Bundesweit erstes evangelisches Kinderhospiz in Bielefeld

BIELEFELD - Das bundesweit erste Kinder- und Jugendhospiz in evangelischer Trägerschaft ist in Bielefeld offiziell eröffnet worden. In dem Haus können bis zu zehn erkrankte Kinder und Jugendliche Aufnahme finden, teilten die von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel mit.

Anders als in einem Hospiz für Erwachsene, in dem Gäste nur in den letzten vier Lebenswochen betreut werden können, nimmt das Bielefelder Hospiz Kinder- und Jugendliche mit lebensverkürzenden Krankheiten gemeinsam mit ihren Familien auf. Dabei gehe es nicht ausschließlich um die letzte Lebensphase, sondern um ein Atemholen und Kräftesammeln; die Familien sollen so für einige Wochen im Jahr entlastet werden, hieß es.

An der Eröffnung nahmen auch die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Annette Kurschus, sowie prominente Paten wie Fritz Pleitgen und Friedrich Nowottny teil. "Ein Kinderhospiz ist kein Ort des Sterbens, sondern ein Ort, an dem besonders intensiv gelebt wird", sagte Kurschus. Bundesweit gibt es mit Bethel jetzt elf Kinderhospize

Die Baukosten betrugen 5,2 Millionen Euro. Sie wurden komplett durch Spenden und Förderer aufgebracht. Die Kosten für die Außenanlagen und den Betrieb belaufen sich in den ersten zwei Jahren auf weitere zwei Millionen Euro. Dafür wurden 1,5 Millionen Euro ebenfalls bereits gespendet. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für bis zu vier Wochen Aufenthalt für die erkrankten Kinder. Die Kosten für die begleitenden Eltern und eventuell Geschwisterkinder werden nicht getragen. Darum müsse das Kinder- und Jugendhospiz auf Dauer ein jährliches Defizit von rund 800 000 Euro durch Spenden decken. - lnw

Quelle: wa.de

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