Chile will den Sektenarzt Hartmut Hopp

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Der Sektenarzt Hartmut Hopp steht mit seiner Frau in Willich an einer Bushaltestelle (Foto vom 25. August).

KREFELD - Chile fordert eine Auslieferung des nach seiner Verurteilung nach Deutschland geflohenen Sektenarztes Hartmut Hopp. Der Oberste Gerichtshof in Santiago beschloss am Dienstag, einen entsprechenden Antrag an die deutschen Behörden zu stellen.

Der gebürtige Deutsche Hopp wird beschuldigt, als rechte Hand des Colonia-Dignidad-Gründers Paul Schäfer für Kindesmissbrauch und Folter verantwortlich gewesen zu sein. Auch die Staatsanwaltschaft in Krefeld, wo Hopp derzeit lebt, hatte im August Ermittlungen gegen ihn aufgenommen. Das Auslieferungsbegehren liege vor, sagte gestern ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Mittwoch. Es sei aber Sache der Bundesbehörden, darüber zu entscheiden. Nach Angaben des Auswärtigen Amts ist dort bislang noch kein Auslieferungsantrag eingegangen. Hopp sei jedoch ohnehin vor einer Auslieferung nach Chile durch das Grundgesetz geschützt.

Hopp war im Mai nach Deutschland geflohen, nachdem ihn ein Gericht wegen Beihilfe zum Kindesmissbrauch verurteilt hatte. Der Deutsche leitete das Krankenhaus der Anfang der 1960er Jahre von Paul Schäfer gegründeten Auswandererkolonie Colonia Dignidad in Chile. Der verurteilte und vor zwei Jahren in Haft verstorbene Schäfer war neben Menschenrechtsverletzungen auch wegen Kindesmissbrauchs zu 25 Jahren Haft verurteilt worden. - dapd/dpa

Quelle: wa.de

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