Anderes Krisenmanagement

Corona: NRW-Stadt geht Sonderweg und kann schon bald auf Lockerungen hoffen

Eine Stadt ist besser durch die Corona-Pandemie gekommen als der Rest des Ruhrgebiets. Schon bald kann mit einer Beendigung der Ausgangssperre gerechnet werden.

Ruhrgebiet – Schon in der kommenden Woche können die Einwohner der Stadt Bottrop in der Corona-Pandemie* mit Lockerungen rechnen, wie RUHR24* berichtet. Das liegt auch an einem etwas anderen Krisenmanagement.

StadtBottrop
RegionRuhrgebiet
OberbürgermeisterBernd Tischler (SPD)

Ruhrgebiet: Bottrop zog früh die Corona-Notbremse und darf bald auf Lockerungen hoffen

Am Samstag (8. Mai) lag die Sieben-Tage-Inzidenz der Stadt Bottrop bei 103,8 und fiel im Vergleich zu Freitag (7. Mai) um 10,2. Wenn der Trend der vergangenen Woche sich bestätigt, kann mit Lockerungen Mitte Mai gerechnet werden.

Oberbürgermeister Bernd Tischler (SPD) sagt, dass das Krisenmanagement rund um Krisenstabsleiter Jochen Brunnhofer konsequent gehandelt habe, als laut NRW-Coronaschutzverordnung noch gar nicht nötig gewesen sei. Als erste Stadt im Ruhrgebiet habe man Ende März die Notbremse gezogen (alle News über Corona in NRW* bei RUHR24).

Das sei der entscheidende Punkt gewesen, heißt es aus dem Kreis des Krisenstabs der Stadt, wie die WAZ berichtet. Im Vergleich zu anderen Städten sei auch eine niedrigere Anzahl an Schwerkranken (2 Prozent der Infizierten) durch Covid-19 zu beobachten.

Ruhrgebiet: Corona-Impfungen gehen in Bottrop gut voran – doch es gibt auch Rückschläge

Auch beim Thema Impfungen sei man voll in Plan. 38,1 Prozent der Einwohner in Bottrop haben schon eine erste Impfung bekommen. 8,2 Prozent haben schon vollen Impfschutz (Stand: Freitag, 7. Mai).

Doch es gibt auch Rückschläge. Die Impfaktionen in sozialökonomisch schwierigen Stadtteilen habe man, wie es in einer Mitteilung der Stadt heißt, gestoppt. Als Grund wird das Problem mit dem Impfstoff von Johnson&Johnson angegeben. Die Ständige Impfkommission (Stiko) hatte die Zulassung aufgrund von Zweifeln zurückgezogen.

Corona in Bottrop/Ruhrgebiet: Keine größeren Ausbrüche unter Obdachlosen oder Flüchtlingsheimen

Seit Donnerstag (6. Mai) ist die Priorisierung mit dem Impfstoff von Astrazeneca* aufgehoben. Somit dürfte der Fortschritt bei den Impfungen in Bottrop und im Rest vom Ruhrgebiet weiter fortschreiten.

Positiv auf die Corona-Situation in Bottrop hätten sich auch die breiten Testangebote in der Stadt ausgewirkt und die Tatsache, dass es bislang zu keinerlei größeren Ausbrüchen unter Obdachlosen oder in Flüchtlingsheimen gegeben hat.

Ruhrgebiet: Wenn die Corona-Inzidenz an fünf Tagen unter 100 liegt, darf Bottrop lockern

Man sei sich aber auch bewusst, heißt es aus dem Krisenstab, dass nur wenige Infektionen die Zahlen wieder nach oben treiben würden. In Essen und im Kreis Recklinghausen werden ab Montag (10. Mai) die Schulen für den Wechselunterricht* wieder geöffnet.

Lockerungen treten laut der NRW-Coronaschutzverordnung dann in Kraft, wenn eine Stadt oder ein Kreis an fünf aufeinanderfolgenden Tagen eine Inzidenz von unter 100 hat.

Im Ruhrgebiet steht Bottrop gut da. Zwar haben der Kreis Wesel und der Ennepe-Ruhr-Kreis niedrigere Inzidenzen. Sie gehören aber nur formell zum Gebiet des Regionalverbandes Ruhr (RVR) und haben keine vergleichbare urbane Struktur. Lediglich Mülheim an der Ruhr kann steht mit einer Inzidenz von 83,8 (Stand: Samstag, 8. Mai) noch besser da. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Stadt Bottrop/dpa / Collage: RUHR24

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