CDU greift Jäger nach Fankrawalle auf Schalke an

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Gewaltbereite Fußballfans stellen ein Problem für die Polizei dar.

DÜSSELDORF - Ist das neue Konzept von Innenminister Ralf Jäger (SPD), nur noch bei Risiko-Fußballspielen viele Polizisten einzusetzen, gescheitert? Diese Frage wird am Donnerstag im Innenausschuss des Landtages diskutiert.

Von Robert Vornholt

Vor dem Hintergrund der Massenschlägerei nach der Erstliga-Partie zwischen dem Bundesligisten FC Schalke 04 und Hertha BSC Berlin hat die CDU-Fraktion dazu eine Aktuelle Viertelstunde beantragt. Bei den Auseinandersetzungen am Samstagabend am Gelsenkirchener Hauptbahnhof waren zwölf Polizisten verletzt worden.

Der Vorfall hat deutliche Kritik bei der Gewerkschaft der Polizei (GdP) ausgelöst: „Die Aufteilung in Risiko- und Nichtrisikospiele mit einsatztaktischen Vorgaben ist ein Spiel mit dem Feuer“, meint NRW-GdP-Chef Arnold Plickert. Er hält Jägers Strategie für gescheitert.

Innenminister Ralf Jäger (SPD)

Das NRW-Innenministerium kontert: „Es wäre naiv zu glauben, dass Fußball und Gewalt völlig zu trennen sind. 99 Prozent der Fans sind friedlich. Nur einige wenige Gewalttäter nutzen den Fußball für Randale. Um dieses eine Prozent müssen wir uns bundesweit besonders kümmern. Dabei setzt die Polizei auf den Schulterschluss mit Vereinen, Verbänden und friedlichen Fans. Wir haben das gemeinsame Anliegen, Krawallmacher und Gewalttäter vom Fußball fernzuhalten.“ Es habe keine Hinweise gegeben, dass es zu Auseinandersetzungen kommen werde, verweist Ministeriumssprecher Ludger Harmeier auf eine friedliche Begegnung der Fans vor einem Jahr und genügend eingesetzten Polizisten, obwohl das Spiel als nicht risikoreich eingeschätzt worden sei.

In einem Pilotversuch hatte Jäger unlängst die Polizeipräsenz bei unproblematischen Partien gesenkt, um insgesamt nicht noch weitere Ordnungskräfte bei mehr Begegnungen in den ersten drei Fußball-Ligen aufbieten zu müssen. „Das Konzept der ausgestreckten Hand in Richtung gewaltbereite Fußballszene scheitert daran, dass die Selbstreinigungskräfte innerhalb dieser Szene sich nicht durchsetzen können. Die vielen gewaltgeneigten und –bereiten Krawallmacher verstehen keine ausgestreckte, sondern nur eine harte Hand“, meint Plickert. Der innenpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Theo Kruse, sieht mit dem Vorfall die „innenpolitische Pannenstatistik des Ministers um ein Kapital reicher“.

Quelle: wa.de

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