Krabbelei rund ums Ei: Cirque du Soleil zeigt "Ovo" in NRW

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Das „Ovo“-Highlight: Ein dutzend Trampolin-„Grillen“ bevölkern die Rückwandkulisse der Bühne.

Köln - "Ovo" heißt das Programm, mit dem der Cirque du Soleil derzeit in Köln und demnächst in Oberhausen gastiert. Wir haben die Premiere in der Lanxess-Arena gesehen. Und sagen Ihnen, ob es sich lohnt.

Wie gewohnt, sind die Artisten des Cirque du Soleil in phantasievolle Kostüme gehüllt. Bei „Ovo“ sind es überwiegend Waldinsekten.

Der Cirque du Soleil wird von seinen Fans weltweit geliebt für eine prächtige, farbenfrohe Optik, für phantasievolle, eingängige Live-Musik, für eine charmante Atmosphäre, für verträumte, stimmige Storys. Und natürlich für herausragende Artistik. Dafür verkauft sich das kanadische Unternehmen sprichwörtlich teuer. Daran gemessen, scheitert es mit der aktuellen Produktion „Ovo“ an den eigenen Ansprüchen. Begeisternden Applaus gab es bei der Premiere in Köln trotzdem.

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Ursprünglich im Jahr 2009 zum 25. Geburtstag des Cirque du Soleil konzipiert, wird „Ovo“ nach mehreren Tournee-Jahren im Zelt seit 2016 in den großen Multifunktions-Arenen gezeigt. Das reduziert die Chance für eine atmosphärisch dichte Darbietung eigentlich schon im Vorfeld. Wenn wie am Mittwochabend in Köln noch weite Teile der halb abgeteilten Lanxess-Arena unbesetzt sind und viele der laut Veranstalter 2800 Besucher nach rigiden Taschenkontrollen und -vorschriften schon genervt ihre Plätze einnehmen, dann sollte die Darbietung wenigstens die daran geknüpften Erwartungen erfüllen.

Das tut sie aber leider nicht.

Vor Beginn zieht ein riesiges Ei („Ovo“) auf der Bühne die Blicke auf sich; viele Fotos werden gemacht. Ein reiner Selbstzweck. Denn was es damit auf sich hat, bleibt im folgenden leider im Dschungel der wie tierische Waldbewohner verkleideten Artisten verborgen: Außerhalb des „Krabbel-Mottos“ gibt es nämlich keine Story und damit keinen roten Faden. Die Artistiknummern sind bei genauerem Hinsehen trotz reizvoller bunter Verpackung überwiegend recht gewöhnlich. Die reine Spielzeit beträgt nur rund 95 Minuten; und diese wird teilweise noch gestreckt von einer im Verlauf zunehmend uninspiriert wirkenden Clown-Inszenierung.

Hin und wieder gelingt es der Show trotz des gewohnt opulenten und technisch ausgereiften Bühnenbilds aber doch, die optisch kühle Halle vergessen zu machen. Das liegt dann vor allem an drei starken (von insgesamt nur neun) Nummern, von denen besonders eine zeigt, wie fantastisch der Cirque du Soleil sein kann: als gefühlt dutzende als Grillen verkleidete Trampolin-Springer die Mauer-Kulisse leichtfüßig und originell in ein regelrechtes Insektennest verwandeln. Geschickt ans Ende platziert, zollen die spürbar überwältigten Besucher allen Artisten beim knallig bunten Finale Respekt in Form von stehenden Ovationen.

„Ovo“ wird in der Kölner Lanxess-Arena noch bis Sonntagabend aufgeführt. In Oberhausen ist die Show vom 5. bis 8. April 2018 in der König-Pilsener-Arena zu Gast. Karten für alle Vorstellungen gibt es online und bei den bekannten Vorverkaufsstellen.

Quelle: wa.de

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