Brandsätze auf Synagoge in Wuppertal geworfen

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Drei Männer haben in der Nacht zum Dienstag mehrere Molotowcocktails auf die Synagoge in Wuppertal geschleudert.

WUPPERTAL - Die Synagoge in Wuppertal ist in der Nacht zu Dienstag mit Brandsätzen beworfen worden. Die Polizei nahm einen von drei Tatverdächtigen fest. Bei dem Angriff wurde niemand verletzt.

Die Bergische Synagoge in Wuppertal ist in der Nacht zu Dienstag Ziel eines versuchten Brandanschlags geworden. Drei Männer warfen nach Angaben der Polizei mehrere Molotowcocktails in Richtung Eingang des Gebäudes. Anschließend flüchteten sie. Verletzt wurde niemand. Auch die Synagoge wurde nicht beschädigt.

Einen 18 Jahre alten Tatverdächtigen nahm die Polizei kurz nach der Tat in der Nähe der Synagoge fest. Der junge Mann sei im Besitz einer aufenthaltsrechtlichen Duldung, teilte die Staatsanwaltschaft Wuppertal mit. Seine Staatsangehörigkeit sei bislang ungeklärt. Gegenüber der Polizei habe er sich als Palästinenser bezeichnet. Den Tatvorwurf selbst habe er bestritten. Im Eingangsbereich des Gebäudes fand die Polizei mehrere zum Teil zerbrochene Flaschen. Die anderen beiden mutmaßlichen Mittäter sind weiter flüchtig. Die Ermittlungen dauern an.

Eine Anwohnerin hatte die Beamten alarmiert, nachdem sie brennende Teile auf der Straße neben der Synagoge entdeckt hatte. In der vergangenen Woche war die Wuppertaler Synagoge bereits von Unbekannten mit dem Schriftzug "Free Palestine" beschmiert worden.

Vor dem Hintergrund des aktuellen Gaza-Konflikts war es zuletzt bundesweit bei Demonstrationen zu antisemitischen Ausfällen gekommen. In Nordrhein-Westfalen hatten in der Vorwoche vier Männer im sozialen Netzwerk Facebook mit einem Anschlag auf die als Kulturinstitut genutzte Alte Synagoge in Essen gedroht und waren festgenommen worden. Mit Blick auf den Gaza-Konflikt hat die NRW-Polizei die Schutzmaßnahmen an jüdischen und israelischen Objekten nochmals erhöht. Man habe "qualitativ hohe Schutzmaßnahmen" für die Synagoge getroffen, sagte ein Sprecher der Wuppertaler Polizei. Eine Überwachung des Gebäudes rund um die Uhr gebe es jedoch nicht.

Die Landesregierung verurteilte den Anschlag scharf. "Es handelt sich um eine feige und hinterhältige Tat. Gewalt und Antisemitismus sind durch nichts zu rechtfertigen", sagte Innenminister Ralf Jäger (SPD) der dpa. Die NRW-Polizei gehe "entschlossen gegen antisemitische Hetze und Gewalttaten" vor.  Wuppertals Oberbürgermeister Peter Jung (CDU) erklärte: "Wir sind zutiefst beschämt über den feigen Brandanschlag auf unsere Bergische Synagoge. Wuppertal ist solidarisch mit der Jüdischen Gemeinde." Am Abend sollte eine Solidaritätsveranstaltung vor der Synagoge stattfinden. - dpa

Quelle: wa.de

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