100 Burgen und Schlösser im Buch „Burgen AufRuhr“

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Das Torgebäude von Schloss Bladenhorst in Castrop-Rauxel. ▪

Im Kulturhauptstadtjahr wird auch Geschichte geschrieben. Das heißt, dass der Blick zurück geht, in eine Zeit, als noch Kirche und Adel an Ruhr und Lippe den Ton angaben. Von 400 Burgen sind noch gut 100 als Bau- oder Bodendenkmal erhalten.

Die umfassende Publikation „Burgen AufRuhr. Unterwegs zu 100 Burgen, Schlössern und Herrensitzen in der Ruhrregion“ stellt jedes Objekt mit Farbfotos, Karten und Sekundärliteratur detailreich vor. Ein echtes Standardwerk. Herausgegeben vom NRW-Ministerium für Bauen und Verkehr und dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL). Idee und Konzeption lagen bei Stefan Leenen. Da Burgen den jeweiligen Herrschaftsanspruch materialisierten, gibt die Größe auch den Reichtum des Herrschers wieder. Da stehen die Burgen hierzulande etwas zurück, will man sie mit Anlagen am Mittelrhein oder der Pfalz vergleichen. Letztlich war die Burg ein mehr oder weniger befestigter Adelssitz, der kriegerischen Auseinandersetzungen nicht standhalten musste. Es ging um Verwaltung, Landwirtschaft, Repräsentation und Wohnung. Schlichte Holzbauten sind zu finden, wie auch aufwändige Steinburgen. Die Publikation geht diesen verschiedenen Typen nach und zeigt vor allem die Verbreitung der Burganlagen in der Region. So sind frühe Wallburgen in Sinsen (Marl) und Vryburg (Essen) aufgeführt. Als markantes Bodendenkmal gilt die Burg Mark in Hamm, die als Turmhügelburg oder Motte notiert ist. Hier ist der Hügel auffällig hoch, während von den Burggebäuden nichts mehr zu sehen ist. Weitere Beispiele sind noch in Herne, Hagen und Wesel zu finden. Das gehobene Repertoire der Burgen ist mit Bergfried und Ringmauer in Blankenstein (Hattingen), Volmarstein (Wetter) und Hohenlimburg (Hagen) zu erleben, allesamt Höhenburgen. Gebraucht werden auch noch Anlagen wie in Castrop-Rauxel, wo Schloss Bladenhorst mit seinem imposanten Torgebäude in Privatbesitz ist. Über die Jahrhunderte war die alte Wehranlage zu einem Wohngebäude erneuert und modernisiert worden. ▪ lett

Burgen AufRuhr. NRW-Ministerium für Bauen und Verkehr/LWL (Hgg.). Klartext Verlag, Essen. 488 S. zahlreiche farb. Abbildungen. 19,95 Euro

Quelle: wa.de

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