CDU-Fraktion: Laumann macht knapp das Rennen

Karl-Josef Laumann

DÜSSELDORF ▪ Der Westfale Karl-Josef Laumann (52) ist neuer Chef der CDU-Landtagsfraktion und damit das neue Gesicht der CDU in der Zeit nach Jürgen Rüttgers. In einer Kampfabstimmung konnte sich der bisherige Arbeits- und Sozialminister mit 34:32 Stimmen denkbar knapp gegen Armin Laschet durchsetzen.

Der Bauernsohn aus dem Münsterland, der 17 Jahre im Metallhandwerk arbeitete, bevor er in die große Politik (Bundestag) ging, konnte den Akademiker und Modernisierer Laschet ausstechen. Die große Oppositionsfraktion startet damit tief gespalten in ihre neue Rolle im Landtag. Laumann wird erst einmal einige Mühe damit haben, beide Lager wieder zu versöhnen.

Unter seiner Führung werde die CDU-Landtagsfraktion von Anfang an der rot-grünen Minderheitsregierung Paroli bieten, sagte Laumann, der auch Bundesvorsitzender der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) ist. Mit ihm werde es aber keine Fundamentalopposition geben. „Wir werden in den wesentlichen Politikfeldern eigene Alternativen anbieten“, sagte der neue Oppositionsführer. Dabei wolle er auf die zurückliegenden fünf Jahre Regierungszeit aufbauen. „Wir können stolz sein auf das Erreichte.“ Schwarz-Gelb habe „Riesenakzente“ gesetzt, etwa in der Umwelt-, Schul- und Jugendpolitik, aber auch bei der Konsolidierung des Landeshaushalts.

Eine Kampfansage hatte Laumann auch gleich parat: Sollte Rot-Grün die Einheitsschule einführen, „dann werden wir das Gymnasium mit allen verfassungsrechtlichen Mitteln verteidigen“.

Verlierer Laschet soll

eingebunden werden

Dem unterlegenen Laschet sicherte Laumann eine herausgehobene Position in der Fraktion zu: Laumann betonte, dass es „mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede“ mit dem Rheinländer gebe. „Zusammen formen wir eine starke Opposition, die inhaltliche Alternativen zur Regierung haben wird“.

Laumann wiederholte nochmals, dass er nicht den Parteivorsitz anstrebe. „Ich werde mich mit all meiner Kraft auf die Riesenaufgabe als Fraktionsvorsitzender konzentrieren“, sagte Laumann. Als seine Hauptaufgabe sehe er es, die verprellten Stammwähler der CDU wieder stärker anzusprechen. Die CDU hatte bei der Landtagswahl am 9. Mai 330 000 so genannte Stammwähler verloren.

Auch Armin Laschet bekam das Wort: „Ich freue mich nicht über das Ergebnis“, bekannte er freimütig. „Aber ich freue mich darüber, dass wir einen sehr guten Fraktionsvorsitzenden haben.“ Der bisherige NRW-Familien- und -Integrationsminister betonte, die Wahl Laumanns sei keine Richtungsentscheidung. Als disziplinierter Parteisoldat bot er sogar seine Dienste an: „Da, wo Karl-Josef Laumann mich haben will, werde ich meinen Beitrag leisten.“

CDU-Generalsekretär Andreas Krautscheid begrüßte gegenüber unserer Zeitung die Zusammenarbeit beider Spitzenpolitiker. Bei dem äußerst knappen Wahlausgang müsse Laschet eine andere herausgehobene Position bekommen.

Detlef Burrichter

Quelle: wa.de

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