Ab 1. März

Corona in NRW: Konkreter Zeitplan für Lockerungen liegt jetzt vor

Wann endet der Corona-Lockdown in NRW? Ministerpräsident Armin Laschet bleibt vage. Der Regierungspartner FDP aber legt nun einen konkreten Zeitplan vor.

Düsseldorf – Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Nordrhein-Westfalen steigt, doch die Rufe nach Lockerungen werden im Vorfeld des nächsten Bund-Länder-Gipfels am 3. März immer lauter. So setzt der Koalitionspartner FDP NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) unter Druck. Christof Rasche, Fraktionschef der Liberalen im Landtag, legte am Donnerstag konkrete Vorschläge für Öffnungen vor – überschrieben mit dem Titel „Jetzt, Einstieg in den Ausstieg!“ (News zum Coronavirus)

PolitikerChristof Rasche
ParteiFDP
Geboren4. Juni 1962 in Erwitte

Corona in NRW: Lockerungen für Gartencenter, Baumärkte und Fitnessstudios

Rasches Vorschlag für Lockerungen im Corona-Lockdown in NRW umfasst fünf Schritte. Zum 1. März fordert er die Öffnung für sämtliche körpernahe Dienstleistungen (Kosmetik, Nagelstudios, Maniküre, Massage) und damit eine Gleichbehandlung mit den Friseuren. Zudem sollen Gartencenter und Baumärkte öffnen und Termin-Shopping im Handel sowie in Möbel- und Autohäusern möglich werden. Kontaktbeschränkungen sollen wie in Rheinland-Pfalz auf zwei Haushalte plus eine Person festgelegt werden. In NRW dürfen sich den Corona-Regeln entsprechend nur mit den Angehörigen des eigenen Hausstandes und mit maximal einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person treffen.

Im zweiten Schritt soll ab dem 8. März der Einzelhandel öffnen dürfen. Lockerungen soll es zudem in den Bereichen Kultur und kontaktfreier Hallensport inklusive Fitnessstudios geben. Momentan dürfen nur zwei Personen gemeinsam auf Sportanlagen Sport betreiben. Weitere Schritte sind die Öffnung der Außengastronomie (15. März) und von Hotels sowie Restaurants (20. März). Alle Öffnungen müssten natürlich mit angemessenen Vorsichtsmaßnahmen wie Hygieneregeln verbunden sein.

Corona in NRW: Weniger Blick auf 7-Tage-Inzidenz

Forderung Nummer fünf ist eine Veränderung der Öffnungsstrategie im Corona-Lockdown in NRW. „Es müssen maßgebliche Indikatoren berücksichtigt werden“, so Rasche. Er verweist insbesondere auf die Leistungsfähigkeit des Gesundheitssystems (belegbare Intensivbetten, Beatmungsplätze), Fortschritte bei der Immunisierung, eine neue Teststrategie, verbesserte Kontaktverfolgung und den R-Wert.

„Der alleinige Blick auf die 7-Tage-Inzidenz ist falsch“, sagte Christof Rasche im Gespräch mit wa.de. Er sehe sich durch „die entstandene Dynamik“ bestätigt. „Die Erwartungshaltung ist enorm groß und ebenso berechtigt.“ Die Konferenz der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am 3. März komme zu spät, sie hätte Ende Februar stattfinden müssen.

Corona in NRW: Plan für Lockerungen in NRW

Die drei FDP-Minister in der NRW-Landesregierung weiß Christof Rasche bei seinem Plan für Lockerungen in NRW hinter sich. So fordert auch der Vize-Regierungschef Joachim Stamp einen Weg für Öffnungen in NRW ab März. Corona-Maßnahmen allein anhand von Inzidenzwerten festzulegen sei ebenso unzureichend wie sie zu ignorieren, sagte Stamp in dieser Woche.

Der Wert für Corona-Neuinfektionen innerhalb einer Woche in NRW lag am Donnerstag bei 64,3 – ein Plus von fast vier Punkten zum Vortag. Angestrebt für Lockerungen wird eigentlich ein Wert von unter 35. Die täglichen Corona-Fallzahlen steigen seit einigen Tagen konstant an.

Der Ball liegt nun vor dem Corona-Gipfel bei Ministerpräsident Armin Laschet. Sein Credo lautete zuletzt: „Vorsichtig bleiben und zugleich Perspektiven eröffnen“. Von einem starren Stufenplan, wie er bislang häufig diskutiert wurde, hält Armin Laschet offenbar nichts, berichtet ruhr24.de. Bei der Bund-Länder-Konferenz am 3. März will der NRW-Ministerpräsident deshalb offenbar einen Vorschlag unterbreiten, der Perspektiven für eine Öffnung vorsieht, die auf drei Schutzmechanismen basiert: Impfungen, Corona-App und Tests. - *ruhr24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Odd Andersen / dpa

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