Nicht unttätig bleibem

Corona-Impfung in NRW: 9 Tipps schaffen Abhilfe bei Termin-Mangel

Die Priorisierung bei den Corona-Impfungen ist seit Montag (7. Juni) Geschichte. Mit diesen Tipps und Tricks kommt man in NRW schneller an einen Termin.

Dortmund – Mit dem Wegfall der Priorisierung bei den Impfungen gegen das Coronavirus* kann sich jetzt jeder Einwohner in Deutschland impfen lassen. Zumindest in der Theorie. In der Praxis ist es aktuell noch etwas schwieriger, wie RUHR24* berichtet.

Bundesland NRW
Corona-Inzidenz26,0 (Stand: 8. Juni)
Corona-Impfungen (Erstimpfung / Zweitimpfung)48,6 Prozent / 22,3 Prozent

Corona-Impfung: Wie man in NRW schneller an einen Termin kommt

Das Problem: Aktuell gibt es noch nicht ausreichend Corona-Impfstoff für Impfzentren, Hausärzte und Betriebsärzte*. In den ersten Juniwochen wird es in NRW* voraussichtlich nur Termine für Zweitimpfungen geben.

Impfwillige müssen vor allen Dingen Geduld mitbringen. Trotzdem: Wer einfach nur sitzen bleibt und wartet, dass der Impfstoff zu ihm kommt, wird lange warten müssen. Denn man kann sich proaktiv darum kümmern, den Termin für die Corona-Impfung schneller zu bekommen (alle News zu Corona in NRW* bei RUHR24).

In der Theorie ist es möglich, sich bei der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein bzw. Westfalen-Lippe für Impfzentren anderer Städte zu registrieren. Ein Einwohner aus Dortmund kann sich bei Registrierung bei der KVWL auch in der Nachbarstadt impfen lassen, falls es vorab zu einer Registrierung gekommen ist. Es ist zusätzlich möglich, sich für Restimpfdosen zu registrieren.

Achtung: Aktuell (Stand: 8. Juni) ist eine Registrierung bei der KVWL für die Region Westfalen-Lippe aufgrund der Sperrung der Termine nicht möglich. Eine Registrierung bei der KVNO für die Region Nordrhein ist für Einwohner mit passender Postleitzahl möglich.

Eine Alternative zu den Terminvergaben für die Corona-Impfungen bei den Kassenärztlichen Vereinigungen in NRW ist die sogenannte Impfbrücke*. Dieses Angebot funktioniert als automatisierte Vergabe von kurzfristigen Impfterminen in verschiedenen Städten. In NRW sind die Impfzentren in Duisburg, Herne, Dortmund, der Rhein-Kreis Neuss und Wuppertal dort registriert.

Corona-Impfungen: Registrierungen sind der proaktive Weg in Richtung Immunisierung

Das Problem: Impfwillige können sich nicht direkt bei der Impfbrücke registrieren, sondern müssen das über die Kassenärztlichen Vereinigungen in NRW tun. Die Impfbrücke ist nach eigenen Angaben ein Werkzeug für Impfzentren und Impfstellen, den ihnen bekannten Impfwilligen einen kurzfristigen Termin zu geben. Ob eine direkte Registrierung in Zukunft bei der Impfbrücke möglich sein wird, ist aktuell unklar.

Verschiedene Städte in NRW haben Corona-Impfungen in Brennpunktvierteln forciert. Die Stadt Köln war mit den Impfaktionen in Chorweiler der Vorreiter. Andere folgten, etwa Dortmund im Stadtbezirk Mengede oder der Nordstadt. Auf dem Papier konnten sich nur Einwohner der Viertel dort mit dem Einmal-Impfstoff von Johnson & Johnson impfen lassen.

In Köln-Chorweiler hat es Impf-Aktionen in Brennpunktvierteln gegeben.

Doch hat es aus verschiedenen Städten in NRW Berichte gegeben, dass nicht nur Einwohner der Viertel, sondern auch andere Bürger geimpft werden konnten. Das hat beispielsweise in der Ruhrgebietsstadt Herne zwar für Kritik* gesorgt. Jedoch erschien es den Organisatoren besser, jeden Impfwilligen zu impfen als Impfdosen wegschmeißen zu müssen. Auch in Zukunft planen Städte solche Impfungen in Brennpunktvierteln.

Corona-Impfungen: Nicht nur Haus-, sondern auch Betriebs- und Fachärzte impfen in NRW

Auch bei Hausärzten (seit Ostern) und Betriebsärzten (seit dem 7. Juni) gibt es mittlerweile die Möglichkeit, sich gegen das Coronavirus* impfen zu lassen. Viele Praxen berichten von einem wahren Ansturm. Generell sollten Hausärzte für eine Registrierung zur Impfung besser via Mail angeschrieben als angerufen werden. Wichtig ist auch, sich nicht nur an Haus-, sondern auch an Fachärzte zu wenden. Denn auch Fachärzte, wie Gynäkologen, Kinderärzte oder Urologen können Impfungen verabreichen.

Ein kleiner aber nicht unbedeutender Trick, um schneller an eine Impfung zu kommen: Impfwillige sollten Astrazeneca nicht unbedingt ablehnen. Der Impfstoff ist durch die Ständige Impfkommission (Stiko) und die darauffolgenden Berichte der Medien zu Unrecht in Verruf geraten. Experten, wie SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach, haben sich für den Impfstoff ausgesprochen. Im Gespräch mit einem Arzt kann man das individuelle Risiko für Nebenwirkungen besprechen, dass für die allermeisten Menschen extrem gering ist.

Corona-Impfungen: Irrer Tipp der Verbraucherzentrale, um Telefonschleife zu umgehen

Die Verbraucherzentrale NRW hat einen ganz irren Tipp auf ihrer Facebookseite veröffentlicht. Im Detail geht es darum, sämtliche Ziffern bei der telefonischen Terminvereinbarung bereits mit der Rufnummer ins Telefon einzufügen. Man wählt die 116117, fügt mit einer langgedrückten Stern-Taste ein Komma ein, drückt 12 oder 121, fügt insgesamt fünf Kommata ein und beendet die Ziffernfolge mit der Postleitzahl des Wohnortes.

So kommt man nach Angaben der Verbraucherzentrale schneller durch die Warteschleife bei der telefonischen Terminvereinbarung für einen Corona-Impftermin:

  • 116117 – Rufnummer für die Telefonische Terminverinbarung
  • , = Komma via Stern-Taste
  • 12 = Anliegen: Impftermin in der eigenen Stadt
  • 121 = Anliegen: Impfertmin in einer anderen Region als der Wohnort
  • ,,,,, = 5 Kommata via fünfmal Stern-Taste
  • 44135 = Postleitzahl (hier: Dortmund)
  • 116117,12,,,,,44135 = Terminvereinbarung für einen Corona-Impftermin in Dortmund

Letztendlich gibt es auch noch andere Möglichkeiten, alle Hebel für eine Corona-Impfung in Bewegung zu setzen. Das Portal sofort-impfen.de hat das Ziel Ärzte und Impfwillige zusammenzubringen und will vermeiden, dass Impfdosen ungenutzt liegen bleiben. Eine Registrierung ist notwendig.

Corona-Impfungen: Ärzte und Impfwillige sollen mit Apps zusammengebracht werden

Die App Impf-Finder funktioniert ähnlich, ist aber ohne Registrierung möglich. Impfwillige können sich im Umkreis ihres Wohnortes nach Impfdosen informieren.

Besonders aktuell (8. Juni) ist es jedoch aufgrund der Aufhebung der Impfpriorisierung und des akuten Impfstoffmangels sehr schwierig, einen Ersttermin zu bekommen. Dennoch gilt: Wer sich überhaupt nicht bemüht, der wartet am längsten oder gar für immer. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Marijan Murat/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare