards einzuhalten, eine Ausbreitung des Virus zu verhindern und die Wohnsituation nachhaltig zu verbessern, müssen unseres Erachtens ganz klar hieraus hervorgehen." Das Unternehmen solle die Fragen "kurzfristig" beantworten, hieß es. 

Beim Westfleisch-Werk in Coesfeld im Münsterland hatte der Kreis laut Angaben vom Donnerstag bislang 268 Corona-Nachweise unter den mehr als 1200 Mitarbeitern gezählt.

Update, 12.15 Uhr: Auch in den Betrieben von Westfleisch in Gelsenkirchen, Lübbecke und Bakum in Niedersachsen gibt es keine Arbeiter, die mit dem Corona-Virus infiziert sind. Das teilte das Unternehmen mit Sitz in Münster am Donnerstag mit. 

Am Vortag hatte die Stadt Hamm darüber informiert, dass es auch am Westfleisch-Standort in Hamm keine positiven Testergebnisse gab. Damit sei keiner der rund 2300 Beschäftigen an diesen vier Standorten positiv getestet worden. "Auch wenn wir diese Ergebnisse erwartet haben, freuen wir uns sehr darüber", sagte Westfleisch-Vorstandsmitglied Carsten Schruck laut Mitteilung. 

Die genauen Infektionswege in den betroffenen Werken in Coesfeld und Oer-Erkenschwick müssten noch abschließend untersucht werden, hieß es in der Stellungnahme. Nach Angaben von Westfleisch sind am Standort in Oer-Erkenschwick knapp 40 Beschäftigte betroffen. 

Beim Werk in Coesfeld im Münsterland hatte der Kreis laut Angaben vom Mittwoch bislang 264 Corona-Nachweise unter den über 1200 Mitarbeitern gezählt.

Coronavirus in der Fleischindustrie: Unterkunft geschlossen

Update, 14. Mai, 11.10 Uhr: Die Bezirksregierung Detmold hat in Espelkamp bei Minden eine Sammelunterkunft für Arbeiter in der Fleischindustrie geschlossen. Die Prüfer hätten gravierende Mängel gefunden, erklärte die Bezirksregierung am Donnerstag. Die Hygienevorschriften aus dem Erlass der NRW-Landesregierung zur Eindämmung der Corona-Pandemie seien nicht eingehalten worden. Auch lasse der Zustand des Gebäudes einen ausreichenden Infektionsschutz nicht zu, teilte ein Sprecher mit. Hinzu kämen fehlender Brandschutz und weitere bauliche Mängel. Die Bewohner seien nach der Räumung auf andere Unterkünfte verteilt worden.

Coronavirus in der Fleischindustrie: Parteiübergreifend versagt

Update, 20.45 Uhr: "Wir haben deutlichen Anlass zu der Annahme, dass Infektionsketten sehr häufig mit den Unterkunftsbedingungen ursächlich zusammenhängen" - Karl-Josef Laumann (CDU), NRW-Gesundheitsminister, hat jahrelanges, parteiübergreifendes Versagen bei Missständen in Schlachtbetrieben eingeräumt.

Er unterstreicht, dass niemand, der schon länger  Arbeits- und Sozialpolitiker sei, könne "so tun, als wenn wir nicht wüssten, dass wir es in der Arbeits- und Unterbringungssituation der osteuropäischen Werkvertragsarbeitnehmer in der Fleischindustrie oft mit prekären Verhältnissen zu tun haben."

Coronavirus in der Fleischindustrie: Laumann gesteht Versagen ein

Zwar habe es in den vergangenen Jahren mehrere Anläufe von Bund und Ländern gegeben gegen prekäre Arbeitsverhältnisse in der Fleischindustrie vorzugehen. Doch es seien immer wieder Wege gefunden worden, Regelungen zu umgehen - zum Teil in einer Weise, die mit einem "normalen Menschenbild" nicht vereinbar sei, kritisierte Laumann. Durch die Infektionsschutzverordnung wegen des Coronavirus sieht der Minister jetzt aber neue Möglichkeiten dagegen vorzugehen: Der Arbeitsschutz dürfe jetzt nicht nur Werkswohnungen aufsuchen, sondern auch mit den Gesundheitsämtern in privaten und Sammelunterkünften kontrollieren.

Die SPD-Landtagsfraktion redet von einem "gravierenden Systemfehler". Die Missstände in der Fleischindustrie, die während der Coronavirus-Krise aufgedeckt wurden, seien nur die Spitze des Eisbergs. Vielmehr sei die gesamte Fleischindustrie darauf aufgebaut, mittels Werksvertragsarbeitern bei Subunternehmern "einen maximalen Profit herauszuholen".

Coronavirus in der Fleischindustrie: Tönnies warnt vor Generalverdacht

Fleischmogul Clemens Tönnies, der geschäftsführende Gesellschafter von Deutschlands größtem Schlachtbetrieb Tönnies, wehrt sich allerdings gegen die Vorwürfe und warnt davor, einen Generalverdacht auszusprechen: Laumanns Kritik dürfe nicht zur Manie werden. Tönnies verstehe aber die Lage des NRW-Gesundheitsministers: "Ich habe viel Verständnis für Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann. Er steht gerade sehr unter Druck"  

Update, 17.35 Uhr: Clemens Tönnies, geschäftsführender Gesellschafter bei Deutschlands größtem Schlachtbetrieb Tönnies, hat sich erneut gegen einen Generalverdacht gegen die Fleischindustrie in der Corona-Pandemie ausgesprochen. "Ich habe viel Verständnis für Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann. Er steht gerade sehr unter Druck und die Politik in Deutschland macht einen tollen Job. Aber seine Kritik darf nicht zur Manie werden", sagte Clemens Tönnies bei der Pressekonferenz des Unternehmens. Zuvor hatte der Kreis Gütersloh die ersten Zahlen nach Tests auf Corona-Infektionen bei Tönnies vorgestellt. 

Coronavirus in der Fleischindustrie: Laumann weist Vorwürfe zurück

Update, 17.19 Uhr: NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hat Vorwürfe zurückgewiesen, er habe unhaltbare Zustände in den Schlachthöfen einreißen lassen. NRW sei das erste Bundesland gewesen, dass Corona-Tests für alle Mitarbeiter in Schlachtbetrieben angewiesen habe, sagte Laumann am Mittwoch im Gesundheitsausschuss des Düsseldorfer Landtag. 

Alle Behörden in NRW hätten nach Bekanntwerden der Infektionsfälle in Schlachthöfen "schnell und umfassend reagiert", versicherte der Minister. Unmittelbar danach seien Hygienekonzepte angefordert, Regelungen für die Unterkünfte der Mitarbeiter getroffen und der Schlachtbetrieb Westfleisch im Kreis Coesfeld bis zum kommenden Sonntag geschlossen worden. 

Die Opposition hatte das Handeln der Landesregierung im Gesundheitsausschuss hinterfragt.

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hat Vorwürfe zurückgewiesen, er habe unhaltbare Zustände in Schlachthöfen einreißen lassen.

Coronavirus in der Fleischindustrie: Das sagt der Leiter des Pandemiestabes bei Tönnies

Update, 16.54 Uhr: Der Leiter des Pandemiestabes beim Fleischverarbeiter Tönnie s sprach in Bezug auf die bislang negativen Corona-Testergebnisse von einem Zwischenergebnis, auf dem sich das Unternehmen nicht ausruhen werde. "Wir hatten allerdings auch keine Covid-19-Großlage bei uns erwartet, weil es bislang im Kreis Gütersloh keine bestätigten Fälle gab, die mit unserer Produktion zu tun hatten", sagte Gereon Schulze Althoff bei einer Pressekonferenz am Mittwoch am Sitz der Tönnies-Zentrale.

Coronavirus in der Fleischindustrie: So ist die Lage bei Tönnies und Westfleisch

Update, 16.28 Uhr: Auch Ergebnisse der Massentests von Westfleisch in Hamm-Uentrop liegen jetzt vor - und damit ist klar, dass es in Hamm zunächst keinen neuen Lockdown geben wird. Es gab bei Westfleisch in Hamm offenbar nicht ein einziges positives Testergebnis.

Update, 16.08 Uhr: Die Corona-Tests bei Deutschlands größtem Fleischverarbeiter Tönnies in Rheda-Wiedenbrück sind bislang alle negativ ausgefallen. Bis Mittwochmittag hätten 784 Laborbefunde vorgelegen. "Diese Befunde waren alle negativ", teilte der Kreis Gütersloh mit. Am Montag und Dienstag seien knapp 2100 Beschäftigte getestet worden. 

Das Land hatte angeordnet, alle Beschäftigten der Schlachthöfe in NRW auf das Corona-Virus zu testen. Die Zahl der bei Tönnies zu testenden Mitarbeiter sei höher als die ursprünglich angenommene Zahl von 6500, hieß es weiter. 

Auf den Personallisten seien rund 7700 Personen erfasst. Darunter befänden sich aber auch Menschen, die nach Unternehmensangaben dort nicht mehr arbeiteten, sich in Elternzeit oder Mutterschutz befänden, länger erkrankt oder nur sporadisch im Werk anwesend seien.

Coronavirus in der Fleischindustrie: Tests bei Tönnies und Westfleisch

Update, 15.06 Uhr: Für den heutigen Mittwochnachmittag wird damit gerechnet, dass noch aktuelle Testergebnisse sowohl von Westfleisch als auch vom Branchenführer Tönnies veröffentlicht werden. 

Auf dem Parkplatz für Zulieferer des Fleischwerks Tönnies ist ein Zelt aufgestellt worden, in dem die Hygienemaßnahmen für die Lkw-Fahrer umgesetzt werden. Das Land NRW hatte nach einer Häufung von Coronavirus-Fällen bei Westfleisch in Coesfeld angeordnet, dass sämtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Schlachtbetriebe in NRW zu testen seien.

Bei Tönnies findet in Rheda-Wiedenbrück eine Pressekonferenz statt, in Hamm soll mitgeteilt werden, wie dort die Corona-Tests in der Westfleisch-Belegschaft ausgefallen sind. In beiden Fällen dürften die Zahlen jedoch noch nicht alle Tests beinhalten.

Coronavirus in der Fleischindustrie: "Sumpf austrocknen"

Update, 15.00 Uhr: NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann will die Corona-Pandemie nutzen, um gegen Missstände in der Fleischindustrie vorzugehen. "Ich betreibe da jetzt eine Politik der Null-Toleranz. Egal, wer Schlachthofbetreiber ist. Wir müssen jetzt diesen Sumpf austrocknen. Die Pandemie gibt uns die Möglichkeit, das zu tun", sagte der CDU-Politiker am Dienstagabend WDR 2

Bislang sei es nicht möglich gewesen, die Wohnungen der Werksarbeiter zu kontrollieren, weil diese privat angemietet werden. "Da galt der Schutz der Wohnung. Jetzt haben wir in der Pandemie die Möglichkeit, auf Grund des Infektionsschutzgesetzes mit den Gesundheitsämtern da rein zu gehen. Der Arbeitsschutz hatte da bislang überhaupt keine Rechte", sagte Laumann. 

"Meine Geduld mit der Fleischindustrie ist schon länger am Ende", sagte der Minister und beklagte, dass die Schlachtbetriebe ihr eigenes Kerngeschäft, also das Schlachten und Zerlegen der Tiere, ausgegliedert hätten. "Das wäre so, als wenn VW keine eigenen Autos mehr bauen würde, sondern sich nur noch um die Logistik kümmert."

Coronavirus in der Fleischindustrie: Landtag behandelt Thema

Update, 13. Mai, 8.49 Uhr: Der Gesundheitsausschuss des Düsseldorfer Landtags beschäftigt sich am heutigen Mittwoch ab 15.30 Uhr mit Corona-Brennpunkten in NRW. Die SPD-Opposition will von Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) wissen, seit wann die Behörden von Infektionen im Coesfelder Schlachthof Westfleisch gewusst haben und was unternommen wurde. 

In NRW sollen bekanntlich bis zu 20.000 Mitarbeiter aller Schlachtbetriebe auf das Corona-Virus getestet werden. In dem Coesfelder Betrieb waren nach Angaben des Kreises bis zum Dienstag bereits 260 von zunächst 1012 Getesteten positiv. Der Betrieb war bereits vergangenen Freitag vorübergehend geschlossen worden. 

Als Konsequenz aus dem Corona-Ausbruch bei Westfleisch ist ein Großteil der eigentlich von Montag an landesweit geplanten Lockerungen der Corona-Auflagen im Kreis Coesfeld um eine Woche verschoben worden. Die SPD fordert, "unhaltbare Zustände in der Fleischindustrie zu beenden". 

Coronavirus in der Fleischindustrie: Unterbringung als Problemfeld

Die Unterbringung der Beschäftigten in den Schlachthöfen und auch der Ernte-Saisonarbeiter steht als dringliche Frage auf der Tagesordnung des Ausschusses. In den Schlachthöfen sind viele Mitarbeiter bei Subunternehmern beschäftigt. Sie kommen häufig aus Ost- und Südosteuropa.

Für den heutigen Tag werden außerdem neue Testergebnisse von Westfleisch erwartet, die Tests in der Branche gehen unterdessen weiter.

Zudem beschäftigt sich der Landtag mit einem weiteren zentralen Corona-Thema: der Heinsberg-Studie. Der Bonner Forschungsleiter Hendrik Streeck ist zum Austausch über seine Ergebnisse in den Gesundheitsausschuss geladen.

Update, 14.52 Uhr: Nach dem Corona-Ausbruch bei Westfleisch in Coesfeld ist die Zahl der positiv auf das Virus getesteten Arbeiter auf 260 gestiegen. Mit Stand Dienstmittag waren 1012 der rund 1200 Beschäftigen getestet worden, 571 mit einem negativen Ergebnis, wie der Kreis Coesfeld am Mittag sagte. Am Montag hatte der Kreis 254 Infizierte gemeldet.

Coronavirus in der Fleischindustrie: Dumping-Wettbewerb in der Branche

Update, 13.26 Uhr: Mit Preisen wie 2,29 Euro für ein Pfund Rinderhack werben nach Angaben der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) in dieser Woche in NRW die Supermärkte – "obwohl die Corona-Krise die Herstellung von Fleisch und Wurst eigentlich viel teurer machen müsste", so die NGG in einer aktuellen Pressemitteilung.

"Bei der Schlachtung und Zerlegung herrscht seit Jahren ein knallharter Dumping-Wettbewerb – besonders zum Start der Grillsaison. Wohin dieser Preiskampf führen kann, zeigen die jüngsten Corona-Ausbrüche in Coesfeld und anderen Schlachthöfen", wird Isabell Mura, Geschäftsführerin der NGG-Region Südwestfalen zitiert.

Nach Informationen der Gewerkschaft hat die Arbeitsbelastung in den Schlachthöfen im Zuge der hohen Fleischnachfrage des Einzelhandels zuletzt stark zugenommen. "12-Stunden-Schichten sind in vielen Betrieben gang und gäbe. Es trifft vor allem die Werkvertragsbeschäftigten aus Osteuropa, die über Subunternehmen angestellt sind", so Mura. 

Coronavirus in der Fleischindustrie: Reguläre Jobs müssen entstehen

Die lange, körperlich harte Arbeit mache die Menschen anfälliger für Erkrankungen und schwäche ihre Widerstandskraft. Auch das sei ein Aspekt, der bei Covid-19-Infektionen nicht unter den Tisch fallen dürfe. Hinzu komme die Unterbringung. "Während überall Abstandsregeln und Kontaktsperren gelten, wohnen in den Gemeinschaftsunterkünften oft bis zu sechs Osteuropäer in einer 60-Quadratmeter-Wohnung. Dafür ziehen die Subunternehmer dann aber jedem Einzelnen auch noch 250 Euro vom ohnehin kargen Lohn ab", berichtet Mura. 

Vor allem die Gesundheitsämter müssten die Unterkünfte von Beschäftigten wesentlich intensiver ins Visier nehmen. Hier brüte überall im Land eine enorme Corona-Gefahr, so die NGG.

Um die Zustände in der Fleischwirtschaft dauerhaft zu verbessern, müssten aus Werkverträgen reguläre Jobs werden – bezahlt zu einem fairen Branchenmindestlohn, so die NGG. "Außerdem brauchen wir eine bessere Nachunternehmerhaftung, damit prekäre Arbeitsbedingungen und unwürdige Unterkünfte auch beim letzten Subunternehmen ausgeschlossen sind", betont Mura.

Coronavirus in der Fleischindustrie: Tests bei Tönnies angelaufen 

Update, 12.55 Uhr: Noch ein Blick über den Coesfelder Tellerrand hinaus, denn bei den NRW-weit angeordneten Coronavirus-Tests in der Fleischbranche hat der Kreis Gütersloh beim Marktführer Tönnies die ersten Proben genommen. Nach Angaben einer Sprecherin wurden am Montag 800 Mitarbeiter auf das Virus getestet. Das seien 300 mehr gewesen als für den ersten Tag geplant. Zahlen zu Dienstag lagen zunächst noch nicht vor. Mit Testergebnissen rechnet der Kreis nicht vor Mittwoch. 

Insgesamt arbeiten am größten Tönnies-Standort in Rheda-Wiedenbrück 6500 Mitarbeiter, darunter auch Angestellte in der Verwaltung. Nach Angaben eines Unternehmens-Sprechers entscheiden die Behörden, wer zur Risikogruppe gehört und getestet werden muss. Tönnies hat zwischen den Umkleideräumen und den Schlacht- und Zerlegeeinheiten eine Teststation aufgebaut.

Coronavirus bei Westfleisch: Tests am Standort Hamm beendet

Update, 8.57 Uhr: Die Corona-Massentests bei Westfleisch am Standort in Hamm sind am Montagnachmittag programmgemäß abgeschlossen worden. Ergebnisse werden Mittwoch, vielleicht aber auch erst am Donnerstag vorliegen, sagte ein Sprecher der Stadt. Dann wird feststehen, ob "Coesfelder Verhältnisse" möglicherweise auch in Hamm vorliegen. 

Der Auswertung der rund 1150 Tests, die seit Sonntag auf dem Uentroper Schlachthofgelände vorgenommen wurden, kann nicht vorgegriffen werden. Es gibt jedoch mindestens Indizien, dass sich das Phänomen Coesfeld in Hamm nicht wiederholt, wie WA.de* berichtet.

Coronavirus bei Westfleisch: Laumann vorsichtig optimistisch

Update, 15.29 Uhr: NRW-Gesundheitsminister Laumann stellt für den Kreis Coesfeld eine positive Prognose auf: Er sieht Chancen, dass die Lockerungen im Kreis nicht weiter verschoben werden müssten. Das wäre möglich, wenn sich das Infektionsgeschehen auf den Bereich des geschlossenen Schlachthofs beschränkt.

Update, 15 Uhr: In einer Pressekonferenz am Montag in Düsseldorf fordert NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann ein umfassendes, schlüssiges Hygienekonzept im Umgang mit dem Coronavirus für Schlachthöfe, das über den Betrieb hinaus. Es soll auch die Wohnsituation der Arbeiter und deren Transport von der Wohnung zum Schlachthof beinhalten. Das Verschieben von Verantwortung auf Subunternehmer sei inakzeptabel.

Die Frage, ob er befürchte, dass auch in anderen Kreisen die Lockerungen wieder zurückgenommen werden könnten, verneint er. In allen anderen Kreisen in NRW seien die Zahlen weit weg von der kritischen Obergrenze.

Update, 13.12 Uhr: Massentests beim nächsten großen Schlachtbetrieb: Beim Fleischverarbeiter Tönnies in Rheda-Wiedenbrück (NRW) haben am Montag die Massentests zur Überprüfung des Coronavirus begonnen. Nachdem beim Konkurrenten Westfleisch Covid-19 ausgebrochen ist, sollen in Nordrhein-Westfalen alle bis zu 20.000 Mitarbeitern in Schlachtbetrieben auf Sars-Cov-19 getestet werden. Doch Tönnies-Sprecher Andre Vielstädte zeigt sich zuversichtlich: "Wir haben keinerlei Anlass von einem besonderen Infektionsgeschehen im Betrieb auszugehen."

Coronavirus bei Westfleisch: Infektionen bei NRW-Landtag Thema

Update, 12 Uhr: Der Landtag in NRW befasst sich mit dem Ausbruch des Coronavirus in der Fabrik Westfleisch in Coesfeld. Die SPD will im Ausschuss vom nordrhein-westfälischen Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann wissen, seit wann die Behörden von den Infektionen unter den Arbeitern in dem Schlachthof gewusst haben, und was sie zur Eindämmung unternommen haben.

der gesundheitspolitische Sprecher der SPD, Josef Neumann, sagt laut einer Mitteilung: "Seit Mitte März sollen die Behörden über erste Infektionsfälle informiert gewesen sein." Neumann fährt fort: "Was haben die Gesundheitsämter und die Landesregierung seitdem unternommen, um eine Ausbreitung des Virus zu unterbinden?" Laumann müsse sich fragen lassen, welche Verantwortung er für diese Zustände habe.

Coronavirus bei Westfleisch: Infektionszahlen in Coesfeld steigen weiter

Update, 11. Mai, 9.55 Uhr: Die Infektionszahlen im Kreis Coesfeld sind weiter gestiegen. 780 Ansteckungen wurden am Sonntag im Kreisgebiet nachgewiesen. Das sind 35 mehr als am Samstag, teilte ein Kreissprecher mit. Die Zahl der festgelegten Obergrenze für Neuinfektionen beträgt 50 pro 100.000 Einwohner, im Kreis Coesfeld wurde diese deutlich überschritten: Knapp 96 Neuinfektionen kamen laut dem RKI hinzu.

Heute werden in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens die ersten Lockerungen nach dem Stufen-Plan von Laschet durchgeführt. Im Kreis Coesfeld bleiben diese Lockerungen um eine weitere Woche verschoben.

230 der Infizierten sind Mitarbeiter des Westfleisch-Werks. Das Unternehmen teilte mit, das bereits 952 der 1200 Mitarbeiter getestet worden. Der Standort bleibe weiterhin geschlossen. Am Sonntag wurden auch bei der Westfleisch-Fabrik in Hamm Massentests durchgeführt. 1000 Mitarbeiter seien getestet worden. Ergebnisse gab es am Montag noch nicht.

Coronavirus bei Westfleisch: Werke in NRW-Städten betroffen

Update, 20.15 Uhr: Massive Kritik an der Unterbringung von Schlachthof-Mitarbeitern: Branchenkenner zeigen sich von den hohen Infektionszahlen wenig überrascht. Die Wohnverhältnisse begünstigten die Ausbreitung des Virus. 

Update, 16.45 Uhr: Das NRW-Gesundheitsministerium gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner für den Kreis Coesfeld inzwischen mit 85 an. Sämtliche Mitarbeiter von Schlachtbetrieben in NRW müssen zum Corona-Test; alleinin Hamm, wo Westfleisch einen weiteren Standort betreibt, betrifft das1.200 Menschen. Allein am Sonntag sind dafür 600 Menschen angereist, die auf dem Werksgelände in Uentrop nun getestet werden.

Update, 13.25 Uhr: Das Verwaltungsgericht Münster hat einen Eilantrag der Firma Westfleisch gegen die befristete Schließung ihres von einem Corona-Ausbruch betroffenen Betriebes in Coesfeld abgelehnt. Der Kreis hatte die Schließung des Schlacht- und Zerlegebetriebes von Samstag bis 18. Mai verfügt. Diese auf dem Infektionsschutzgesetz beruhende Verfügung sei "nach Aktenlage aller Voraussicht nach rechtmäßig", teilte das Gericht am Sonntag mit.

Inzwischen seien mehr als 200 Beschäftigte des Betriebes positiv auf das Coronavirus getestet worden. Es sei davon auszugehen, dass es noch eine unbestimmte Anzahl von Corona-Verdachtsfällen oder Ansteckungen dort gebe.

Das Amt für Arbeitsschutz habe bei einer Überprüfung festgestellt, dass es sowohl im Bereich des Zerlegebandes als auch in den Umkleiden Probleme gebe, den Mindestabstand von 1,50 Metern einzuhalten, hieß es weiter. Die Mund-Nasen-Schutzmasken würden am Zerlegeband nicht korrekt getragen. Die Firma sei nicht in der Lage gewesen, Infektionsschwerpunkte zu benennen. Der Betrieb sei "aufgrund ersichtlich unzureichender Vorsichtsmaßnahmen" zu einer "erheblichen epidemiologischen Gefahrenquelle" nicht nur für die Belegschaft geworden. Das Argument der wirtschaftlichen Erwägungen der Antragstellerin griff nach Ansicht des Gerichts nicht durch. Die drohenden Nachteile seien rein finanzieller Natur und könnten sich gegenüber dem Lebens- und Gesundheitsschutz nicht durchsetzen.

Coronavirus bei Westfleisch: Corona-Ausbruch bei Westfleisch

Update, 11.59 Uhr: Nach dem Corona-Ausbruch bei Westfleisch in Coesfeld ist die Zahl der positiv auf das Virus getesteten Arbeiter bis Sonntagmittag auf 205 gestiegen. Nach Angaben des Kreises lag knapp die Hälfte der Ergebnisse von bisher rund 950 Corona-Tests vor.

Erneut seien am Sonntag Teams des Gesundheitsamtes vor Ort, um die Arbeiter des betroffenen Betriebes der Firma Westfleisch in ihren verstreut im Kreis Coesfeld liegenden Unterkünften zu testen und über die Quarantäne zu belehren, sagte ein Sprecher. Dabei unterstützten sie Dolmetscher. Die Arbeiter würden "engmaschig betreut". Insgesamt hat der betroffene Betrieb rund 1200 Beschäftigte.

Die Arbeiter sind nach Angaben von Westfeisch mehrheitlich in Wohnungen mit drei, vier oder fünf Personen untergebracht. Viele Arbeiter in der Fleischbranche kommen aus Osteuropa. Der Kreis Coesfeld hatte in Abstimmung mit der NRW-Landesregierung als Konsequenz aus dem Corona-Ausbruch bereits einen Großteil der eigentlich von Montag an landesweit geplanten Lockerungen der Corona-Auflagen um eine Woche verschoben. Außerdem sollen die bis zu 20.000 Mitarbeiter aller Schlachtbetriebe in NRW auf das Coronavirus getestet werden.

Coronavirus bei Westfleisch in Coesfeld: Pandemie-Hotspot

Der Grünen-Ortsverband in Dülmen im Kreis Coesfeld warf der Verwaltung vor, zu spät auf den Corona-Ausbruch reagiert zu haben. Schon zu Beginn der vergangenen Woche sei bekannt gewesen, dass sich in der Fleischfabrik ein Hotspot der Pandemie gebildet habe. Der Betrieb sei aber noch bis Freitag weitergelaufen.

Update, 10. Mai, 8.09 Uhr: Nach dem Corona-Ausbruch bei Westfleisch in Coesfeld nehmen die Behörden die Hygienezustände der Sammelunterkünfte der Beschäftigten ins Visier. Mehrere Teams des Kreisgesundheitsamtes schwärmten aus, um die Beschäftigten des Schlacht- und Zerlegebetriebes in ihren Unterkünften zu testen. Die Zahl der positiv getesteten Mitarbeiter stieg bis Samstag auf mehr als 180.

Die Arbeiter, von denen viele aus osteuropäischen Ländern kämen, wohnten verstreut in zahlreichen Unterkünften, etwa in Coesfeld oder Rosendahl, sagte Hüsing. Die Adressen und Standorte würden noch gesammelt. Die Corona-Fälle in dem Betrieb machen den weitaus größten Teil der Infektionen in dem Kreis Coesfeld aus.

Coronavirus bei Westfleisch: Zahl der Infizierten gestiegen

Update, 9. Mai, 14.35 Uhr:Die Zahl der positiv auf das Coronavirusgetesteten Mitarbeiter bei Westfleischin Coesfeldist bis Samstag auf mehr als 180 gestiegen. Das sagte der Sprecher des Kreises Coesfeld, Christoph Hüsing, am Samstag. Derzeit würden alle rund 1200 Mitarbeiterdes Betriebes getestet.

Mehr als 900 Abstricheseien bereits gemacht worden. Die Arbeiter, von denen viele aus osteuropäischen Ländern kämen, wohnten verstreut in zahlreichen Unterkünften, etwa in Coesfeld oder Rosendahl. Die Adressen und Standorte würden noch gesammelt. Die Corona-Fällein dem Betrieb machen den weitaus größten Teil der Infektionenin dem Kreis im Münsterland aus.

Die Zahl der akut Corona-Infizierten im Kreis Coesfeld lag nach einer Übersicht des Landeszentrums Gesundheit (LZG) von Samstag im Kreis Coesfeld bei gut 210. Dabei muss beachtet werden, dass die laufend aktualisierten Testergebnisse des Kreises für den betroffenen Fleischbetrieb noch nicht alle komplett in die Statistik eingeflossen sein könnten.

Nach dem Corona-Ausbruch in dem Betrieb der Firma Westfleisch waren viele der von Montag an landesweit geplanten Lockerungen der Auflagen im Kreis Coesfeld um eine Woche verschoben worden. Außerdem müssen die bis zu 20.000 Mitarbeiter aller Schlachtbetriebe in Nordrhein-Westfalen auf das Virus getestet werden. Der betroffene Betrieb wurde vorübergehend geschlossen.

Coronavirus bei Westfleisch: Neuinfektionen übersteigen Grenzwert deutlich

Update, Samstag, 9. Mai, 13.45 Uhr: Die aktuellen Zahlen des NRW-Gesundheitsministeriums zeigen, dass der Grenzwert für die Aufrechterhaltung der Corona-Beschränkungen im Kreis Coesfeld deutlich überschritten wird. Er lag am Samstag bei 76 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen. Bund und Länder hatten sich in dieser Woche darauf geeinigt, dass bei einem Wert von über 50 die Lockerungen in dem betroffenen Kreis gestoppt werden.

Update, 18.22 Uhr: Weil bei Westfleisch in Coesfeld 151 Mitarbeiter positiv auf Corona getestet wurden, muss der Kreis den Großteil seiner Lockerungen um mindestens eine Woche verschieben. Auch in Hamm müssen alle Westfleisch-Mitarbeiter jetzt getestet werden. Was bedeutet das für die 180.000-Einwohner-Stadt?

Update, 8. Mai, 17.04 Uhr: In Nordrhein-Westfalen gibt es nach dem Fall bei Westfleisch im Kreis Coesfeld in einem weiteren fleischverarbeitenden Betrieb eine hohe Zahl von Corona-Infektionen. In Oer-Erkenschwick (Kreis Recklinghausen) hätten sich in einem Schwesterbetrieb des Coesfelder Werks 33 von 1250 Mitarbeitern mit dem Virus angesteckt, teilte das NRW-Gesundheitsministerium mit. Ursprünglich hatte es von 150 Infizierten gesprochen und sich dann korrigiert.

Update, 16.34 Uhr: Nach den zahlreichen Corona-Infektionen bei Arbeitern von Westfleisch in Coesfeld sollen auch die Unterbringungsmöglichkeiten von Erntehelfern kontrolliert werden. Wie Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) sagte, werde man sich die Unterbringung von Saisonarbeitnehmern "genauer ansehen".

Die Bedingungen der Unterkünfte müssten nach der vorgeschriebenen zweiwöchigen Quarantäne gleich bleiben, erklärte Heinen Esser. Seit April dürfen ausländische Erntehelfer unter strengen Regeln in Deutschland arbeiten. So müssen sich in NRW die Unterkünfte auf dem Betriebsgelände der Landwirte befinden und dürfen bisher 14 Tage lang nur halb belegt werden.

Update, 16.18 Uhr: Die Firma Tönnies, Deutschlands größer Fleischverarbeiter, warnt nach zahlreichen Corona-Infektionen bei Westfleisch in Coesfeld davor, die Branche unter Generalverdacht zu stellen.

"Wir wurden in der Ernährungsindustrie vor acht Wochen aufgefordert, während des Lockdowns weiter zu arbeiten, so wie Krankenhäuser, Pflegeheime und die Energieversorgung", sagte Sprecher André Vielstädte auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur. Diesem Auftrag sei das Unternehmen nachgekommen - "bei dem Wissen, dass wir dadurch ein erhöhtes Infektionsrisiko haben".

Coronavirus bei Westfleisch in Coesfeld: Stellungnahme der Firma Tönnies

Update, 15.44 Uhr: Der von besonders vielen Corona-Infektionen betroffene Schlachtbetrieb Westfleisch in Coesfeld wird heute nach Schichtende vorübergehend geschlossen. Das teilte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann soeben in Düsseldorf mit.

Im Kreis Coesfeld ist die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnerin nach Laumanns Angaben auf 66 im Schnitt der vergangenen sieben Tage gestiegen. In dem dortigen Betrieb seien mit steigender Tendenz bislang 151 Infizierte festgestellt worden. In dem Werk gebe es 1200 Beschäftigte. Zunächst war von 129 Betroffenen die Rede gewesen.

Alle Öffnungen im Kreis Coesfeld, die für den 11. Mai vorgesehen waren, werden auf den 18. Mai verschoben. Schulen und Kitas seien davon nicht betroffen, in dem Bereich dürfen die für den 11. Mai geplanten Öffnungsschritte umgesetzt werden.

Die Verschiebung betreffe die Lockerung der Kontaktbeschränkungen, die Öffnung von Gaststätten und Freizeitparks. Auch Geschäfte mit mehr als 800 Quadratmetern Verkaufsfläche dürften am kommenden Montag nicht öffnen, sagte Laumann. Da gelte auch für Fitnessstudios und Tanzschulen.

Coronavirus bei Westfleisch in Coesfeld: Auch Schlachthof im Kreis Segeberg betroffen

Update, 14.32 Uhr: Nach Westfleisch in Coesfeld hat jetzt auch in Schleswig-Holstein ein Landkreis die von Bund und Ländern festgelegte Obergrenze neuer Corona-Infektionen überschritten. Mit 87 bestätigten aktuellen Fällen lag der Kreis Steinburg am Freitag über der Höchstzahl von 50 Neuinfizierten je 100 000 Einwohner. Der Grenzwert für den Kreis mit 131 000 Einwohnern liegt nach Behördenangaben bei 66 Neuinfektionen. Insgesamt gab es dort bislang 164 bestätigte Covid-19-Fälle. Drei Menschen starben. 74 sind wieder gesund.

Zu notwendigen Maßnahmen könnten noch keine Angaben gemacht werden, sagte eine Sprecherin des Kreises. Es gebe noch keine entsprechende Verordnung des Landesgesundheitsministeriums. Die meisten Infizierten sind Beschäftigte eines Schlachthofs in Bad Bramstedt (Kreis Segeberg). Ein Großteil der Ausländer, die dort arbeiten, sind auf dem Gelände einer Kaserne im Kreis Steinburg in einer Gemeinschaftsunterkunft untergebracht hat. In dem Schlachthof gab es bis Donnerstag 109 Infektionen.

Coronavirus grassiert bei Westfleisch in Coesfeld (NRW): SPD-Chef nimmt Laschet in die Pflicht 

Update, 12.44 Uhr: Nach den Corona-Fällen bei Westfleisch in Coesfeld fordert Thomas Kutschaty, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Landtag NRW, aufgrund der alarmierenden Zahlen rasche und deutliche Konsequenzen: "Der Landrat des Kreises Coesfeld muss den Lockdown für das Kreisgebiet einführen und die Lockerungen zurücknehmen, um den Pandemieherd einzudämmen", erklärte er.

Gleichzeitig nahm er NRW-Ministerpräsident Armin Laschet in die Pflicht und verweist auf die Vereinbarung, "die die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidenten getroffen haben. Sollte der Landrat sich weigern, diesen notwendigen Schritt zu gehen, ist Ministerpräsident Armin Laschet gefordert. Er hat die Vereinbarung mit der Kanzlerin mitgetragen und auch öffentlich verteidigt und gelobt. Laschet muss nun dafür sorgen, dass in seinem Bundesland das umgesetzt wird, was er beschlossen hat."

Update 8. Mai, 12.16 Uhr: Nach dem Corona-Ausbruch unter den Beschäftigten bei Westfleisch in Coesfeld sollen die Mitarbeiter aller Schlachtbetriebe in Nordrhein-Westfalen auf das Virus getestet werden. Das teilte Regierungssprecher Christian Wiermer mit.

Die Landesregierung in NRW nehme die Lage "sehr ernst", sagte der Sprecher. Deshalb habe das NRW-Gesundheitsministerium bereits am Donnerstagabend die Bezirksregierungen angewiesen, unverzüglich alle Beschäftigten von Schlachtbetrieben im Land auf Corona testen zu lassen. Insbesondere müssten Mitarbeiter getestet werden, die mit einem Werkvertrag beschäftigt seien. Zu den Maßnahmen gehöre auch die Kontrolle ihrer Unterkünfte, sagte Wiermer. Bei hygienischen Defiziten müssten Auflagen zur Nachbesserung erteilt werden.

Coronavirus grassiert bei Westfleisch in Coesfeld (NRW): Das sind die Folgen

Coesfeld - Bei der Firma Westfleisch in Coesfeld sind 129 mit dem Coronavirus infizierte Beschäftigte erfasst worden. Nun sollen alle 1200 Mitarbeiter an dem Standort getestet werden, berichtet wa.de*. Den Kreis Coesfeld stürzt diese Nachricht in ein großes Dilemma. 

Nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) ist damit der Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche überschritten - auf diesen Grenzwert hatten sich unter der Woche Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten geeinigt. 

Der Wert lag am Freitag bei 52,7. Wenn dieser Grenzwert erreicht wird, soll ein Notfallmechanismus greifen, und die Lockerungen können zurückgenommen werden. Dem Kreis Coesfeld drohen damit erstem in Nordrhein-Westfalen neue Beschränkungen in der Corona-Pandemie.

Insgesamt waren im Kreis Coesfeld in NRW am Donnerstag 676 Ansteckungen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Im Betrieb Westfleisch war die Zahl von 79 auf 129 Infizierte gestiegen. 13 von ihnen werden im Krankenhaus behandelt. Auf der Intensivstation liegt wegen Corona niemand, heißt es.

Corona bei Westfleisch in Coesfeld (NRW): Viele Tests auf Coronavirus

Schon in den vergangenen Tagen war im Umfeld der Firma Westfleisch in Coesfeld intensiv auf das Coronavirus getestet worden. "Die Eindämmung dieses Ausbruchs und damit die Gesundheit der Beschäftigten wie auch unserer Bevölkerung insgesamt hat oberste Priorität", betont Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr.

Der Landrat berichtet von ausführlichen Gesprächen mit der Geschäftsleitung von Westfleisch. "Das Unternehmen hat dabei deutlich gemacht, in dieser Situation den Produktionsbetrieb vorübergehend einstellen zu müssen", ergänzte er.

Alle Mitarbeiter bei Westfleisch in Coesfeld (NRW) sollen nun auf das Coronavirus getestet werden. Bislang sind 129 Infizierte gezählt.

Für Westfleisch bedeutet sich nun große Probleme in der Produktion. Es werde zu personellen Engpässen kommen. "Die Firma sieht vor, positiv getestete Beschäftigte, wie bereits jetzt auch schon geschehen, in zusätzlich angemieteten Unterkünften zusammenzufassen, um die Quarantäne konsequent zu gewährleisten", betont der Landrat. Westfleisch teilte derweil auf Anfrage des WDR mit, dass die Produktion in reduziertem Umfang weiter stattfinden könne.

Corona bei Westfleisch in Coesfeld (NRW): Sorge vor Rücknahme der Lockerungen

Im Kreis Coesfeld ist man wegen des Ausbruch des Coronavirus bei Westfleisch nun beunruhigt. "Natürlich ist die Sorge in der Bevölkerung groß, dass sich die Zunahme im Kreis negativ auf geplante Lockerungen* auswirken könnte", so Dr. Schulze Pellengahr.

Die Grenze von 50 Covid-19-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche werde man wohl weiter überschreiten. "Abgesehen von dem Ausbruch bei Westfleisch, waren die Zahlen zu den Neuansteckungen in der Bevölkerung des Kreises in den letzten Tagen stagnierend oder leicht rückläufig." 

Corona bei Westfleisch in Coesfeld (NRW): Keine Gefahr durch Produkte von Westfleisch

Der Ausbruch des Coronavirus bei Westfleisch in Coesfeld stelle aber keine Gefahr für Verbraucher dar, heißt es beim Kreis Coesfeld. Die Experten verweisen auf die Hygieneregeln, die ohnehin unabhängig von Corona in dem Betrieb gelten. Der Verzehr von Produkten sei daher ungefährlich.

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Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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