RAG-Mitarbeiter klagt gegen fristlose Kündigung

Bombenspaß kostet RAG-Mitarbeiter den Job

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Die 3. Kammer des Landesarbeitsgerichtes in Hamm beschäftigte sich mit der Klage eines Mitarbeiters der RAG Aktiengesellschaft. 

Hamm - Es sollte ein Scherz sein und kostete ihn den Job: Ein 49-jähriger Mitarbeiter der RAG Aktiengesellschaft verliert seinen Arbeitsplatz, weil er Anfang 2016 im Bergwerk Prosper-Haniel in Bottrop eine Bombenattrappe platziert hatte. 

Sein Arbeitgeber hatte ihm fristlos gekündigt. Mit seiner Klage hatte der Angestellte nur teilweise Erfolg. Das Verfahren am Landesarbeitsgericht Hamm endete mit einem Vergleich. Die fristlose Kündigung soll in eine ordentliche umgewandelt werden. Beide Parteien haben eine Woche, um darüber zu entscheiden, ob sie den Kompromiss annehmen. 

Nach eigenen Angaben hatte der 49-jährige technische Angestellte während der Nachtschicht am 7. Januar einen ungewöhnlichen Koffer entdeckt. Dieser sei mit einem Manometer, einem Absperrhahn und Drähten versehen gewesen. 

Sprengstoff-Experten alarmiert

Mit weißer Farbe habe er Fantasiewörter auf den Koffer geschrieben und noch zwei Milchschnitten hineingelegt. Sie sollten, so der Mann, der bereits seit 1984 bei der RAG angestellt war, eine Belohnung für mutige Kofferöffner darstellen. 

Am darauffolgenden Morgen wurde die vermeintliche Bombe gefunden – und Alarm ausgelöst. Die Werksleitung verständigte die Polizei, die wiederum die Sprengstoff-Experten alarmierte. Für mehrere Stunden musste das Werk evakuiert werden. 

Wie genau der Koffer an die Stelle kam, konnte auch bei der gestrigen Verhandlung nicht festgestellt werden. Für Wolfgang Stamm, Anwalt des Klägers, stand vor allem die Frage im Mittelpunkt, inwiefern der Koffer den Betriebsfrieden und die Abläufe gestört habe. 

Keine Wahl

Die beiden Anwältinnen der RAG konterten vehement: Die mögliche Gefahr die von dem Koffer damals ausgegangen sei, habe die Werksleitung zum Handeln gezwungen. „Was würden sie tun wenn hier im Gebäude so ein Koffer gefunden wird?“, fragte Anwältin Dr. Clemens in den Raum. „Da hat man keine Wahl.“

Quelle: wa.de

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