Chefermittler: Handy-Daten verrieten Mircos Mörder

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Der Leiter der SoKo "Mirco", Ingo Thiel, äußert sich am 28. Januar 2011 in Mönchengladbach zur Festnahme eines Tatverdächtigen im Fall des verschwundenen Mirco aus dem niederrheinischen Grefrath.

GREFRATH - Der Chefermittler im Fall des ermordeten Mirco aus Grefrath am Niederrhein hat ein Buch über die Jagd nach dem Täter geschrieben. Die Handy-Daten hätten zum Durchbruch geführt - das könnte die Diskussion um die Vorratsdatenspeicherung bereichern.

Die Handy-Daten des Mörders haben zum Durchbruch im Fall Mirco geführt. Das berichtet der Chefermittler des Falls, Ingo Thiel, in einem Buch, das am kommenden Montag erscheint und der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Ein Abgleich der rekonstruierten Fahrt-Route des Kindermörders mit den zur Tatzeit an den Funkmasten eingeloggten Handys habe die Ermittler zum inzwischen rechtskräftig verurteilten Täter, einem damaligen Telekom-Manager, geführt.

240 000 Mobilfunk-Daten hätten sie dafür ausgewertet, bis sie nach 133 Tagen fündig geworden seien: "Die Spur eines Handys, das sich genau an die Route des Entführers schmiegt." Später hatten auch DNA- und Faserspuren den Verdacht bestätigt. Der Mörder hatte die Tat schließlich gestanden und die Ermittler zur Leiche geführt.

Das Buch ist politisch brisant, weil das Bundesverfassungsgericht das Gesetz zur Speicherung dieser Daten ein halbes Jahr vor dem Verschwinden des Jungen für verfassungswidrig erklärt hatte. Seitdem ist die Vorratsdatenspeicherung politisch blockiert, obwohl die Verfassungsrichter keine grundsätzlichen Bedenken haben. Die Telekom löscht die Daten seither deutlich schneller.

Ein Telekom-Sprecher erklärte am Donnerstag, die Datenanfrage der Polizei sei noch vor Ablauf der 30-Tage-Frist erfolgt, bis zu der die Funkmast-Daten damals zu Rechnungszwecken legal gespeichert worden seien. Vor dem Einfrieren der sogenannten Vorratsdatenspeicherung seien die Daten noch 180 Tage lang gespeichert worden. Inzwischen seien es aber nur noch sieben Tage.

Von Mircos Handy hatten die Ermittler gar keine Funkmastdaten erhalten. Er hatte einen Vertrag bei einer anderen Mobilfunkgesellschaft. Bei einem Abgleich des Bewegungsprofils seines Handys wären die Ermittler vermutlich deutlich schneller auf die Spur des Täters gekommen. Ermittler hatten immer wieder auf die Notwendigkeit dieser Daten hingewiesen. - lnw

Quelle: wa.de

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