Es wird teurer

Neuer Bußgeldkatalog 2020: Härtere Strafen für Temposünder - Änderungen im Überblick

Der neue Bußgeldkatalog 2020 gilt. Er bringt neue Regeln, darunter härtere Strafen für Falschparker und Temposünder. Die Änderungen im Überblick.

  • Seit Dienstag (29. April) gilt ein neuer Bußgeldkatalog.
  • Strafen werden erhöht. Auch der Führerschein ist schneller weg.
  • Alle Änderungen und Neuerungen im Überblick.

NRW - Autofahrer, die sich nicht an die in der Straßenverkehrsordnung festgelegten Regeln halten, müssen sich seit auf härtere Strafen einstellen. Seit Dienstag, 28. April, gilt der neue Bußgeldkatalog. Das beutetet in der Kurzfassung: tiefer in die Tasche greifen, Verstöße werden teurer. Auch Fahrverbote sind jetzt "schneller" und "einfacher" zu haben.

Wer zu schnell fährt, unerlaubt eine Rettungsgasse nutzt oder auf einem Radweg hält, muss sich künftig auf härtere Strafen einstellen. Es gelten am Dienstag, 28. April, neue Regeln im Straßenverkehr. Die Neuerung der Straßenverkehrsordnung sieht innerorts wie außerorts strengere Ahndungen für Verstöße vor. Demnach gelten für Raser und Falschparker wesentlich höhere Bußgelder - auch Fahrverbote sollen mit den Änderungen eher verhängt werden als zuvor.

Bußgeldkatalog 2020 mit Änderungen: Halten auf Radfahrer-Schutzstreifen

Nach der neuen Bußgeld-Verordnung darf etwa auf Schutzstreifen für Radfahrer am Straßenrand nicht mehr gehalten werden. Wer das dennoch tut, dem drohen bis zu 100 Euro Strafe und sogar ein Punkt im Fahreignungsregister, also in "Flensburg".

Bisher war Halten dort bis zu drei Minuten lang erlaubt. Parken in zweiter Reihe wurde bisher mit 20 Euro geahndet, jetzt wurde die Strafe mehr als verdoppelt: 55 Euro werden jetzt fällig! Wer dabei auch noch andere behindert oder gefährdet, riskiert sogar ein noch höheres Bußgeld und muss bis zu 110 Euro zahlen.

Eine Regel-Verschärfung, die viele befürworten dürften, zielt auf Rettungsgassen-Verweigerer ab: Wer also im Stau unerlaubt durch eine Rettungsgasse für Einsatzfahrzeuge fährt, um beispielsweise schneller voranzukommen, kann mit bis zu 320 Euro, einem Monat Fahrverbot und zwei Punkten in Flensburg bestraft werden. Diese Regelung ist vollkommen neu: Bislang drohte so eine Strafe nur, wenn Autofahrer keinen Platz für eine Rettungsgasse bildeten.

Bußgeldkatalog 2020 mit Änderungen: Härtere Strafen für Raser

Auch Raser werden künftig härter mit einem Bußgeld belegt: In Ortschaften reichen von nun an 21 Stundenkilometer mehr als erlaubt, um 80 Euro Strafe, einen Punkt und einen Monat Fahrverbot zu kassieren (bisher 31 km/h). Außerorts liegt die Grenze bei 26 km/h.

Anders als bisher kann schon beim ersten Mal der Führerschein für einen Monat weg sein. Außerdem: Wer bis zu 20 Stundenkilometer zu schnell fährt, muss - innerorts wie außerorts - künftig auch mit doppelt so hohen Bußgeldern rechnen wie bisher.

Neue Regeln gelten auch beim Überholen von Radfahrern, Fußgängern und Elektro-Tretrollern. Zu ihnen muss innerorts von nun an mindestens 1,5 Meter Abstand gehalten werden, außerorts sind 2 Meter notwendig. Bislang war lediglich ein "ausreichender Seitenabstand" vorgeschrieben.

Auch die Nutzung einer Blitzer-App wird drastischer bestraft.

Mit der geänderten Straßenverkehrsordnung soll vor allem der Verkehr für Radfahrer und Fußgänger sicherer werden. Auch für Carsharing, also gemeinsam genutzte Autos, und Autos mit Elektro-Antrieb soll es Vorteile geben. Für sie können etwa Parkplätze künftig einfacher ausgewiesen werden.

Bußgeldkatalog 2020 mit Änderungen: Die Strafen im Überblick

Bußgeldkatalog 2020: Ab 21 km/h zu viel ist der Führerschein weg

  • Wer inner- und außerorts mit 16 km/h zu schnell unterwegs ist, muss mit einem Punkt rechnen. Außerdem gibt es ein Bußgeld von 70 Euro (innerorts) und 60 Euro für Überschreitungen außerorts. Außerdem hat eine innerörtliche Überschreitung des Tempolimits um 21 km/h weitreichendere Konsequenzen als bisher. Zu einem Bußgeld in Höhe von 80 Euro sowie zwei Punkten in Flensburg erwartet den Temposünder nun ein einmonatiges Fahrverbot. 
  • Außerorts greifen die Strafen (95 Euro, Fahrverbot für einen Monat) ab einer Überschreitung von 26 km/h. Damit wird auch die alte Regel hinfällig, nach der Temposünder, die zweimal innerhalb von zwölf Monaten mindestens 26 km/h zu schnell unterwegs waren, mit einem Fahrverbot belegt werden können. 
  • Es gibt strengere Regeln fürs Parken an unübersichtlichen Kreuzungen. Wer sein Auto an einer unübersichtlichen Stelle parkt, zahlt 35 statt 15 Euro. Die Kosten für das Parken in einer Feuerwehrzufahrt steigen von 35 auf 55 Euro. 
  • Wer Einsatz- oder Rettungsfahrzeuge behindert, muss mit 100 Euro Strafe und einem Punkt rechnen.
  • Wer auf einem Schwerbehinderten-Parkplatz oder auf für E- und Carsharing-Fahrzeuge vorgesehene Parkplatz parkt, muss 55 Euro zahlen. Das Parken oder Anhalten in zweiter Reihe wird nun mit mindestens 55 Euro geahndet. 
  • Das Nutzen einer Blitzer-App während der Fahrt kostet 75 Euro Bußgeld und einen Punkt in Flensburg. 
  • Das Verursachen von unnötigem Lärm und Abgas, zum Beispiel beim Motor aufheulen lassen, sowie das unnütze Hin- und Herfahren kann bis zu 100 Euro kosten.

Bußgeldkatalog 2020 mit Änderungen:: Diese Strafen drohen jetzt

  • Wer im Stau unerlaubt durch eine Rettungsgasse für Einsatzfahrzeuge fährt, kann mit bis zu 320 Euro Strafe, einem Monat Fahrverbot und zwei Punkten im Fahreignungsregister bestraft werden. 
  • Auf Schutzstreifen für Fahrradfahrer am Straßenrand darf nicht mehr gehalten werden. Es drohen bis zu 100 Euro Bußgeld und ein Punkt. 
  • Auch die unerlaubte Nutzung von Gehwegen, linksseitig angelegten Radwegen und Seitenstreifen wird - statt bis mit 25 Euro - mit bis zu 100 Euro Geldbuße geahndet. 
  • Wer Fahrräder überholt, muss im Ort künftig mindestens 1,5 Meter Abstand halten, außerorts 2 Meter - bisher war lediglich ein "ausreichender Seitenabstand" vorgeschrieben.

Vor der Änderung des Bußgeldkataloges hat die Polizei wohl den Raser des Jahres geblitzt. Dass die Strafen milder waren, als er geblitzt wurde, dürfte ihm jedoch nichts bringen. Auf deutschen Autobahnen wird emotional über ein Tempolimit diskutiert. Nun bringt der ADAC mit einem überraschenden Meinungsumschwung Bewegung in die Debatte.

Quelle: wa.de

Rubriklistenbild: © Lucas Bäuml/dpa

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