Brandgefahr im Altenheim

DORTMUND/DÜSSELDORF – Zu wenige Brandmelder, zu wenige Sprinkleranlagen, zu wenig Personal – der Brandschutz in deutschen Pflegeeinrichtungen ist nach Angaben der Deutschen Hospizstiftung in Dortmund ungenügend.

„Wenn es brennt, gibt es in keinem anderen Sonderbau so viele Verletzte und Tote wie in Pflegeheimen und Hospizen – nicht in Turnhallen, nicht in Kaufhäusern und nicht in Gefängnissen“, sagt der Geschäftsführende Vorstand der Patientenschutzorganisation, Eugen Brysch.

„Sachwerte sind bei uns besser geschützt als alte und schwerstkranke Menschen.“ Brysch fordert die Landesministerien zu einer Prüfung, Vereinheitlichung und Verschärfung der Brandschutzbestimmungen auf. Jedes Heim müsse mit einer Brandmeldeanlage versehen werden, die automatisch die Feuerwehr informiert. Zudem müssten Sprinkleranlagen installiert und ausreichend Personal, auch nachts, vorgehalten werden – so die Forderungen der Hospizstiftung.

Info:

Rund 50 Mal brennt es jährlich in deutschen Heimen, bis zu 20 Menschen sterben dabei nach Schätzungen des Kuratoriums Deutsche Altershilfe von 2003. Zuletzt sorgte ein Brand in einem Kölner Hospiz für Aufsehen, bei dem Ende 2009 drei Menschen starben. Zwar gab es in dem Hospiz einen Brandmelder, dieser alarmierte aber nicht automatisch die Feuerwehr.

Zumindest das erste Ansinnen könnte bald Realität werden. Als erstes Bundesland hat NRW nämlich im Januar eine Richtlinie über Anforderungen an Bau und Betrieb von Pflege- und Betreuungseinrichtungen erlassen. Diese schreibt für jedes Heim mit mehr als 200 Quadratmetern eine flächendeckende, selbsttätige Brandmeldeanlage vor, die automatisch die Feuerwehr alarmiert. Zurzeit wird die Richtlinie in Brüssel geprüft, das Bauministerium in Düsseldorf hofft, sie Ende Mai umsetzen zu können.

Für Brysch hat die Richtlinie aber einen Haken: Sprinkler gehören nicht zu den Auflagen. Dabei sei gesetzlicher Druck auf die Heim-Betreiber gerade in diesem Bereich wichtig, findet der Patientenschützer und verweist auf die Lagerwirtschaft, in der Feuerlöschanlagen weit verbreitet seien – „auf starken Druck der Versicherungsbranche“. ▪ sim

Quelle: wa.de

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