Fragen und Antworten

Verwirrung um Corona-Regeln in NRW: Ein Überblick über aktuell geltende Maßnahmen

Die Zahlen der Corona-Neuinfektionen steigen, die Verwirrung wird größer. Immer mehr Städte in NRW gelten als Hotspot und Risikogebiet. Deshalb fällt es schwer, den Überblick über aktuell geltende Regeln zu behalten.

Düsseldorf - Jeden Tag gibt es neue Corona*-Zahlen. Und mit den steigenden Werten steigt gleichzeitig auch die Zahl der Regeln und Maßnahmen zahlreicher Städte und Kreise in NRW zur Eindämmung von Covid-19.

Kaum jemand schafft es, den Überblick zu wahren. Ein beispielhafter Überblick über die Lage in NRW am Montag, den 12. Oktober.

BundeslandNordrhein-Westfalen
LandeshauptstadtDüsseldorf
Fläche34.110,26 km²
Einwohner17.947.221 (31. Dezember 2019)

Corona-Regeln in NRW: Wie viele Personen und Regionen sind betroffen?

Am Montagmittag lebten rund 4,2 Millionen Menschen in NRW in einem inländischen Risikogebiet. Bei knapp 18 Millionen Einwohnern im Land war das etwa jeder Vierte. In acht Städten - darunter Köln und Essen - sowie zwei Kreisen wurde laut Robert Koch-Institut die wichtige Warnstufe von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschritten (Stand Montagmittag). Zusätzlich meldete die Städteregion Aachen mit 557.000 Einwohnern eine Sieben-Tage-Inzidenz von 51 Neuinfektionen. Düsseldorf mit fast 622.000 Einwohnern lag zunächst noch minimal unter dem Schwellenwert, wurde am Montagabend aber auch zum Risikogebiet in NRW.

Corona-Regeln in NRW: Warum darf ein Kölner nicht nach Mainz reisen, ein Mainzer aber in Köln Urlaub machen?

Beide Städte sind Risikogebiete. Nicht nur NRW-Regierungschef Armin Laschet (CDU) findet den Zustand absurd und will das zum Thema der Ministerpräsidenten-Runde am Mittwoch machen. Hintergrund: Die Bundesländer können im Kampf gegen die Pandemie weitgehend in eigener Verantwortung über Einschränkungen entscheiden. Eine Mehrheit der Bundesländer hat ein Beherbergungsverbot für Reisende aus Orten mit sehr hohen Corona-Infektionszahlen beschlossen - es sei denn, sie können einen maximal 48 Stunden alten negativen Corona-Test vorlegen. In Rheinland-Pfalz gilt das ab diesem Dienstag. NRW ist diesen Schritt aber nicht gegangen. Hier darf noch jeder einreisen.

Corona-Regeln in NRW: Wer bezahlt den Test?

Laut Kassenärztlicher Vereinigung (KV) Westfalen-Lippe müssen Reisende aus inländischen Risikogebieten den Nachweis derzeit noch aus eigener Tasche zahlen. NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hatte angekündigt, dass diese Tests kostenfrei sein sollen. Noch nicht geklärt ist aber nach Angaben einer KV-Sprecherin, wann diese Regelung in Kraft treten wird.

Corona-Regeln in NRW: Ist ein Ergebnis binnen 48 Stunden machbar?

Ob Reisewillige aus Ü-50-Regionen, die in die gerade begonnenen Herbstferien starten wollen, bei dem aktuellen Ansturm auf die Testzentren noch rechtzeitig an ihr Ergebnis gelangen, ist unklar. „Das kommt auf die Auslastung des jeweiligen Labors an. Im Normalfall liegt das Ergebnis innerhalb von 24 bis 48 Stunden vor“, sagt Vanessa Pudlo von der KV. Es könne aber Verzögerungen geben. Wird das Ergebnis später als 48 Stunden nach dem Test auf den Hotel-Tresen am Zielort gelegt, war‘s das streng genommen schon mit dem Urlaub.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat neue Regeln und Maßnahmen angekündigt.

Corona-Regeln in NRW: Gilt die Corona-Testpflicht auch für Pendler?

Wenn jemand jobbedingt von Köln nach Mainz pendelt, muss er keinen Negativ-Test vorlegen. Der Kölner Pendler darf sich also in Mainz im Büro oder Betrieb aufhalten, mit dem Bus fahren, zu Mittag essen oder einkaufen. Aber Urlaub machen darf er nicht.

Corona-Regeln in NRW: Und Grenzpendler?

Für die gilt laut NRW-Corona-Schutzverordnung, dass sie sich einmalig beim örtlichen Gesundheitsamt melden müssen, wie die Städteregion Aachen betonte, die an Belgien und an die Niederlande grenzt. Das gelte etwa für Menschen, die häufig „zwingend notwendig und unaufschiebbar die Grenze zum Arbeiten, für den Besuch der Schule, der Universität oder aus medizinischen Gründen überqueren“ müssten.

Corona-Regeln in NRW: Was ist mit privaten Feiern?

Diese hatten sich oftmals als punktuelle Hotspots erwiesen. So hatte Hamm - vor einigen Tagen wies die Stadt vorübergehend die bundesweit höchste „Sieben-Tage-Inzidenz“ auf - besonders strenge Regeln erlassen. Dann ging es durcheinander. Um einen Flickenteppich zu verhindern, hat die Landesregierung am Montag einen Erlass an die Kommunen geschickt, der von Ministerpräsident Laschet angekündigte Maßnahme rechtlich festzurrt: Demnach sind ab sofort bei Hochzeiten, Taufen oder Geburtstagen außer Haus nur noch maximal 50 Personen erlaubt.

Corona-Regeln in NRW: Gibt es schon eine Sperrstunde?

In der größten NRW-Stadt Köln gilt ab 22 Uhr ein Alkoholkonsumverbot im öffentlichen Raum. Und an den Wochenenden - von Freitag ab 20.00 Uhr bis Montag um 6.00 Uhr darf an Hotspots kein Alkohol verkauft werden. Im neuen Erlass der Landesregierung werden die Kommunen angewiesen, ab dem Neuinfektions-Wert 50 „Öffnungszeiten gastronomischer Einrichtungen“ zu reduzieren und und zeitlich entsprechende Verkaufsverbote für alkoholische Getränke zu verfügen.

Corona-Regeln in NRW: Was sind die Strafen?

Wer etwa im Supermarkt keine Maske trägt, muss ein Bußgeld von 50 Euro zahlen. Im öffentlichen Nahverkehr sind weiterhin 150 Euro fällig - ohne zusätzliche Aufforderung. Im Restaurant kostet es Gäste 250 Euro, wenn sie einen falschen Namen angeben. Wirte müssen die Angaben auf Plausibilität überprüfen, werden aber nicht bestraft.

Rubriklistenbild: © Weronika Peneshko / dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare