Brand-Simulation im Tunnel für den Ernstfall

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Künstlich vernebelt, im Realfall schnell rauchfrei: der Hestenbergtunnel in Plettenberg.

PLETTENBERG/HAMM - Am Donnerstagabend wurde im Hestenbergtunnel in Plettenberg eine Übung durchgeführt, bei der der Tunnel vernebelt und so ein Unfall mit Verletzten simuliert wurde. Vertreter der Feuerwehr Plettenberg, der Polizei, der Straßenmeisterei Herscheid sowie der Straßen.NRW-Autobahnniederlassung Hamm waren beteiligt.

Die Richtlinie für die Ausstattung und den Betrieb von Straßentunneln schreibt alle vier Jahre eine Vollübung und jedes Jahr eine Teilübung vor. Am Donnerstagabend wurde eine Vollübung durchgeführt. Hierbei wurde der Tunnel verraucht und eine Unfallsituation nachgestellt.

Um 19 Uhr gingen Notrufe in den Leitstellen der Feuerwehr und Polizei ein. Der Anrufer meldete einen Brand von zwei Fahrzeugen mit drei verletzten Personen. Daraufhin wurde die Tunnelleitzentrale Hamm durch die Polizei und Feuerwehr alarmiert.

Ziel dieser Übung ist die Verbesserung der Kommunikation zwischen allen Beteiligten, Übung der Anfahrtswege zum Tunnel und das Retten der Personen unter realistischen Bedingungen.

Der Tunnel ist 734 Meter lang, 9,50 Meter breit und 4,50 Meter hoch. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit beträgt 50 km/h. Im Tunnel sind sieben Notrufstationen. Brände im Tunnel werden durch das automatische Brandmeldesystem an die Tunnelleitzentrale Hamm gemeldet, auch sind dort die 27 Farbkameras aufgeschaltet, die sich im Tunnel befinden.

Notfall-Übung im Hestenbergtunnel in Plettenberg

Im Notfall können acht Strahlventilatoren mit einer Leistung von je 12 Kilowatt den Rauch in kürzester Zeit aus den Röhren drücken. Zur Selbstrettung steht ein Fluchtstollen zur Verfügung. Um den Verkehr vor dem Tunnel umzuleiten, sind Wechselverkehrszeichen im Vorfeld des Tunnels installiert worden.

Nach dem vermeintlichen Verkehrsunfall mit Pkw-Brand war zunächst völlig unklar, wo sich der Unfall im total verqualmten Tunnel ereignet hatte. Deshalb fuhr ein Löschzug zusammen mit dem Rettungsdienst über das Südportal an, eine andere Löschgruppe fuhr von Norden zum Tunnel. Die Rettungskräfte positionierten sich zunächst vor den Eingängen.

Zwei Trupps unter schwerem Atemschutz tasteten sich in den Tunnel vor, um zunächst die Lage zu erkunden. Die Unfallstelle lag genau in der Tunnelmitte. Da sich drei Verletzte in den zwei Autos befanden, war die Personenrettung oberstes Gebot.

Die drei Verletzten wurden zunächst in den Rettungstunnel gebracht, wo sie erstversorgt wurden, bevor sie durch den inzwischen rauchfreien Stollen nach draußen gebracht wurden.

Im Realfalle hätten die Lüfter sogar noch viel schneller den Tunnel entraucht. Für die Übung wurden sie jedoch sehr spät eingeschaltet, damit die Feuerwehr sich im verqualmten Tunnel vortasten musste.

Quelle: wa.de

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