20 Städte bilden breite Front gegen Outlet-Center in Werl

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Alle gegen einen: Vertreter von zwanzig größeren Städten in Westfalen formieren sich gegen das geplante Factory-Outlet-Center in Werl. Die Bürgermeister stehen für fast zwei Millionen Einwohner. In Werl wohnen gut 32 000 Menschen.

WERL/HAMM - Zwanzig größere Städte aus Westfalen haben sich zu einer spektakulären Aktion gegen das in Werl geplante großflächige Factory-Outlet-Center (FOC) zusammengeschlossen.

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In einer „Hammer Erklärung“ fordern alle größeren Städte aus dem Umland die Stadt Werl auf, „die Grenzen ihrer kommunalen Planungshoheit anzuerkennen“. Ein Fabrik-Warenverkauf in der geplanten Größe von mehreren zehntausend Quadratmetern gehe „eindeutig zu Lasten der Nachbarn“, weil Kunden aus deren Innenstädten abgezogen würden. Dem Einzelhandel in der Region würde ein „massiver Schaden“ entstehen.

Die Stadt Werl rechnet für sein Verkaufscenter mit einem Einzugsbereich von bis zu 18 Millionen Kunden.

Die Bürgermeister, die sich auf Initiative des Hammer Stadtoberhaupts Thomas Hunsteger-Petermann (CDU) am Montag getroffen hatten, fordern nicht nur das Werler Rathaus zum Umdenken auf. Sie appellieren zudem an die Regionalplaner, das Factory-Outlet-Center zu verhindern. Die „Hammer Erklärung“ richtet sich daher auch an die NRW-Staatskanzlei, an die Bezirksregierungen in Arnsberg und Münster sowie an den Regionalverband Ruhr.

Werl-Gegner

20 Städte und Gemeinden haben die „Hammer Erklärung“ gegen Werl unterschrieben: Ahlen, Arnsberg, Bergkamen, Bönen, Dortmund, Hagen, Hamm, Iserlohn, Kamen, Lippstadt, Lünen, Menden, Meschede, Paderborn, Schwerte, Soest, Sundern, Unna, Warstein und Werne. Die Werler Nachbargemeinden Welver, Möhnesee, Wickede und Ense wurden entweder nicht gefragt oder sind neutral.

Der Stadt Werl wird von den Nachbarn unter anderem vorgeworfen, mit dem geplanten Großvorhaben die jahrelang unter den Städten gültigen „Spielregeln“ zu verletzen. Seit vielen Jahren seien viele Millionen an Steuergeldern investiert worden, um die Innenstädte attraktiv zu machen. Zudem habe man – zusammen mit Werl – zum Schutz der Innenstädte das Regionale Einzelhandelskonzept „Östliches Ruhrgebiet und angrenzende Bereiche“ beschlossen. Lünen, Hagen und Hamm hätten in diesem Sinne auf eigene Ansiedlungspläne verzichtet.

Wenn Werl jetzt sein Großvorhaben auf der „grünen Wiese“ realisiere, ziehe es andernorts „Leitsortimente“ wie Bekleidung und Schuhe ab. Dagegen werde sich die Nachbarschaft nun „mit allen rechtlichen und politischen Mitteln“ wehren.

Der Werler Bürgermeister Michael Grossmann hätte sich in der Erklärung „mehr Sachlichkeit“ gewünscht. Vieles in dem Papier sei „stark spekulativ“, sagte er. Dabei blieben die realen Erfahrungen an anderen FOC-Standorten „bewusst unberücksichtigt“. Rechtlich sei Werl „auf der sicheren Seite“. - di/kri

Quelle: wa.de

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