Chef der Uni-Klinik muss nach Untreue-Anklage gehen

DÜSSELDORF - Für die Behandlung von Patienten auf eigene Rechnung soll der Direktor des Düsseldorfer Uni-Klinikums einen Klinik-Arzt eingesetzt haben: Nun muss er seinen Posten räumen.

Der ärztliche Direktor der Uni-Klinik Düsseldorf, Wolfgang Raab, muss nach einer Anklage wegen Untreueverdachts seinen Posten räumen. Raab vertrete ab sofort nicht mehr das Universitätsklinikum, teilte eine Sprecherin des Klinikums nach einer mehrstündigen Sondersitzung des Aufsichtsrats mit. Man führe Trennungsgespräche mit dem Professor.

Der Zahnarzt hatte die ärztliche Leitung der Uni-Klinik in einer wirtschaftlich schwierigen Phase übernommen. Dabei war ihm das Recht eingeräumt worden, in einer Privatambulanz in der Uni-Klinik Patienten auf eigene Rechnung zu behandeln.

Raab soll dafür aber einen von der Universität bezahlten Zahnarzt eingesetzt haben, während er die Leistungen als eigene abgerechnet haben soll. Durch den zweckwidrigen Einsatz dieses Arztes sei der Universität in vier Jahren ein Schaden von 350 000 Euro entstanden, so die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft.

Raab hatte argumentiert, es sei bekanntgewesen, dass er sich vertreten lassen müsse. Andernfalls hätte er den Job als Krisenmanager des Klinikums gar nicht angetreten.

Er hinterlässt seinem Nachfolger ein gewaltiges Problem: Das bereits vor Jahren fertiggestellte, fast 200 Millionen Euro teure, neue Operationszentrum des Uni-Klinikums steht nach wie vor still. Wegen Problemen mit Brandschutzauflagen hatte das Gebäude, dessen Unterhalt viel Geld verschlingt, keine Betriebserlaubnis erhalten. - lnw

Quelle: wa.de

Rubriklistenbild: © dpa/dpaweb

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