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„Impfen statt Golfen“: Laumann rudert nach frechem Spruch gegen Hausärzte zurück

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Von: Marcel Guboff

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Die Booster-Impfungen sollen die 4. Corona-Welle eindämmen. NRW-Gesundheitsminister Laumann provozierte mit einem Spruch die Hausärzte - und ruderte dann zurück.

Hamm - Politiker, Experten wie auch die Ständige Impfkommission (Stiko) sind darum bemüht, mehr Tempo bei den Impfungen gegen das Coronavirus* hinzubekommen. Auch die Hindernisse für die notwendig werdenden Booster-Impfungen sollen aus dem Weg geräumt werden. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn* (CDU) machte in einem Schreiben an die Ärzteschaft deutlich, dass die Auffrischungsimpfungen auch schon etwas früher als sechs Monate nach dem vollständigen Impfschutz verabreicht werden können. Die Impfkommission dürfte die Booster-Impfungen bald für alle Menschen ab 18 Jahren empfehlen.

NameKarl-Josef Laumann
Geboren11. Juli 1957, Birgte, Hörstel
EhepartnerAgnes Laumann

Booster-Impfung: NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann nimmt Hausärzte in die Pflicht

Karl-Josef Laumann (CDU) wird da noch deutlicher. Der Gesundheitsminister von Nordrhein-Westfalen* nahm jetzt mit drastischen Worten die Kassenärztlichen Vereinigungen in die Pflicht. Sie hätten dafür zu sorgen, dass die Hausärzte ihren Patienten schon zeitnah die dritte Corona-Impfung anbieten.

Beim Medica Econ Forum der Techniker Krankenkasse auf der Medizinmesse Medica in Düsseldorf sagte Karl-Josef Laumann: „Die Hausärzte müssen jetzt mehr impfen, sie wollten das ja.“ Die Forderung, die der 64-Jährige folgen ließ, lässt sich fast schon als harsche Kritik verstehen: „Statt Golfplatz am Samstag Impfen am Samstag.“ Er rechnete vor - und machte es den Hausärzten wohl damit schmackhaft -, dass Ärzte am Wochenende 36 Euro pro Impfung erhalten würden.

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann entschuldigt sich für frechen Spruch bei Ärzteschaft

Kurz darauf ruderte der NRW-Gesundheitsminister zurück und entschuldigte sich für seinen frechen Spruch bei der Ärzteschaft. Via Twitter ließ Karl-Josef Laumann mitteilen: „Es war kein kluger Vergleich. Jeder, der mich kennt, weiß, dass es mir fernliegt, diejenigen zu verärgern, ohne deren Einsatz die Pandemie nicht zu bewältigen ist.“ 

Und weiter: „Die Ärztinnen und Ärzte sowie ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten tagtäglich Großartiges und haben den entscheidenden Anteil an der Pandemiebekämpfung.“ Dafür gebühre ihnen „unser Dank und unser Respekt“.

Ohnehin sollen natürlich sollen nicht die Hausärzte allein die Personen in NRW gegen Corona impfen. Das Ganze müsse durch lokale Impfstellen ergänzt werden - wie etwa in Hamm*: In der NRW-Großstadt herrscht ein großer Ansturm auf das dortige mobile Impfangebot*, wie wa.de* berichtet.

Booster-Impfung in NRW: Gesundheitsministerium räumt Anlaufschwierigkeit ein

Weiter meinte Karl-Josef Laumann: Die Kassenärztlichen Vereinigungen müssten den Gesundheitsämtern insgesamt 400 Ärzte für die Corona-Impfungen zur Verfügung stellen. „Wir sagen den Gesundheitsämtern jetzt, dass sie auch Ärzte anheuern dürfen, die nicht im KV-System arbeiten“, sagte der NRW-Gesundheitsminister. Bislang kann sich noch nicht jeder boostern lassen. Es gibt klare Empfehlungen, für wen die Booster-Impfung mit welchem Impfstoff am besten ist*.

Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hält bei der Vollversammlung der Handwerkskammer in Düsseldorf eine Rede. Der Minister wurde am Donnerstag mit dem Georg-Schulhoff-Preis für sein Engagement für das Handwerk und die berufliche Bildung ausgezeichnet.
Booster-Impfung in NRW: Gesundheitsminister Laumann nimmt Hausärzte mit drastischen Worten in die Pflicht. © Mona Wenisch/dpa

Erst jüngst hatte das NRW-Gesundheitsministerium Anlaufschwierigkeiten bei den Auffrischimpfungen eingeräumt. Aktuell seien die Arztpraxen saisonbedingt stärker ausgelastet - vor allem durch viele Grippeschutzimpfungen und Patienten mit Infekten und Erkältungen, sagte ein Sprecher des Ministeriums der Rheinischen Post. Gleichwohl hätten die niedergelassenen Ärzte „ihre Aktivitäten zur Durchführung von Covid-19-Impfungen in den vergangenen Tagen und Wochen wieder deutlich ausgebaut“.

Die Zahl der gegen Corona impfenden Praxen sei wieder deutlich gestiegen. Sie liegt laut Gesundheitsministerium nun landesweit bei etwa 7000. Mit den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten sowie den koordinierenden Impfeinheiten sei das Land gut für die auffrischenden sogenannten Booster-Impfungen gewappnet. *wa.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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